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In the Folds of the Flesh

Info

OT: 
Nelle Pieghe della Carne

Jahr: I/SP 1970
R, B: Sergio Bergonzelli
B: Fabio De Agostini (Idee: Mario Caiano)
K: Mario Pacheco
M: Jesús Villa Rojo
D: Eleonora Rossi Drago, Anna Maria Pierangeli ("Pier Angeli"), Emilio Gutiérrez Caba, Alfredo Mayo, Fernando Sancho

Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar.

 

Inhalt

13 Jahre ist es her, dass der lokale Gangsterboss André Gardère von einem Bootsausflug nicht zurückkehrte und für tot erklärt wurde. Soweit zumindest die offizielle Version. Seitdem bewohnen jedenfalls Andrés Haushälterin Lucille (Eleonora Rossi Drago), ihr Neffe Colin (Emilio Gutiérrez Caba) sowie Falesse (Anna Maria Pierangeli), Tochter des lieben Verblichenen den protzigen Adelssitz allein.
Doch die oberflächlich als glücklich und wohlhabend erscheinende Familie ist alles andere als ein Born der Stabilität. So leidet insbesondere Falesse seit jenem Abend, an dem ihr Vater verschwand, an extrem gewalttätigen Absencen, deren Opfer in der von Lucille und Colin im Keller des Schlosses betriebenen Seifensiederei landen.
Dank des Zusammenhalts unserer kleinen Wohngemeinschaft bleiben die Taten weitgehend unentdeckt. Aber gegen die anbrandenden Entwicklungen bricht selbst der aus den kräftigsten Neurosen gezimmerte Schutzwall irgendwann mal zusammen.

Die Kritik des Gunslingers:

Seine ersten Regiesporen hatte Sergio Bergonzelli mit Abenteuerstreifen und später eher durchschnittlichen Italowestern – „Das letzte Gewehr“, „El Cisco“ – verdient. Ab 1968 spielten in seinen Filmen dann zunehmend Körperflüssigkeiten eine Hauptrolle. Dennoch legte er 1970 mit „In the Folds ...“ einen ziemlich brachialen Thriller vor, der von Freud über Holocaust-Traumen – oder heißt's am Ende gar „Traumata“ ;-) - bis zu kranken Liebeswirren einiges an Psycho-Schlock durch den Wolf nudelt.
Aber keine Angst: Eine tiefschürfende Abhandlung über die Psychoanalyse müssen wir nicht über uns ergehen lassen. Bergonzelli nutzt diese Themen natürlich nicht, um sie ernsthaft zu verhandeln, sondern sondern ausschließlich als Motivation, um gewisse *hust* Schauwerte zu schaffen. Da rollen Köpfe, die später in der Blumenerde landen oder unter Gelächter noch mal aus der Seifenbrühe gezogen werden, Kinder werden vergewaltigt und Hunde erdrosselt. Eingebettet ist dies in eine Handlung, die insbesondere im zweiten Teil immer wieder neue Wendungen anbietet. Identitäten werden munter durchmischt und eingerissen. Dabei spart der Streifen nicht an Zynismen, als am Ende beispielsweise der Bulle der letztlich einzigen Unschuldigen unter der ganzen Mischpoke weiterhin eine unbeschwerte Jugend und ein schönes Leben wünscht. Der Rest ist entweder tot oder wegen Mordes verhaftet. Was die Logik angeht, braucht man nicht groß nachzuhaken, etwa, warum den Polizisten die blutverschmierten Hände Lucilles in der Eingangssequenz nicht auffallen.
Optisch ist die Geschichte natürlich großes Kino am Rande des Trash. Große Klasse beispielsweise die Szenen in der Seifensiederei. Exploitation-Kino, dem knallige Farben oder auch Kaleidoskoplinsen für die traumatischen Flashbacks noch zusätzlich einen psychedelischen Touch verleihen. Musikalisch sticht das Leitthema heraus: eine Art träges Jahrmarktlied, mal getragen ausschließlich von Violinen, dann wieder von Oboen (?) oder einer Orchesterbesetzung.
Bei den Darstellern sind einige bekannte Gesichter dabei. Anna Maria Pierangeli („Für tausend Dollar am Tag“) beispielsweise ist hier in ihrem vorletzten Film zu sehen, bevor sie sich entschied, noch vor ihrem 40. Geburtstag mittels Schlaftabletten abzutreten. „Unfreiwillig“ wie es heißt. Alfredo Mayo ist ebenfalls kein Unbekannter, ich erinnere nur an „Vier Teufelskerle“. Der ehemalige Stuntman Luciano Cartenacci schließlich ist als Hackfresse quer durch die Genres geturnt: vom Polizeistreifen („Der Gorilla“), Italowestern („Ein Halleluja für Django“) bis zum Kriegsstreifen („Königstiger vor El Alamein“). Die Idee zum Plot stammt vom Mario Caiano, von den Maniax geschätzt als fähiger Italowestern-Regisseur, etwa „Der letzte Zug nach Durango“.

Rating: $$$$- (Trash: $$$)

Splatter:

3/10

 

 

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