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Info

OT: 
Le Solitaire

Jahr: F/D 1973
R: Alain Brunet
B: Claude Brunet, Paul Hengge
K: Roland Dantigny
M: Claude Bolling
D: Hardy Krüger, Raymond Pellegrin, Georges Géret, Francis Blanche

Quelle: Pidax-DVD (Dank fürs Rezi-Exemplar!)

 

Inhalt

Ein missglückter Tresorripp und ein paar zusätzlich angehängte Raubüberfälle haben Safeprofi Eric Lambrecht (Hardy Krüger) zwölf Jahre Knast und den Verlust der Bürgerrechte eingebracht. Im Bau hält er sich strikt aus allem raus: keine Verbindungen zu den Knastgangs, keine Freunde. Das fehlende Netzwerk und der bösartige Oberaufseher Isnard (Raymond Pellegrin) bescheren Lambrecht in den bisher abgerissenen fünf Jahren immer wieder Erholungsaufenthalte in Isolationshaft.
Doch auch Isnard ist ein Getriebener: Nachdem er einem Häftling zu kräftig einen eingeschenkt hat, ist er in der Hand eines Erpressers. Der ist scharf auf den prall gefüllten Tresor im Büro des Gefängnisdirektors. Hier nun kommt Lambrecht ins Spiel, dem Isnard gegen den Bruch die Flucht ermöglichen will. Da der Panzerschrank bereits älteres Semester ist, hat Lambrecht keine Mühe, an den dort gebunkerten Zaster zu gelangen.
Nach erfolgreicher Flucht setzt sich der Flüchtige nach Paris ab und nimmt Verbindung zu seinem alten Spezi Norbert (Francis Blanche) auf. Der hat nicht nur die Wohnung des Freundes gehalten, sondern auch Lambrechts kleine Tochter Laurence aufgenommen. Zusammen mit Laurence will sich Lambrecht so bald als möglich ins Ausland absetzen. Doch dafür braucht’s eine gut gefüllte Reisekasse. Ein letzter Bruch muss also her, und Norbert als Chef einer Firma für Sicherungstechnik hat da einen guten Tipp auf Lager. Doch die fragliche Villa ist fast stärker gesichert als Fort Knox.

Zitate

Isnard: „Ich muss dich wohl nicht daran erinnern, dass es im Zuchthaus keine Morde gibt, sondern nur Selbstmorde.“

Die Kritik des Gunslingers:

Dank Pidax erblickt auch dieser nahezu unbekannt gebliebene Franzosen-Krimi das Licht der Welt. Alain Brunet, der auf lediglich drei Regiearbeiten kommt, legte hier einen Mix aus Knastthriller und Krimi vor, am Ende nochmal feinabgeschmeckt mit einem Schuss Familiendrama.
Die Atmo wirkt ziemlich authentisch, und zwar nicht nur im Knast. Aufgrund der allgemein eher zurückhaltenden Ausstattung, wenn man mal von Erics geradezu poppiger 70er-Jahre Butze absieht, kriegt das Ganze einen fast dokumentarischen Touch. Das betrifft insbesondere den zweiten Höhepunkt des Streifens: das Einsteigen in die Villa. Das war sicher körperliche Schwerarbeit – wenn nicht für Hardy Krüger, so doch zumindest für sein Double.
So richtig warm wird man nicht mit den Figuren in diesem Streifen. Hardy Krüger gibt den sperrigen Eric, der menschliche Kontakte weitgehend meidet und nur zu seiner Tochter sowas wie eine Beziehung aufgebaut hat. Allerdings ist er so verhärtet und desillusioniert, dass er nicht mehr in der Lage ist zu kämpfen, als es wirklich drauf ankommt. Alle anderen liegen ausschließlich ihre eigenen Egos am Herzen. Schließer-Chef Isnard, der achselzuckend über Leichen geht und sich lediglich über unerwünschte Augenzeugen ärgert. Erics Fluchtkumpan François (Georges Géret), der in Eric jemanden gefunden zu haben glaubt, der für ihn die Drecksarbeit machen kann. Selbst für Erics Spezi Norbert, vordergründig ein echter Kumpel, kommt dessen Wohlergehen erst an dritter Stelle. Und am Ende reicht’s noch nicht einmal mehr für einen würdigen Abschied.
Der Film ist zwar kein Genre-Klassiker, aber ein gelungenes Beispiel französischer 70s-Krimikunst aus der zweiten Reihe. Dazu hat Routinier Claude Bolling einen passenden Score gestiftet, der in sich Fuzz- und Wahwah-Gitarren, Flöte, Orgel und Vibraphon zu zeittypischer Musikuntermalung vereint.

Rating: $$$$

Splatter:

0/10