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Im Schatten des Zweifels

Info

OT: 
Shadow of a Doubt

Jahr: USA 1943
R:
Alfred Hitchcock
B:
Thornton Wilder, Sally Benson, Alma Reville
K:
Joseph Valentine
M:
Dimitri Tiomkin
D:
Teresa Wright, Joseph Cotten, Macdonald Carey, Patricia Collinger

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Charles Oakley (Joseph Cotten) hat offensichtlich Dreck am Stecken, aber die Taschen voll Geld. Beschattet von den FBI-Detektiven Graham (Macdonald Carey) und Saunders (Wallace Ford), setzt er sich aus New York nach Kalifornien ab, um mal wieder alte Familienbande aufzufrischen. Im Provinznest Santa Rosa lebt nämlich seine Schwester Emma Newton (Patricia Collinger) mit Anhang. Als da wären Gatte Joe (Henry Travers), Bankangestellter, die Töchter „Charlie“ (Teresa Wright) und Anne (Edna May Wonacott) sowie Sohnematz Roger (Charles Bates).
Die Verwandtschaft ist froh, als der schillernde Onkel aufkreuzt, noch dazu mit prall gefüllter Börse und einem Sack voller Geschenke im Schlepptau. Besonders Nichte „Charlie“ himmelt Charles geradezu an und verspricht sich Abwechslung im etwas drögen Familienalltag. Oakley verhält sich allerdings immer wieder spleenig: lässt etwa Zeitungsartikel verschwinden oder fährt bei kleinen, eigentlich unwichtigen Begebenheiten aus der Haut. Dann kreuzen die Spürhunde in Santa Rosa auf und verschaffen sich, getarnt als Meinungsforscher, Zugang zum Haushalt der Newtons, trotz wütender Proteste Onkel Charlies.
Detective Graham offenbart sich Charlie Newton: Man ist auf der Suche nach dem „Lustige-Witwen-Mörder“, der drei alleinstehende Ladies erdrosselt hat. Einer der beiden übrig gebliebenen Verdächtigen ist halt Onkel Charlie. Zwar ist „Charlie“ erstmal von den Socken, doch fängt sie an, Indizien, über die sie die ganze Zeit hinweg gesehen hat, zu bewerten. Onkelchen bleibt nicht lange verborgen, dass sich seine Lieblingsnichte auf einmal zurückzieht und sich seltsam abweisend verhält.

Zitate:

Charles: „Die Großstädte sind voll von Frauen mittleren Alters. Frauen, deren Männer tot sind; die Männer, die ihr Leben lang gearbeitet haben, um ein Vermögen zu verdienen. Gearbeitet und gearbeitet, und dann sterben sie und hinterlassen das Geld ihren Frauen, ihren 'armen' Witwen. Und was machen sie damit, diese unnützen Weiber? Sie bevölkern die Hotels, die besten Hotels. Hier trifft man sie zu Tausenden. Sie vertrinken das viele Geld oder verprassen es. Sie verspielen es beim Bridge; sie verspielen es tagaus, tagein. Sie brüsten sich mit ihrem Schmuck, bilden sich was auf ihren Reichtum ein und sind stolz darauf. Ekelhaft. Welke, fette, habgierige Weiber.“ - Charlie: „Aber … sie sind doch schließlich auch Menschen! - „Wirklich? Sind sie das? Sind sie Menschen oder sind sie widerwärtige Tiere? Und was macht man mit Tieren, wenn sie fett werden oder alt?“
(Charles' Monolog zum Abendessen, der musste jetzt sein, liebe Gemeinde *lach*)

Die Kritik des Gunslingers:

Tja, Leute, ich habe lange hin und her überlegt, doch ganz ohne zu Spoilern geht’s an dieser Stelle leider nicht. Ist aber wohl nicht so problematisch, da die Geschichte bereits an vielen anderen Stellen kolportiert wurde. Wer sich aber die Überraschung nicht nehmen lassen möchte, der beende hier seine Lektüre ;-).
Hitch gönnt auch in diesem, seinem Lieblingsfilm, dem Publikum einen Wissensvorsprung gegenüber den Protagonisten. Das nutzt der Meister geschickt zum Spannungsaufbau, denn schließlich weiß man ja, was dem- oder derjenigen in der nächsten Szene zustoßen könnte. So vermuten wir relativ schnell, dass Charles der gesuchte Witwenmörder sein könnte. Dabei arbeitet der Streifen einmal auf der offensichtlichen Ebene, etwa, wenn Onkelchen Zeitungsausschnitte verschwinden lässt oder der kostbare Ring, den er Nichte Charlie schenkt, fremde Initialen trägt oder der unerklärliche Reichtum Oakleys. Doch auch die famose Kamera gibt Hinweise: Blicke, das unkontrollierte, gewalttätige Zerknüllen eines Taschentuchs oder die dominant ins Bild gerückte, klemmende Garagentür, von der wir schon ahnen, dass sie schon bald eine mörderische Rolle spielen könnte. Dazu liefert der Score Dimitri Tiomkins die passende Unterstützung, wenn die Streicher beispielsweise plötzlich anfangen zu vibrieren oder immer wieder ein Motiv aus Franz Lehars „Lustige Witwe“ auftaucht.
Schauspielerisch ist der Streifen durch die Bank großartig. Joseph Cotten ist schauerlich gut, kann übergangslos umschalten von charmantem Manipulator auf zornigen Finsterling. Nett auch die Andeutung, dass der Gutste nach einem schweren Fahrradunfall in frühester Jugend eine Mattscheibe zurückbehalten hat.
Neben „Suspense“ darf natürlich auch hier der für Hitch typische Humor nicht fehlen. Joe Newton beispielsweise schwadroniert mit seinem Kumpel Herb (Hume Cronyn) in einer Tour darüber, wie sie sich gegenseitig möglichst perfekt um die Ecke bringen könnten. Als sich seine Tochter Charlie darüber beschwert, meint Mutter Emma nur trocken „Er braucht das zur Entspannung“.

Rating: $$$$$-

Splatter:

0/10

 

 

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