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Maske des Grauens, Die

Info

OT:
La Corrupción de Chris Miller

Jahr: SP 1973
R: Juan Antonio Bardem
B: Santiago Moncada
K: Juan Colpí
M: Waldo de los Rios
D: Jean Seberg, Marisol, Barry Strokes, Rudi Gaebel

Quelle: VHS (UfA Video)

 

Inhalt

Hinter Malerin Ruth Miller (Jean Seberg) und ihrer Stieftochter Chris (Marisol) liegt eine schwere Zeit: Ein Jahr ist’s her, dass Ruths Lover, Chris‘ Vater, bei Nacht und Nebel in den Sack gehauen hat. Chris landete daraufhin in der Klapse, die sie mit einer labilen Psyche und einem ordentlichen Männer-Hass wieder verließ. Ruth hat ebenfalls einen kräftigen Hau davongetragen und wird den Rochus auf den von der Fahne gegangenen Alten nicht los. Nun hocken die Beiden in einem umgebauten Bauernhof in der spanischen Provinz aufeinander.
In diese gespannte *hust* Idylle platzt ein junger Tramp (Barry Strokes), der vor einem kräftigen nächtlichen Guss in der Scheune des Anwesens Unterschlupf sucht. Barney Webster, wie er sich vorstellt, ist wohlgestaltet und überaus charmant. Also sieht Ruth von ihren Rausschmeiß-Plänen ab, und Barney geht den Ladies als Gärtner und im Fall von Ruth auch darüber hinaus zur Hand.
Dass Barney bald auch der frostigen Chris näher kommt, ist der eh schon latent vibrierenden Stimmung nicht zuträglich. So entwickelt sich das Zusammenleben zu einem permanenten Kriegsschauplatz. Darüber hinaus geht in der Region seit zwei Jahren auch noch ein Serienkiller um, dessen Strecke inzwischen an die 60 Opfer umfasst.

Zitate

Ruth: „Ich bin nicht so leicht zu erschrecken.“

Chris: „Vielleicht steckt in uns allen der Wunsch zu töten.“

Barney: „Du stinkende alte Nutte! Du bist das Schlechteste, was ich je im Bett hatte.“

Die Kritik des Gunslingers:

Juan Bardem, Onkel des bekannten Javier, beginnt seinen Psycho-Thrill ganz unpsychisch *lach: Wir sehen Perla Cristál, die ihr Lover noch vor dem Vorspann mit der Briefschere abschlachtet – im wahrsten Sinne. Dabei trägt der Killer eine Melone und eine Charlie-Chaplin-Gummimaske. Hier begebe ich mich aber nicht in irgendwelche Deutungsdschungel (Zwinkern). Es sei nur gesagt, dass ich gegen das Ableben der guten Perla im Übrigen nüscht einzuwenden hatte, denn die deutsche Synchro ist an dieser Stelle mit Verlaub noch fürchterlicher als der Slasher-Mord. Das hätte mir den Rest des Streifens ziemlich verhagelt. Props also an Charlie.
Doch in diesem Ton geht’s nicht weiter, denn schon bald tauchen wir ein in die komplizierte Beziehung von Ruth und Chris. Chris wird immer ganz wuschig, wenn es regnet – und das tut es hier recht oft: Dann bricht ihre Psychose ungefiltert durch, und als Mann sollte man nicht unbedingt in der Nähe sein. Ruth wiederum hat Chris aus der Klapse geholt, um sie nervlich endgültig zu zerrütten. Das versucht sie hinter einer Fassade aus Fürsorglichkeit und Hilfsbereitschaft zu verbergen. Sie denkt nur an Rache an ihrem Ex und möchte sie an Chris statuieren. Nebenher gibt es noch ein starkes Band der Abhängigkeit zwischen den Frauen.
Das alles enthüllt sich aber schrittweise erst im Verlauf des Films. Schlaglichtartige Rückblenden, die auf derbe Erlebnisse in der Vergangenheit hindeuten und mit der Zeit länger werden, der unterschwellige Alkoholkonsum von Ruth, einzelne Andeutungen, Blicke. Und auch Barney hat seinen Rucksack zu tragen. Gesten, Verhalten und sein klebriges Beharrungsvermögen lassen darauf schließen, dass seine Beweggründe andere sind, als der Deal „Knattern gegen Mahlzeit“.
Die Atmo ist durch die Bank aufgeladen, was nicht nur an den guten darstellerischen Leistungen liegt. Auch Kameraarbeit und Score polstern das Ganze schön aus. Allerdings geht der Streifen in einigen Passagen für meinen Geschmack zu sehr vom Gas. Das Cover der VHS-Kassette lässt zwar auf einen derben Slasher schließen, doch bietet der Film nur ganz wenige Gewaltspitzen. Insbesondere wäre hier das Finale mit seinen Schnetzelzeitlupen zu nennen, die jedoch aus heutige Sicht nicht mehr gar so grauslich wirken. Das Ende wirkt ein wenig angepappt, vermutlich, um der „Crime-doesn‘t-pay“-Philosophie Genüge zu tun. By the way: Ich muss doch noch mal nachrecherchieren, wie lange Erbsenkeimlinge brauchen, um eine Asphaltdecke zu durchstoßen (Zwinkern).

Rating: $$$$

Splatter:

4/10

 

 

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