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Ich spreng' euch alle in die Luft

Kein Trailer vorhanden

Info

OT: 
Ich spreng' euch alle in die Luft
AT:

Mad Jo
Der Superbulle
Inspektor Blomfields Fall Nr. 1

Jahr: D 1968
R: Rudolf Zehetgruber („R. Z. Gruber“)
B: Stanley Sheldon
K: Hannes Staudinger
M: Hans Hammerschmid
D: Walter Barnes, Werner Pochath, Gert Günther Hoffmann, Götz George, Eddie Arent, Herbert Fux

Quelle: VHS (VMP)

 

Inhalt

Sergeant Blomfield (Götz George) ist ausgewiesener Pedant und jüngster Bulle seines Reviers in einem Londoner Industriegebiet. Nach Schichtende stapft er nun nach Hause und vorbei an einer abgestellten Schrottkarre mit dazu offenem Kofferraum. Im selbigen fällt dem eifrigen Schnüffler eine Menge an unterschiedlichstem Sprengmaterial in die Griffel sowie ein eingeschaltetes Walkie-Talkie. Am anderen Ende der Strippe ist Schränker Blinky Smith (Herbert Fux), der zusammen mit seinem Bruder Johnny (Werner Pochath), für den der offene Wagen eigentlich bestimmt war, den Bruch in ein Lohnbüro vorbereitet. Nun ja, ist klar, dass Blomfield den „Coup“ verhindert: Blinky verabschiedet sich schließlich mitsamt der Sprengstoff-Möhre unter den Torf, während Johnny entwischt.
Während nun Blomfield seinen nächsten Job übernimmt, die Aufklärung eines möglichen Gattinnenmordes inklusive Gartenbeerdigung, schaut Johnny, die alte Koks-Trine, im Revier vorbei, um sich den strebsamen Sergeant zur Brust zu nehmen. Da sich dieser ja leider im Außendienst befindet, nimmt Johnny kurzerhand Blomfields beiden Kollegen (Walter Barnes, Gert Günther Hoffmann) in Geiselhaft, um in Ruhe abzuwarten. Aber mit Ruhe ist nicht, denn es geht auf der Amtsstube zu wie im Taubenschlag, und so mehrt sich die Zahl der Geiseln sprunghaft, was zu nicht unerheblichem Stresspotenzial führt. Zumal Johnny nicht nur seine Wumme dabei hat, sondern auch ein Fläschchen Nitroglycerin als letzte Hinterlassenschaft seines verblichenen Bruders.

Zitate

Col. Lister (Karl Schönböck): „Eine Gelegenheit, den Mund zu halten, sollte man niemals vorübergehen lassen.“

Johnny (zu einem der Mädchen): „Halt den Mund, oder ich schieß dir die Kniescheibe kaputt.“ – Sergeant Coleman (Eddie Arent): „Mmh. Macht sich bestimmt nicht gut, wenn du auf dem Strich hinkst.“

Die Kritik des Gunslingers:

Ein Streifen, in dessen Vorspann-Credits als Produzentin eine bahamaische Gesellschaft auftaucht, trotz offensichtlich deutscher Provenienz des Werks, hat schon mal per se meine Basis-Aufmerksamkeit. Dann noch der feine Titel: Das verspricht allemal gehobenes Trash-Vergnügen. Und Regisseur Rudolf Zehetgruber lässt sich mit seinem Billigheimer auch wirklich nicht lumpen.
Die Geschichte spielt zwar in London, doch gedreht wurde wohl aus Budgetgründen größtenteils in einem westdeutschen oder eher österreichischem Industriegebiet. Auf letzteres deutet zumindest das Schild an der Tür zum Lohnbüro hin: „Cassa“. So blieb immerhin Geld für ein paar nette Autoverfolgungsjagden mit immer den gleichen Beteiligten sowie die fette Explosion, in der Herbert Fux anfangs sein Leben aushaucht. Trash-Appeal bringen auch die süße Ingeborg Schöner mit ihrem Harlekin-Outfit sowie die von Eddie Arent angeschleppten Bordsteinschwalben. Höhepunkt ist für mich ganz klar der Strip im Papierkleid, mit dem sich eines der Mädels vom Geiselnehmer die Erlaubnis zum Toilettengang verdienen will. Am Ende wählt sie dann doch das reviereigene Handwaschbecken als Abtritt. Groß! Genauso, wie das im Hooker-Dekolletee geparkte Nitro-Fläschchen, dass Eddie Arent mit einem laut vernehmbaren „Plopp!“ zwischen den Brüsten hervorholt und wieder an sich nimmt.
Die Revier-Atmo ist sogar durchaus gelungen: Gute Darsteller, selbst Eddie Arent hält sich zurück und macht auf ernsthaft, eine schöne Ausleuchtung und ein hysterischer, klassisch bläserdominierter Exploitation-Jazz-Score. Völlig überflüssig allerdings der zweite Handlungsstrang, in dem Götz George versucht, einen möglichen Mord aufzuklären. Der läuft in weiten Teilen am Hauptmotiv – die Geiselnahme auf dem Revier – vorbei. Da wäre es sinnvoller und runder gewesen, zu verzichten und stattdessen letzteres noch besser auszuarbeiten. So kommt ein für meinen Geschmack etwas unschöner TV-Krimi-Touch ins Spiel, und auch die Humoreinlagen sind nicht durch die Bank gelungen, wie etwa der höchst peinliche Auftritt von Leopold Rudolf. Sehr schön hingegen Karl Schönböck als seniler, ehemaliger Unterhaus-Abgeordneter.

Rating: $$$ (Trash: $$$$)

Splatter:

1/10

 

 

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