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Info

OT:

El Cadáver de Anna Fritz


Jahr: SP 2015
R, B: Hector Hernandez Vicens
B: Isaac P. Creus
K: Ricard Canyellas
M: Tolo Prats
D: Alba Ribes, Cristian Valencia, Albert Cabó, Bernat Saumell

Quelle: Preview-Stream (Capelight). Dank an GallepMedien!

 

Inhalt

Anna Fritz (Alba Ribes), spanische Jungschauspielerin mit der Möglichkeit zur Weltkarriere, macht leider die klassische Showbiz-Grätsche: Nach einer privaten Party findet man sie tot in ihrer Badewanne. So ist die nächste Station in der Laufbahn der Anna Fritz der Leichenkeller eines Krankenhauses. Hier schiebt Pfleger Pau (Albert Cabó), Anfang 20, Nachtschichten. Landet ein besonders leckerer Körper auf den Leichentischen, kümmert sich der Gutste schon mal ein bisschen mehr, als er eigentlich sollte. Dass er seine Kumpels zudem ab und an mit Handyfotos von ansehnlichen Toten bedenkt, ist Ehrensache.
Eines späten Abends schneien die Spezis Ivan (Cristian Valencia) und Javi (Bernat Saumell) vorbei, um mit Pau ein wenig feiern zu gehen. Da Paus Schichtende noch eine Stunde auf sich warten lässt, macht man sich schon mal mit Koks und Alk ein wenig locker. Gelegenheit macht nun mal Diebe, und so dauert’s nicht lange, dass die Drei im Leichenkeller stehen, um die frisch eingelieferte Anna zu begutachten.
Doch leider bleibt’s nicht beim Anschauen, wenn ihr versteht. Und als dann die vermeintlich Tote auch noch die Augen aufschlägt, haben die Jungs ernsthaft Probleme. Aus dem Objekt der Begierde ist jetzt eine Augenzeugin geworden, die sie mit einer Aussage in Teufels Küche bringen kann: Schimpf, Schande und Schwedische Gardinen. Es scheint nur eine Lösung zu geben, aber Anna denkt nicht daran, sich in ihr zugedachtes Schicksal zu fügen.

Zitate

Ivan: „Ich fass‘ es nicht, dass ich gerade die Titten von Anna Fritz in der Hand halte.“

Javi: „Stell dir vor, deine Schwester kratzt ab und irgend so ein Typ fickt ihre Leiche.“ – Ivan: „Wer fickt die schon, wenn sie tot ist, wenn jetzt schon niemand ran will.“

Ivan: „Wir stecken bis zum Hals in der Scheiße.“

Die Kritik des Gunslingers:

Sex mit einer Leiche. Hm, da stehen im Allgemeinen nicht nur natürliche Schranken vor, sondern auch im höchsten Maße soziale. Was aber, wenn die Leiche wunderschön ist und die Gefahr, erwischt zu werden minimal? Das ist die Ausgangslage, vor der unsere drei Jungs angesichts der toten Anna stehen. Nach einer kurzen Für-und-Wider-Diskussion kommt’s dann tatsächlich zum Tabubruch.
Bis dahin erleben wir den spannendsten Teil in Hector Hernandez Vicens‘ Spielfilm-Debüt. Der Streifen startet richtig stark. Während eine Rollliege mit einem abgedeckten Körper durch Krankenhausflure geschoben wird, werden aus dem Off Radio- oder Fernsehmeldungen über einzelne Episoden aus dem öffentlichen Leben, der Karriere der Anna Fritz eigespielt. Sehr schöne Bild-Ton-Schere. Angekommen im Leichenkeller, sehen wir nur Hände, die das Laken vom Kopf der Leiche Annas ziehen, ein Smartphone zücken und … Vorspann.
Von da aus steigert sich der Streifen schnell: von Flaxereien, Jungsgelaber bis hin zur theoretischen Erörterung der – ja – Leichenschändung und des Vollzugs. Mit Annas Erwachen allerdings rutscht der Film in eher konventionelle Verfolgungs-Thriller-Bahnen. Spannend gemacht, ohne Frage und wahrscheinlich der sehr knapp bemessenen Spielzeit geschuldet. Interessanter wäre aber gewesen, zu untersuchen, was die ungeheuerliche Tat in den Protagonisten anrichtet, oder die Frage zu beantworten: Wie weit darf Freundschaft gehen? So aber legt der Streifen das Männertrio bereits entsprechend konventionell an, um aus dieser klinischen Versuchsanordnung später seine Action homogen entwickeln zu können.
Aus der fast schon klassischen Konstellation – der moralisch Gefestigte, der triebgesteuert Dominante und der schwache Hin-und-Her-Gerissene – lassen sich hervorragend Konflikte ableiten. Das tut der Streifen auch im zu erwartenden Rahmen, womit er die in der ersten halben Stunde geweckte Erwartung zwar nicht erfüllt, aber alles in allem ein spannendes Kammerspiel bietet. Weitere Pluspunkte: überzeugende Darsteller, gute Fotografie und ein sparsamer Elektro-Score, der die Atmo unterstreicht.

Rating: $$$$

Splatter:

4/10

 

 

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