Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Jagd im Nebel

Info

OT: 
Confidential Agent

Jahr: USA 1945
R:
Herman Shumlin
B:
Robert Buckner (nach Graham Greene)
K:
James Wong Howe
M:
Franz Waxman
D:
Charles Boyer, Lauren Bacall, Katina Paxinou, Peter Lorre

Quelle: TV (NDR)

 

Inhalt

Im Oktober 1937 reist der Spanier Luis Denard (Charles Boyer) im Auftrag der republikanischen Regierung in einer Geheimmission nach England: Er soll für die Republikaner sämtliche Kohlevorräte des Zechenmoguls Lord Benditch (Holmes Herbert) aufkaufen, damit der sie nicht an die ebenfalls interessierten Faschisten liefern kann. Denard führt ein Beglaubigungsschreiben der spanischen Regierung mit sich, auf das es die Gegenseite abgesehen hat, die schon längst an des Agenten Hacken klebt: ohne Schreiben, kein Geschäft.
In London angekommen, muss Denard leidvoll erfahren, dass seine Verbündeten, spanische Exilanten, weniger an der Sache interessiert sind als vielmehr am Zaster, den die Faschisten bereit sind, für das Dokument auf den Tisch zu blättern. Bis auf die zynische Schnapsdrossel Rose Cullen (Lauren Bacall), im übrigen Tochter des obigen Kohlebarons, und das junge Dienstmädchen Else (Wanda Hendrix), scheint sich jeder gegen Denard verschworen zu haben; der Erfolg der Mission ist hochgradig gefährdet.

Zitate:

Rose: „Es muss kein Krieg sein, der einem das Leben versaut: Geld, Verwandte … eine Menge Dinge bringen dies zustande.“ (Das nenn' ich mal Lebensfreude)

„Ich brauche Sie nicht zu kennen, aber Sie sollten wissen, wer ich bin.“ (Rose faltet einen neuen Bediensteten ihres Vaters zusammen)

Denard: „Ihr habt auf mich geschossen, mich beraubt, mich geschlagen; ich habe meine Mission nicht vollendet. Mir reicht’s!“ (Wer wird denn so empfindlich sein?)

Die Kritik des Gunslingers:

Thriller von Herman Shumlin, der durch seine zutiefst pessimistische und finstere Atmosphäre voller Misstrauen und latenter Gefahr besticht. So tapern die Figuren die meiste Zeit durch mehr oder weniger dichten Nebel - den inneren und äußeren - oder halten sich in eher düsteren Behausungen und Hotelzimmern auf.
Diesen Bildern entspricht die Befindlichkeit des Idealisten Denard, dem erst allmählich und schmerzlich klar wird, dass er so ziemlich allein dasteht und immer weniger weiß, wem er noch trauen soll.
Hierdurch bekommt der Film durchaus einen formalen Film-noir-Touch, wenngleich beispielsweise die Charakterzeichnungen hierfür nicht typisch sind. Eindeutig fehlbesetzt sind Charles Boyer und Lauren Bacall, die zwar einen guten Job machen, denen man aber ihre Figuren nicht abnimmt. So kann die Bacall, die hier eine Britin und dazu noch Tochter aus besserem Hause spielt, nicht wirklich das Image der schnoddrigen Amerikanerin abschütteln. Und auch Charles Boyer wirkt alles andere als spanisch. Gut bis herausragend die Nebenfiguren, angefangen von Katina Paxinou als gierige Hotelchefin über den klebrigen Peter Lorre und den aristokratisch-fiesen Victor Francen bis hin zu Wanda Hendrix als drangsalierte Unschuld.
Was dem Film letztlich eine höhere Wertung versagt, ist das unglaubliche Semi-Happy-End sowie der ziemlich konstruiert wirkende politische und soziale Aspekt, der auf einmal ins Spiel kommt.

Rating: $$$$-

Splatter:

1/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien