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Kopfgeld - Perrier's Bounty

Info

OT: 
Perrier’s Bounty

Jahr: IRL 2009
R: Ian Fitzgibbon
B: Mark O’Rowe
K: Seamus Deasy
M: David Holmes
D: Cillian Murphy, Jodie Whittaker, Jim Broadbent, Brendan Gleeson, Liam Cunningham

Quelle: DVD (Ascot Elite) Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Nach einem ausgedehnten Zug durch die Gemeinde, hat Michael McCray (Cillian Murphy) keinen sehnlicheren Wunsch, als in Ruhe seinen Rausch auszupennen. Doch mit Pennen is’ nich’, wie es so schön heißt: Ivan (Michael McElhatton) und Orlando (Don Wycherly), zwei Schläger der Dubliner Kiezgröße Darren Perrier (Brendan Gleeson), wecken den Zecher aus seinen alkoholbefeuerten Träumen, um ihn unsanft auf den Ablauf seines Kredits bei Perrier hinzuweisen. Vier Stunden bleiben dem notorisch klammen Tagedieb, um die geliehenen 1000 Euro zurückzuzahlen, ansonsten sind gebrochene Knochen als Überziehungszinsen fällig.
Michael versucht jetzt verzweifelt umzuschulden, und er geht den Kredithai „The Mutt“ (Liam Cunningham) um Hilfe an. Doch auch der ist gerade nicht flüssig, bietet ihm aber die Beteiligung an einem lukrativen Bruch an. Nach erfolgreichem Abschluss verspricht ihm „The Mutt“ dann zehn Riesen für den nächsten Tag. Leider besteht Perrier auf pünktliche Bezahlung in bar, und so schlagen Ivan und Orlando mit ihren Baseballkeulen pünktlich in Michaels Butze auf, um den säumigen Zahler zu zwiebeln. Mitten in die Bestrafungsaktion platzt aber Brenda (Jodie Whittaker), Mikes selbstmordgefährdete Nachbarin, die mit der eigentlich für den Suizid gedachten Kanone stattdessen Orlando wegpustet.
Nun heißt es, die Leiche wegzuschaffen und in einem sicheren Versteck auf den nächsten Tag und den avisierten Zaster von „The Mutt“ zu warten. Inzwischen hat jedoch Perrier offiziell ein Kopfgeld auf den renitenten Kreditnehmer ausgesetzt. Zudem hat Michael nicht nur die depressive Brenda am Hals, sondern inzwischen auch seinen Vater Jim (Jim Broadbent), der nach vier Jahren wieder Kontakt zu seinem Sohn sucht, um vor seinem angeblichen, krebsbedingten Ableben, ausgerechnet jetzt die Familienbande wieder ins Lot zu bringen.

Zitate

Orlando: „Wenn du die Deadline ohne Resultat verstreichen lässt, sagt Darren, dass du dann einen höheren Preis bezahlen musst: zwei gebrochene Knochen, wobei du dir aussuchen darfst, welche.“ – Ivan: „Finger zählen allerdings nicht dazu.“ (Kreditkonditionen der Dubliner Unterwelt)

Michael: „Was hast du gemacht???“ – Brenda: „Ich hab’ dir das Leben gerettet.“ – „Was?? Nicht das Leben, nur meine Schienbeine, aber das wird mich das Leben kosten … Blöde Kuh!“ (Wo bleibt hier die Dankbarkeit?)

Die Kritik des Gunslingers:

Feine Schrägkost aus Irland von Regie-Talent Ian Fitzgibbon ("A Film with me in it"), die mit gut gezeichneten Charakteren, Wortwitz und stimmiger Atmo trotz kleinerer Längen Spaß macht. Dies ist insbesondere den Darstellern gedankt, die die Geschichte mit Leben füllen. Insbesondere Jim Broadbent als durchgeknallter Vater Michaels ist eine Show: Da er aus Angst, nicht mehr aufzuwachen auch nicht mehr schlafen will, lässt er sich von Brenda kontinuierlich ohrfeigen, frisst löslichen Kaffee oder stiftet seinen Sohn an, ihm eine Rutsche Kokain besorgen, um dann doch während der Misshandlungen durch Perrier tief und fest einzuschlafen. Auch Perrier aka Brendan Gleeson ist großartig: Auf der einen Seite ein skrupelloser Psycho, der sofort von der Kanone Gebrauch macht; andererseits ein Typ mit überraschend liberalen Einstellungen. Als ihm etwa gesteckt wird, dass Ivan und Orlando ein schwules Paar sind, nimmt er dies, ohne mit der Wimper zu zucken, bietet Ivan sogar fürsorglich an, zur Trauerbewältigung Michael persönlich massakrieren zu dürfen. Trotz aller Macken ist Michael derjenige des Flucht-Trios, welcher seine Zwetschgen beisammen hat und sich nicht von emotionalen Spontaneingebungen leiten lässt. Sowohl Brenda als auch Vater Jim sind unberechenbar, was für den Zuschauer unterhaltsam, für Michael manchmal halt lebensgefährlich ist. Dadurch hat es Cillian Murphy von der Anlage seiner Rolle her nicht leicht, neben seinen Sidekicks nicht unterzugehen, was er jedoch hervorragend meistert. Selbst kleinste Nebenrollen sind mit feinem Pinselstrich ausgearbeitet, was von der Könnerschaft von Buch und Regie zeugt. Angefangen von den schwulen Schlägern, dem schmierigen Denunzianten, bis hin zu der Bande höchst vergrätzter Hundeliebhaber und ihrer Kampfhund-Olympiade, die am Ende des Match entscheidet, reichen bereits wenige Szenen aus, um die Figuren plastisch wirken zu lassen. Neben aller lakonischen Komik, ist aber durch die Bank eine recht rustikale Härte im Spiel. Daher auch für Liebhaber von Sachen wie „Pusher“ sicher eine Empfehlung.

Rating: $$$$

Splatter:

3/10

 

 

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