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Killer Elite, Die

Info

OT: 
The Killer Elite

Jahr: USA 1975
R: Sam Peckinpah
B: Marc Norman, Stirling Silliphant, Robert Syd Hopkins (Story)
K: Philip H. Lathrop
M: Jerry Fielding
D: James Caan, Robert Duvall, Arthur Hill, Burt Young, Bo Hopkins, Gig Young, Mako

Quelle: DVD (MGM)

 

Inhalt

Mike Locken (James Caan) und George Hansen (Robert Duvall) sind nicht nur privat dickste Spezln, sondern auch beruflich Partner. Im Auftrag der ComTeg - einer "Firma", die sich um heikle Operationen kümmert, zu denen die Regierung keinerlei Verbindungen haben möchte - erledigen sie Mordaufträge, Auslandsspionage, illegale Überwachung, ecetera und pipapo. Als sie den Ostblock-Dissidenten Vorodny (Helmut Dantine) in sichere Gefilde überführt haben, legt Hansen zu Lockens Überraschung die frisch gemischten Karten auf den Tisch, verkündet seinen Seitenwechsel und liquidiert den Überläufer. Locken kommt zwar von Hansens Gnaden mit zerschossenen Ellenbogen und Kniescheiben davon, die lukrative Karriere bei ComTeg scheint jedoch perdü.
Getrieben von Rachegedanken will Locken dennoch zu alter Form auflaufen; ein Kröschen mit einer Krankenschwester bringt ihn nicht nur physisch auf die Beine, sondern verschafft ihm auch die nötige Nestwärme. Seine Genesung macht Fortschritte, das Erlernen asiatischer Kampfkünste sorgt für Beweglichkeit und gleicht seine Handicaps aus. Eines Tages steht dann auch wieder Lockens alter Abteilungsleiter Collis (Arthur Hill) auf der Matte, denn die ComTeg sucht einen Profi zum Schutz des chinesischen Oppositionellen Yuen Chung (Mako) und seiner Familie. Deren Rückkehr in heimische Gefilde möchten alte Widersacher unbedingt verhindern und haben pikanterweise Hansen für den Todesauftrag angeheuert. Zusammen mit dem Fahrer Mac (Burt Young) und dem Waffenspezialisten Jerome (Bo Hopkins) übernimmt Locken das Himmelfahrtskommando, stellt aber beunruhigt fest, dass jemand bei der ComTeg ein falsches Spiel treibt...

Zitate

Hanson: "Wir nennen uns ComTeg. Ja, das ist so 'ne Art privater Partyservice." - Locken: "Genau. Pizza, Nasi Goreng, Merguez..."

Vorodny: "Ihr seid alle die gleichen Typen, ihr jungen Söldner. Aus welchem Land ihr auch kommt." - Hansen: "Och, wir sind alle Idealisten, oder denken Sie, dass wir Geld nehmen?"

Hansen: "Jetzt bist du pensionsreif. Genieß es, Mike!"

Collis: "Übrigens, ich muss Sie um etwas bitten. Wenn es Ihnen nichts ausmacht, lassen Sie sich im Laden nicht mehr blicken. Die 'ganz oben' wollen's nicht. Das macht die Jungens nervös, wenn einer so rumstolpert. Das passt nicht zu unserem Stil... Hä?!" - Locken: "Tja, wenn ein Mensch heutzutage nicht mal seinen besten Freund in die Luft jagen darf, wo bleibt dann die Moral, Cap?" - "Bei Männern wie Ihnen. Das wissen Sie doch."

Die Kritik des Sargnagels:

Anno 1974/75 wollte kein Produzent mehr Sam Peckinpah mit der Kneifzange anfassen, nachdem sein großartiger "Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia" krachend an der Kinokasse gefloppt und der Alkoholismus dem unberechenbaren Regie-Meister heftigst zugesetzt hatte. Mike Medavoy von United Artists hielt aber Peckinpah für die optimale Besetzung für die Umsetzung des Stoffs, ging das Risiko ein und nahm Bloody Sam ordentlich an die Kandare.
Nach der Watergate-Affäre und einigen CIA-Skandalen Anfang/Mitte der '70er Jahre traf das Skript den vorherrschenden, misstrauischen Zeitgeist in den USA und Peckinpah würzte das ganze noch mit einigen Seitenhieben auf's Hollywood-Biz, indem er der Rolle des Locken ein paar autobiografische Züge verlieh. Verrat, Fremdbestimmtheit und das Leben als Ausgestoßener waren Sam ja allzu bekannt.
Leider nimmt das ganze Exposé 'ne Menge Zeit in Anspruch, nach vielversprechendem Beginn wird's zäh und teilweise nervig beleidigt. Erst mit der Einführung von Mac und Jerome nimmt der Dampfer endlich Fahrt auf. Lockens Kröschen mit der Krankenschwester nimmt großte Teile der ersten Hälfte ein, danach taucht sie nicht mehr auf. Alleine diesen Part hätte man ohne Schmerzen auf die Hälfte eindampfen können, ohne den Streifen inhaltlich zu beschädigen. Tempo und Spannungsaufbau sind nicht richtig ausgewogen und der doppelte Showdown verfehlt sein Ziel, die - zugegeben fein inszenierte - Abrechnung auf dem Schiffsfriedhof wirkt wie angeflanscht.
Was den Streifen dann doch ins Plus wuppt, ist die visuellen Umsetzung - gute San Franzisco '70ies-Atmo, fein inszenierte Martial Arts sowie ab der zweiten Hälfte auch die üblichen Gunplay-Zeitlupen - und der sauber aufspielende Cast, bei dem mir vor allem Burt Young und Robert Duvall ins Auge stechen. Beide spielen schön "down to earth" und alles andere als überzogen, dabei stellen sie die eigentlichen Antipoden dar: Mac, der seinen Job als Dienst am Heimatland sieht und die Loyalität zu Locken über sein Privatleben stellt, während Hansen auch Freundschaften unter ökonomischen Ansichten abwägt und beruflich einer liberalen Söldnermentalität fröhnt. James Caan ist der einzige im Ensemble, der etwas abfällt. So richtig Lust schien er eh nicht auf den Job gehabt zu haben, im Nachhinein bezeichnete er "Die Killer Elite" als seinen schlechtesten Film. Das ist nu auch übertrieben, aber für einen Rächer hätte der Locken schon etwas mehr glaubhaftere Emotion vertragen.
Alles in allem kein zwiespältiges Werk, sondern eines, dem man schon anmerkt, dass Peckinpahs Zenit mit dem vorausgegangenen Gewaltakt "Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia" erreicht war. Der Meister brachte einfach nicht mehr die nötige Kraft auf, um dem Streifen eine Wucht wie z.B. in "Wild Bunch", "Straw Dogs" oder "Alfredo Garcia" zu verleihen. Bei weitem kein Langweiler, aber an seinen Klassikern gemessen eher im Hintergrund anzusiedeln.

Rating: $$$$-

Splatter:

3/10

 

 

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