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Ich - Die Nummer Eins

Info

OT: 
Le Silencieux
AT:
L'Uomo che non seppe tacere

Jahr: F/I 1973
R, B:
Claude Pinoteau
B:
Jean-Loup Dabardie
K:
Jean Collomb
M:
Jacques Datin, Alain Goraguer
D:
Lino Ventura, Suzanne Flon, Léa Massari, Leo Genn

Quelle: TV (3sat)

 

Inhalt

Ende der 50er-Jahre entführen die Russen auf einer Kongress-Reise den französischen Physiker Clément Tibère (Lino Ventura). Nach zwei Jahren Russenknast ist sein Widerstand gebrochen, und fortan schafft er jenseits des Eisernen Vorhangs. 16 Jahre später ist Tibère wieder im Westen, und zwar als Mitglied einer russischen Delegation, die ein Londoner Kernforschungszentrum besucht.
Die Gelegenheit lässt sich der M.I. 5 nicht entgehen: Die Briten entführen Tibère, der sich jetzt Haliakov nennt, nach einem fingierten Autounfall. Den entsetzten Russen wird eine „Leiche“ präsentiert, die in Rekordzeit „aus Versehen“ eingeäschert wird. Tibère soll helfen, sowjetische Agenten zu enttarnen, die sich unter hochrangigen Brit-Wissenschaftlern verbergen, welche anderntags nach Moskau zu einem Gegenbesuch aufbrechen wollen. Verweigert er sich, darf er auf eine First-Class-Beerdigung an den Gestaden der Themse hoffen. Tibère bleibt keine andere Wahl, als auszupacken, was zu einer veritablen Verhaftungswelle sowjetischen Undercover-Personals führt.
Ausgestattet mit einem prall gefülllten Portemonnaie und einer neuen Identität ist der Wissenschaftler nun sich selbst überlassen. Doch der Russe hat nicht nur eine tiefe Seele, sondern vergisst auch nur sehr schwer, und so setzt der KGB alles dran, den Renegaten zu „vernichten“. Bald schon zappelt Tibère, dem tatsächlich die Flucht nach Frankreich gelingt, der aber niemandem mehr trauen kann, in einem engmaschigen Überwachungsnetz, das sich sukzessive zuzieht. Seine letzte Chance: Er muss versuchen, dem französischen Geheimdienst einen hochrangigen Sowjetagenten zu liefern, der den Kollegen von der anderen Feldpostnummer im Tausch gegen sein eigenes Leben angeboten werden kann.

Zitate:

Tibère: „Ich will wieder zurück in die Sowjetunion.“ – M.I. 5-Boss (Leo Genn): „Aber das ist völlig unmöglich. Sie sind doch tot: Und dieses Mal sind wir es, die im Besitz Ihrer Leiche sind.“

Die Kritik des Gunslingers:

Der deutsche Titel lässt für Claude Pinoteaus Regiedebut zwar einen der üblichen Actioner erwarten, doch mitnichten, liebe Freunde. Was sich uns darbietet ist ein spannender Paranoia-Thriller, in dem prinzipiell Jeder Feind des Protagonisten ist. Überall nimmt dieser verdächtige Blicke und Gesten war: Warum glotzt die Tauben fütternde Alte so komisch? War der Rempler jetzt wirklich Zufall? Verstärkt wird dieser Eindruck durch das allumspannende Spitzelnetz, das der KGB überall im Westen zu unterhalten scheint. So sind die Sowjets dem gehetzten Tibère selbst in der tiefsten Provinz immer dicht auf den Fersen, schalten nach und nach seine Kontaktleute und verbliebenen Bekannten aus. Sehr schön in diesem Zusammenhang: der gelegentlich ratternde Fernschreiber in Moskau, der hin und wieder einen weiteren Namen durchixt. Damit das teilweise robuste Agieren Tibères glaubwürdig erscheint, hat ihm das Buch ebenfalls eine Geheimdienstvergangenheit verpasst. Eh, voilà.
Was mir sehr gut gefallen hat, ist der Kontrast zwischen Bildsprache und Inhalt. So sind nahezu alle Szenen sonnendurchflutet, strahlen eine gewisse Heiterkeit aus. Im Gegensatz dazu steht die eisige Atmosphäre von Macht- und Hoffnungslosigkeit, die den ganzen Film bestimmt. Der Streifen ist eine 1-A-Ventura-Oneman-Show, in der er nahezu sämtliche Register ziehen kann. Wer sonst kriegt etwa diesen fatalistischen Dackelblick besser hin, mit dem er ohne Worte eine Situation kommentiert? Ganz groß.

Rating: $$$$+

Splatter:

1/10

 

 

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