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Im Netz der Goldenen Spinne

Info

OT:
Missione speciale Lady Chaplin

AT:
Operación Lady Chaplin (SP)
L’Affaire Lady Chaplin (F)
Mission spéciale Lady Chaplin
Mission spéciale Polaris
Operation Lady Chaplin (D)
 

Jahr: I/F/SP 1966
R: Alberto De Martino, Sergio Grieco
B: Sandro Continenza, Giovanni Simonelli, Marcello Coscia, Hipolito De Diego
K: Alejandro Ulloa
M: Bruno Nicolai
D: Ken Clark, Daniela Bianchi, Jacques Bergerac, Philippe Hersent

Quelle: VHS (Mike Hunter)

 

Inhalt

Nachdem ein hochmodernes U-Boot der US-Marine gesunken ist, gibt’s mehrere Probleme. Erstens befindet sich noch ein ganzes Arsenal von Atomraketen an Bord; zweitens liegt das Wrack so tief, dass es mit herkömmlichen Mitteln nicht zu bergen ist, und drittens ist es auf einmal trotzdem verschwunden, das Wrack.
Das ruft die CIA auf den Plan in Gestalt ihres Top-Agenten Dick Malloy aka „077“ (Ken Clark). Der ist zwar ein wenig hölzern, was das Zwischenmenschliche angeht (wink), kann aber kräftig hinlangen. Malloy nun reist nach Spanien, weil dort ein Artefakt aus dem gesunkenen U-Boot aufgetaucht sein soll. Hier gerät er bald in heftige Raufhändel mit unbekannten Finsterlingen, die was gegen Schnüffelei haben, doch dafür von 077 reichlich Gelegenheit erhalten, sich die Radieschen von unten anzuschauen.
Da es sich Malloy schnell mit der ignoranten spanischen Polizei verscherzt, ist er auf sich allein gestellt. Seine Gegner sind rasch ausgemacht: Das wären der stinkreiche und aalglatte Reeder Zoltan (Jacques Bergerac) und die so hübsche wie eiskalte Arabella Chaplin (Daniela Bianchi), die offiziell eine zum Zoltan-Konzern gehörende Modemarke leitet.
Zwischenzeitlich ist das U-Boot-Wrack wieder geortet – Strömungsversatz, you know –, doch wenig überraschend sind die Atomraketen nicht mehr da. Damit beginnt für Malloy und seinen Chef Heston (Philippe Hersent) eine Jagd durch Europa, denn Zoltan will die Sprengköpfe an den Meistbietenden verscheuern. Und das ist in dem Fall mal wieder ein afrikanischer Schurkenstaat. Mit im Paket ist noch eine Rutsche Propelan (oder so (wink)), eine geheimnisvolle Chemikalie für die „ordnungsgemäße“ Nutzung der Sprengköpfe.

Zitate

Lady Chaplin: „Diese grobe Art mag ich nicht.“ – Malloy: „Sie ist ganz passend für eine Frau wie Sie.“

Malloy: „Hier wird gemacht, was ich sage.“ (Spricht’s und schmiert der überraschten Arabella ordentlich eine.)

Die Kritik des Gunslingers:

Und wieder eine Hommage an James Bond, DEN Eurospy-Übervater. Diesmal schickten Alberto De Martino und Sergio Grieco ihren Agenten in die Schlacht. „Im Netz …“ ist dabei der Abschluss einer kleinen Serie von drei Streifen um den CIA-Agenten Dick Malloy, die hierzulande zwischen 1966 und 1967 in die Kinos kamen.
Als Problem sehe ich dabei vor allem die stark *hust* limitierten mimischen Fähigkeiten von Hauptdarsteller Ken Clark. Ihm geht leider jede Leichtigkeit ab, und die auch hier immer wieder verbal geäußerten Hinweise auf die Womanizer-Qualitäten des hölzern wirkenden Agenten bleiben Lippenbekenntnisse. Auch das Skript tut fast nichts, um dies durch Sichtbares zu unterfüttern. Im Gegenteil: In einer der schönsten Szenen des Films haben Bianchi/Clark gerade ein blutiges Scharmützel mit den Schergen Zoltans überstanden. Als Daniela Bianchi dann aber mit Clark den Schauplatz des Gemetzels gemeinsam verlassen möchte, kriegt sie von diesem dermaßen eine geschmiert, dass sie das Bewusstsein verliert. Clark kommentiert die Maulschelle nur mit den Worten: „Hier wird gemacht, was ich sage.“ Das nenne ich mal umwerfenden Charme *lach. Warum sich aber Daniela Bianchi letztlich rumkriegen lässt, bleibt allein ihr Geheimnis.
Ansonsten finden wir hier natürlich sämtliche Ingredienzien für einen belebenden Eurospy-Abrieb, wenngleich der Streifen rauer und verbissener daher kommt als die meisten Zeitgenossen. Bruno Nicolai hat einen passenden Score beigesteuert, dessen groovigen Titeltrack Bobby Solo singt. Solo wurde auch ab und an gebucht, wenn’s einen Song in dem einen oder anderen Italowestern zu interpretieren galt wie beispielsweise für den De-Martino-Western „100.000 Dollar für Ringo“. Ansonsten gibt’s den obligatorischen Superschurken, schöne und grausame Frauen – neben Bianchi ist noch Helga Liné als ihre Assistentin erwähnenswert – und diverse Gimmicks und einfallsreiche Todesarten. Ich nenne hier nur das Kleid aus Propelan, das Mabel Karr zum Verhängnis wird. Besonders Daniela Bianchi agiert als Mörderin in diversen Verkleidungen. Am besten hat mir die Scharade als behinderte Oma gefallen mit Kanonen in den Rollstuhllehnen.
Probleme hatte ich mit der deutschen Synchro: uninspiriert und schlaff. Dazu wirkt eine dialektische Einfärbung immer irgendwie putzig.

Rating: $$$$- (Trash: $$$)

Splatter:

1/10

 

 

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