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Lucky Luciano

Info

OT: 
Lucky Luciano

AT:
A Proposito Luc
ky Luciano

Jahr:
I/F/USA 1973
R, B:
Francesco Rosi
B:
Lino Iannuzzi, Tonino Guerra
K:
Pasqualino de Santis
M:
Piero Piccioni
D:
Gian Maria Volontè, Charles Siragusa, Rod Steiger, Charles Cioffi

Quelle: TV (BR)

 

Inhalt

1946 hat der New Yorker Gangster Charles „Lucky“ Luciano (Gian Maria Volontè) bereits neun Jahre Knast abgerissen, als ihn die Amis vorzeitig entlassen und nach Italien abschieben. Lucianos „Verdienst“ war es gewesen, die untereinander verfeindeten italienischen Syndikate im Jahr 1931 zu einen, indem er in einer Nacht an die 40 Bosse über die Klinge springen ließ.
Nun also landet der gebürtige Sizilianer in der sizilianischen Heimat und beginnt gleich wieder sein segensreiches Wirken. Von Neapel aus zieht er ein unübersichtliches Firmennetzwerk auf, mit dem sich trefflich Heroin, Falschgeld und illegale Kippen oder schwarzes Penicillin in Europa und den USA unters Volk bringen lassen. Dabei bleibt Luciano als von der Politik gedeckter Ehrenmann immer im Hintergrund, kassiert lediglich seine Anteile. Nur der US-Bulle Charles Siragusa (Charles Siragusa, als er selbst) bleibt bissig am Ball, um den Gangster zur Strecke zu bringen. Doch für den wird die Luft erst Anfang der 60er-Jahre dünner.

Zitate:

Hey Charlie! Die da drüben trinken Champagner, und du pisst in ’ne Cola-Flasche.“ (So ein Beschattungsjob ist halt kein Zuckerschlecken)

Die Kritik des Gunslingers:

Francesco Rosi nimmt sich der Biografie des bekannten amerikanischen Gangsters an, um einmal mehr Verstrickungsmechanismen zwischen dem Staat und seinen Institutionen sowie dem organisierten Verbrechen aufzuzeigen.
Die Themenpalette ist dabei weit gesteckt. So verließen amerikanische Gangster spätestens ab Beginn der 30er-Jahre mit Ende der großen Bandenkriege die Straße, um mit Geld und Einfluss Politik zu machen. Mit der Landung der Amerikaner in Sizilien, 1944, fasste der amerikanische Arm der Mafia festen Fuß in Italien: Schließlich taten auch viele Mobster Dienst in der US-Army. Zudem war Italien schon seit den 30ern Rückzugsgebiet für italo-amerikanische Gangster, die der Geschäfte wegen die USA verlassen mussten, um Knast oder Schlimmerem zu entgehen. Drittens gingen die Amis zunehmend dazu über, inhaftierte Gangster als unerwünschte Personen in ihr „Mutterland“ abzuschieben. So wurde das Gangstertum nun international. Und in Italien schließlich, traf das organisierte Verbrechen auf einen jungen Staat, dessen Repräsentanten und politische Gruppierungen über die nächsten Jahrzehnte nur zu empfänglich waren für die Annehmlichkeiten, die die Gangster bieten konnten.
Rosi ist nicht interessiert an den Menschen selbst, sondern an Wirkprinzipien, was seinen Streifen ein wenig schulmeisterlich daherkommen lässt. Während ausgedehnter, dialogintensiver Sitzungen, beispielsweise des UN-Drogenausschusses, Polizeiverhöre oder Presseinterviews Lucianos ergänzen oft Rückblenden das gesprochene Wort und klären über die Geschehnisse auf. Teilweise sind diese versehen mit einem Off-Kommentar, der aus Behörden- und Kommissionsberichten oder aus Presseartikeln zitiert. Der Streifen ist aber ausnehmend gut ausgestattet und atmet eine Menge Zeitkolorit, ums mal etwas geschwollener auszudrücken ;-).
Wer Lust hat, sich auf einen fast dokumentarischen, aber trotz vielen Texts immer spannenden Hintergrundbericht einzulassen, dem sei Rosis Film wärmstens empfohlen. Wer dagegen auf einen handfesten Actioner hofft, muss halt wissen, was ihn erwartet.

Rating: $$$$

Splatter:

3/10

 

 

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