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Luzifers Tochter

Info

OT: 
Retour de Manivelle

AT:
Delitto sulla Costa Azzurra (I)
There's always a Price Tag


Jahr
: F/I 1957
R, B: Denys de La Patellière
B: Michel Audiard
K: Pierre Montazel
M: Maurice Thiriet
D: Michèle Morgan, Daniel Gélin, Michèle Mercier, Bernard Blier

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Robert Montillon (Deniel Gélin) hält einen Sturzbetrunkenen (Peter van Eyck) davon ab, vor ein Auto zu taumeln, ohne zu ahnen, dass sich damit sein Leben dramatisch ändern wird. Die Schnapsnase, die Montillon in dessen Cadillac nach Hause kutschiert, heißt Eric Fréminger. Der ist offensichtlich stinkreich und bietet seinem Lebensretter einen Job als Chauffeur an. Da Robert gerade arbeitslos ist, kommt die üppig bezahlte Bestallung gerade recht.
Gar nicht einverstanden ist Erics Ehegespons Helène (Michèle Morgan), die Robert noch in nämlicher Nacht loswerden will. Um Fréminger steht’s nämlich in jedem Belang nicht zum Besten: Job vor dem Aus, von Gläubigern gejagt, Ehe in den Binsen. Bald darauf kündigt Eric vor Helène und Robert seinen Selbstmord an, nicht ohne vorher der Gattin noch feixend ein schönes Ei ins Nest zu legen: Tags zuvor nämlich hatte er die Selbstmordklausel aus seiner mit 300.000 Francs bestückten Lebensversicherung streichen lassen.
Als Fréminger abdrückt, bleibt Helène nur wenig Zeit, die Todesumstände so zu türken, dass die Versicherungsgesellschaft trotzdem blecht: Dafür muss es wie Mord aussehen. Sie zieht den zögernden Robert auf ihre Seite und hat schon einen feinen Plan im Köcher. In diesem spielt auch das tags darauf extra dafür engagierte Dienstmädchen Jeanne (Michèle Mercier) eine tragende Rolle, ohne es zu ahnen.

Zitate

Helène (zu Robert): „Wenn Sie zu schwache Nerven haben, dann gehen Sie doch.“

Robert: „Ich lass mich nicht wie ein Pudel an der Leine führen!“ (Oh doch, mon cher)

Helène: „Sei nicht unvernünftig, Robert. Vergiss nicht, du tust es für uns.“ (Hust!)

Kommissar Pantavin (Bernard Blier): „Ich bin nicht hier, um die Betten in Ordnung zu bringen. Ihre Liebesaffären interessieren mich nicht.“

Die Kritik des Gunslingers:

In seiner pechschwarzen Mischung aus Drama und Psychothrill lässt Regisseur Denys de La Patellière sein psychisch zumindest angeschlagenes Personal nach der Pfeife des Schicksals tanzen. Neben Gier und Hass bilden immer wieder schicksalhafte Zufälle die Haupttreiber der Handlung. Damit ist nicht nur das klassische „Zu-falscher-Zeit-an-falschem-Ort“ gemeint. Warum finden die Polizisten die entsprechend platzierte Leiche Erics nicht auf Anhieb? Warum steht die Kiste so blöd da? Warum muss der Schäferhund Arras unbedingt jetzt bellen?
Personal und Plot ähneln amerikanischen Noirs wie „Double Indemnity“ oder „The Postman always rings twice“. Es gibt eine unheilvolle Dreierkonstellation, wenngleich sich diese hier erst später manifestiert. Eine starke Frau, die ihre – naturalmente – finsteren Pläne verfolgt, in dem Liebhaber auf Zeit und Mitmenschen nur Mittel zum Zweck sind: zumeist eine schöne Stange Kies. Ihr zur Seite steht ein schwacher, höriger Galan, der keine Ahnung hat, wie ihm geschieht, und erst zu spät merkt, dass er sich selbst die Schlinge um den Hals gelegt hat.
Während Robert eine eigentlich uninteressante Figur ist, sieht das bei Helène und Eric ganz anders aus. Neben dem knallhart-zynischen Kommissar Pantavin, gehören Ihnen die stärksten Momente. Großartig ist beispielsweise eine der Schlüsselszenen, in der Eric seinen Selbstmord ankündigt. Mit welcher Häme er der Gattin offenbart, die Selbstmordklausel aus der Lebensversicherung gekündigt zu haben … die letzte Boshaftigkeit, bereits aus dem Grab heraus. Helène wiederum ist nicht platt als boshaftes Luder gezeichnet, sondern als unzählige Male missbrauchte Frau. Auch Eric hatte sie im Verlauf ihrer Ehe immer wieder gedemütigt. So sieht Helène die noch zu verdienende Versicherungssumme als ihr zustehende Entschädigung für lange Jahre des Unbills.
Robert wiederum ist eine Flasche, die sich von Helène am Nasenring führen lässt. Sie lässt ihn nie an ihren Plänen teilhaben, lässt immer nur so viel Informationen raus, wie nötig sind, um den Zauderer bei der Stange zu halten. Die Begleitmusik geben Versprechungen aller Art. Zwar überkommen Robert kurz Skrupel ob des fiesen Spielchens, das er auf Geheiß Helènes mit Jeanne spielt. Diese halten ihn aber nicht davon ab weiterzumachen.
In ihrer ersten Filmrolle ist Michèle Mercier zu sehen. Sie startete richtig durch mit den „Angelique“-Streifen. Dazu war sie auch in Genre-Beiträgen zu sehen wie „Die drei Gesichter der Furcht“ „Die Millionen eines Gehetzten“ und dem Italowestern „Friedhof ohne Kreuze“. Noir-Afficionados sollten auf jeden Fall mal reinschauen.

Rating: $$$$+

Splatter:

1/10

 

 

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