Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Gorilla begleicht die Rechnung, Der

Info

OT: 
Vai Gorilla
AT:
Der Gorilla (Videotitel)

Jahr: I 1975
R:
Tonino Valerii
B:
Dino Maiuri, Massimo de Rita
K:
Mario Vulpiani
M:
Franco Bixio, Fabio Frizzi, Vince Tempera
D:
Fabio Testi, Renzo Palmer, Saverio Marconi, Claudia Marsani

Quelle: VHS (Zenit)

 

Inhalt

Marco Sartori (Fabio Testi) ist Stuntman von Beruf, doch nach einem Unfall ohne Job. Aber wozu hat man Kumpels? So helfen ihm sein Freund Ciro (Al Lettieri) und ein paar handfeste Jungs aus der Leibwächter-Szene aus der Patsche: Sie faken die versuchte Entführung des reichen Bauunternehmers Sampioni (Renzo Palmer), die Marco auf den letzten Drücker verhindern darf.
Sampioni, den Unbekannte seit geraumer Zeit massiv erpressen, ist eh auf der Suche nach Schutz, und so engagiert er seinen Retter vom Fleck weg als „Gorilla“. Unterdessen erhöhen die Erpresser den Druck, indem sie Baufahrzeuge in die Luft jagen, Marco ordentlich durch den Wolf drehen und des Nachts mit einem Scharfschützengewehr auf Sampionis Haus ballern. Gleichzeitig erhöhen sie schrittweise die Forderung. Sampioni ist geneigt einzuknicken, da weder Marco noch die Carabinieri den Erpressern auf die Spur kommen.
Erst als Marco und sein kleinkrimineller Bruder Piero (Saverio Marconi) mit einem Trick den erpressten Zaster an sich bringen und gleichzeitig den unwissenden Sampioni von der Bildfläche verschwinden lassen, kommen die um ihre Kohle geprellten Erpresser aus dem Gebüsch. Und jetzt wird’s ganz schnell rau und persönlich.

Zitate:

Sampioni: „Ich will keine Polizei. Es gibt Dinge, die man besser selbst erledigt.“

Marco: „Wenn man einmal ein Feigling ist, ist man es ein Leben lang.“

Ciro: „Es gibt Fragen, die man besser nicht stellt und die es gefährlich ist zu beantworten.“

Die Kritik des Gunslingers:

In der ersten Hälfte läuft Tonino Valeriis Thriller nach actionreichem Start in ruhigen, fast etwas plätschrigen Bahnen. Wir lernen Marco, seine Vorgeschichte und sein Sozialgeflecht kennen: Kumpel Ciro und die Leibwächterszene, den etwas zwielichtigen kleinen Bruder Piero sowie die herzensgute Schwester Elisa (Maria D’Incoronato). Anschließend begleiten wir ihn im Rahmen seines Jobs: Einhüten der Sampioni-Gattin (Giuliana Calandra) nebst Tochter Vera (Claudia Marsani), Schießübungen im privaten Club.
Nebenbei schaukelt sich die Erpressungsgeschichte hoch: erst Briefe und Telefonate, dann immer handfestere Drohungen gegenüber Sampioni, der fest auf seinen Geldsäcken hockt. Außerdem findet Valerii immer noch Zeit, verhaltene Sozial- und Systemkritik unterzubringen und die Verachtung zu zeigen, die die Allgemeinheit dem Berufsbild Leibwächter entgegenbringt. Die Bezeichnung „Gorilla“ wird in der Regel hingerotzt, wie der mit Hingabe hochgezogene Grüne, wenn ihr versteht ;-).
Als Marco seine Nase zunehmend in den dampfenden Kern der Scheiße steckt und den gut organisierten Gangstern nahe rückt, nimmt der Streifen deutlich an Fahrt auf. Gewalt und Action übernehmen endgültig den Steuerstand, was in einem brutalen Mord und einer rasanten Verfolgungsjagd zwischen Auto und Vorortzug kulminiert. Dazu merkt man, dass Valerii seine ersten Gehversuche im Western unternahm: So inszeniert er das Schlussduell entsprechend und kann es sich auch nicht verkneifen, den schon in „Lanky Fellow“ zelebrierten Hit durchs Zielfernrohr zu wiederholen.
Begleitet wird dies durch einen Score der Herren Bixio, Frizzi und Tempera, der pumpenden Bass mit Wah-Wah-Gitarren-Licks und satten Philly-Streichern vereinigt und in ruhigen Szenen ein sleaziges Saxophon, gepaart mit Elektrosounds an den Start bringt. Der Film ist eine gelungene Testi-One-Man-Show, der wieder mal physical werden darf ;-). Daneben ist lediglich Renzo Palmer als fies-fetter Despot mehr als ein Stichwortgeber respektive Kanonenfutter.
Was mir nicht gefällt, ist einmal, dass sich das Buch darum drückt, die Gangster besser zu beleuchten. Während vorher bedeutungsvoll geraunt wird, über deren Vernetzung bis in höchste Kreise und ihre straffe Organisation, entpuppen sie sich schließlich als bloße Brutalos. Nicht viel besser als ordinäre Vorstadt-Schläger. Zweitens die Liebesgeschichte zwischen Marco und Vera, die Gott sei Dank aber kaum eine Rolle spielt: aufgepfropft und überflüssig. Ich hätte mir auch gewünscht, mehr über Sampioni zu erfahren, zumal der Streifen mehrmals andeutet, dass er auch nicht sooo viel besser ist als seine Erpresser. Andererseits steht er als Symbol des aufrechten Bürgers gegen das System krimineller Seilschaften. Für mich irgendwie ein Widerspruch.

Rating: $$$$

Splatter:

3/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien