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Info

OT:
Clay Pigeons

AT:
Clay Pigeons – Lebende Ziele

Jahr: USA 1998
R: David Dobkin
B: Matt Healy
K: Eric Edwards
M: John Lurie
D: Joaquin Phoenix, Vince Vaughn, Janeane Garofalo, Georgina Cates

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Wer sich auf seine Schwanzsteuerung verlässt, fährt schnell mal vorn Baum. Eine Erfahrung, die auch Automechaniker Clay (Joaquin Phoenix) macht, als er sich mit der scharfen Amanda (Georgina Cates) einlässt, Gattin seines besten Kumpels Earl (Gregory Sporleder). Denn Earl rächt sich etwas speziell, als er sich mit Clays Kanone die Rübe wegpustet, nachdem er vorher sämtliche Vorkehrungen getroffen hat, es nicht wie Suizid sondern wie Mord aussehen zu lassen.
Amanda nun lässt Clay eiskalt abfahren, als er bei ihr um Hilfe nachsucht. So muss er den Schlamassel alleine regeln. Das allerdings macht er so gut, dass Sheriff Mooney (Scott Wilson), Clays väterlicher Freund, die Geschichte sofort als Unfall abheftet. Aber dies ist nur der Aufgalopp für weitere Kalamitäten, denn Amanda besteht weiterhin auf ihrem gemeinsamen Knatter-Dienstag.
Trotz Clays maulschellenverstärktem und somit recht eindeutigem Nein, gibt Amanda keine Ruhe. Als sich Clay der sanften Diner-Bediensteten Gloria (Nicole Arlyn) zuwendet, rastet die abgelegte Geliebte endgültig aus: Sie holt Gloria aus der Reiterstellung mit einem waidgerechten Blattschuss von Clays Fahnenmast, so dass der die nächste Leiche zu entsorgen hat.
Doch dann wird’s richtig haarig für den guten Autoschrauber: Eine weitere, völlig unbekannte Tote taucht auf, die offensichtlich das Opfer eines umgehenden Serienkillers geworden ist. Und jetzt macht auch das FBI richtig Druck. Besonders für die taffe Agentin Dale (Janeane Garofalo) steht schnell Clay als Täter fest.

Zitate

Clay: „Das ist ‘n Mensch, verdammte Scheiße!“ – Larry (Vince Vaughn): „Ja, aber total vergammelt.“ (Clay und Larry finden eine Wasserleiche)

Agentin Dale: „Deputy, Sie stehen in einem Beweismittel.“ (Deputy Barney (Vince Vicluf) latscht an einem Tatort durch die Blutlachen)

Agentin Dale: „Dieser Platz ist reserviert.“ – Larry: „Ach ja? Für wen?“ – „Für den ersten Mann, der keine Jeans trägt.“

Die Kritik des Gunslingers:

David Dobkin bereitet mit seinem zweiten Streifen eine sehr goutable Mischung aus schwarzhumoriger Komödie und Serienkillerthema zu. Es sind dabei in erster Linie zwei Aspekte, die den Film in der Spur halten: Atmo und Darsteller.
So betreten wir ein heimelig-naives Kleinstadt-Ambiente des gemütlichen Jeder-kennt-Jeden. Man trifft sich in der einzigen Pinte des Städtchens, wo man ‘ne ruhige Billardkugel schiebt und das ein oder andere Budweiser zusammen lenzt. Morgens nüchtert man im Diner bei Kaffee und Donuts aus, die einem unter anderem die süße Gloria serviert. Selbst die hartgesottensten unter den Einwohnern wie etwa Amanda haben Angst, sich außerhalb dieser Gesellschaft zu positionieren. Ja kein „Stadtgespräch“ zu werden ist daher auch ihr Hauptargument, Clay nicht zur Seite zu stehen.
Die Kamera geizt nicht mit entsprechenden Bildern von einsamen Straßen, friedvollen Seen und Landschaften. Untermalt ist dies mit einem klasse Score, in dem knarzender Country und alter Rhythm’n’Blues eine nette Partnerschaft eingehen. Doch immer wieder gibt es Brüche: Laut explodiert ein Pickup in der Stille; Clay schallert Amanda vor versammelter Mannschaft eine, was die bis dahin gute Stimmung in der Kneipe deutlich eintrübt; neben dem Ruderboot, in dem Clay und Lester angeln, dümpelt auf einmal eine vergammelte Frauenleiche.
Der Streifen behält zwar seine schwarzhumorige Note, so meldet etwa ausgerechnet immer Clay tödliche Unfälle oder auch Leichenfunde, doch verdüstert sich die Stimmung mit Einziehen des Serienkiller-Plots deutlich. Diesen Killer spielt Vince Vaughn großartig als Mischung aus etwas aufdringlichem Komplett-Naivling mit penetranter Lache und explosiver Gefährlichkeit. Name – Larry Long –, Beruf – Trucker – und Outfit – Cowboystiefel, Westernhemd, Riesenstetson – sind Klischee pur. Er reitet Clay, dessen Freundschaft er offensiv sucht, tief in die Scheiße und bietet ihm auf der anderen Seite an, alles wieder gerade zu biegen. Auf seine Art (Zwinkern). Später hofiert er in der Bar die knochenharte Janeane Garofalo, die ihn, ganz Großstadtmensch, erstmal gepflegt abfahren lässt, dann jedoch seinem Cowboy-Charme erliegt. Erst zu spät realisiert sie, mit wem sie da so angenehm geplauscht hat.

Rating: $$$$

Splatter:

2/10