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Lohn der Giganten

Info

OT: 
La Menace

AT:
The Threat
Die Bedrohung

Jahr: F/KAN 1977
R, B: Alain Corneau
B: Daniel Boulanger
K: Pierre-William Glenn
M: Gerry Mulligan
D: Yves Montand, Carole Laure, Jean-Francois Balmer, Marie Dubois

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Nach jahrelangem Aufenthalt in Kanada kehrt Henri Salvin (Yves Montand) nach Frankreich zurück. In Bordeaux leitet er als Geschäftsführer die Spedition seiner Langzeit-Freundin Dominique (Marie Dubois). Das kleine Idyll hat allerdings aufgehört, ein solches zu sein, denn Henri setzt seiner Dominique Hörner auf: Seit geraumer Zeit trifft er sich mit der schönen Rezeptionistin Julie (Carole Laure), die bald schon ein Kind von ihm erwartet. Henri will nur noch raus aus der Beziehung mit Dominique, der Spedition und ganz neu anfangen.
Aber Dominique kocht vor Eifersucht und versucht alles, um Henri zu halten: Sie stalkt Julie und bietet ihr am Ende Geld an, damit sie das Feld zu räumt. Nach einer gepflegten Prügelei mit der Nebenbuhlerin an einer Steilküste begeht die Gehörnte noch vor Ort Selbstmord. Aufgrund der Kampfspuren ermittelt jedoch die Polizei in Gestalt des ruppigen Inspektors Waldeck (Jean-Francois Balmer).
Spurenlage und Zeugenaussagen bringen Julie schnell in die Bredouille: Waldeck locht die Gutste trotz der Vertuschungsversuche seitens des Pärchens bald ein und lässt sie wegen Mordes anklagen. Aber insgeheim ist er davon überzeugt, dass Henri Drahtzieher und der wahre Täter in dem vermeintlichen Verbrechen ist. Doch Henri hat einen Plan, um beide Köpfe aus der Schlinge zu ziehen.

Zitate

Julie: „Henri und ich wollen heiraten.“ – Waldeck: „Die Hochzeit sehe ich noch nicht.“

Waldeck: „Glatt wie ein Aal, das Aas. Aber den Arsch finde ich bei ihm schon, den ich ihm aufreißen kann.“

Waldeck: „Der böse Bube mit den dicken Backen hat auch mal ’ne gute Nachricht.“

Die Kritik des Gunslingers:

Direkt nach dem feinen „Police Python 357“ legte Alain Corneau einen weiteren Thriller mit Yves Montand in der Hauptrolle nach. Obwohl der Streifen durchweg ein moderates, sogar ruhiges Arbeitstempo an den Tag legt, ist er weit davon entfernt, die Füße einschlafen zu lassen. Im Gegenteil: Sowohl das erste Drittel, durchweg in Dramafarbe gestrichen, als auch der größere Thrillerpart drehen fortwährend an der Spannungsschraube ohne in selbstzweckhaften Actiongalopp zu verfallen. Bis zum Schluss bleibt unklar – mir zumindest ;-) – was Henri mit seinen Manövern eigentlich bezweckt. Und das bittere Ende ist eh ein Kapitel für sich. Schluck.
Der Streifen bietet zum einen eine klasse Kamera, die die südfranzösische Atlantikküste alles andere als lieblich zeichnet, sondern als eher triste Mischung aus vernebelten Weinbergen und Gewerbegebieten am Rande der Großstadt. Dies geht zusammen mit einem effektiven Schnitt, den ich ja im allgemeinen eher stiefmütterlich zu behandeln pflege. Toll passt der schon klassisch-melancholische Score, in dem sich ein einsames Saxophon mit der Pianostimme um die größeren Traurigkeitsanteile balgt. Hierfür zeichnete der amerikanische Jazzer Gerry Mulligan verantwortlich, der im Cool Jazz groß wurde. Besonders klasse sind wieder mal die Schauspielerleistungen. Über Yves Montand braucht man keine großen Worte mehr zu verlieren. Überraschend klasse fand ich allerdings Francois Balmer, der mir bis dahin nicht so viel sagte, obwohl auch er Stammgast in französischen Thrillern ist. Waldeck ist von der Physiognomie her ein dicklicher Junge mit einer Scheiß-Frisur. Aber seine Verbissenheit und die wie an einer Perlenkette herausströmenden, taffen Oneliner sind von einem ganz anderen Kaliber. An dieser Stelle Hut ab vor der deutschen Synchro die Rainer Brandt in den Händen hatte: Weit entfernt von Kalauerei, aber passend wie die Faust aufs Äugelein.

Rating: $$$$$

Splatter:

2/10

 

 

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