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Info

OT:
Miller's Crossing
Jahr:
USA 1990
R, B: Joel Coen, Ethan Coen
B: Ethan Coen
K: Barry Sonnenfeld
M: Carter Burwell
D: Gabriel Byrne, Marcia Gay Harden, Albert Finney, Jon Polito

Quelle: TV (ServusTV)

 

Inhalt

Eines Tages wird der lokale Gangsterboss Johnny Caspar (Jon Polito) beim großen Zampano Leo O’Bannon (Albert Finney) vorstellig: Caspar bittet O’Bannon, den windigen Buchmacher Bernie Bernbaum (John Turturro) zu eliminieren, der ihm immer wieder die Marge in seinen getürkten Boxkämpfen versaut. Leo lehnt entgegen dem Rat seines Beraters und Spezls Tommy Regan (Gabriel Byrne) ab. Grund eins: Leo kassiert sowohl von Caspar als auch von Bernbaum Schutzgeld. Grund zwei: Leo knattert mit Bernies Schwester Verna (Marcia Gay Harden), für die er seine Hand über ihren Bruder hält.
Caspar rauscht stinkesauer ab. Als kurz darauf einem von Leo’s Leuten der Gashahn zugedreht wird, wittert der sofort Caspar hinter dem Kill. Mit Hilfe der geschmierten Seilschaften in Bullerei und Politik macht Leo seinem Kontrahenten ab sofort das Leben und vor allem das Geschäftemachen schwer. Tommy schmeckt das alles gar nicht. Denn erstens kann er den schmierigen, hinterfotzigen Bernie nicht leiden, dessen Ableben er als guten Preis für den Erhalt des Friedens erachtet. Zweitens ahnt er, dass Caspar sowieso nicht hinter dem fraglichen Mord steckt.
Also legt er sich einen fein ausgetüftelten Plan zurecht, der jedoch leider mit etlichen Kollateralschäden verbunden ist. Und auch auf die eigene körperliche Unversehrtheit kann Tommy nur bedingt Rücksicht nehmen. Zumal dafür auch seine hohen Spielschulden nicht gerade zuträglich sind.

Zitate

Caspar: „Als Geschäftsmann muss man sich doch darauf verlassen können, dass man mit einem getürkten Kampf was verdient.“

Leo (zu Caspar): „Du wirst genauso groß, wie ich dich werden lasse und kein bisschen mehr. Vergiss das nie wieder.“

Gangster: „Der alte Herr ist immer noch ein Künstler mit der Thompson.“ (Leo ist nach wie vor ein As mit der MPi)

Tommy: „Versuch nicht zu denken, Eddie, sonst verrenkst du dir was.“

Eddie (J.E. Freeman): „Halt’s Maul, oder hast du vielleicht zu viele Zähne im Mund?“

Caspar: „Immer eine ins Hirn verpassen.“

Die Kritik des Gunslingers:

Nachdem die Coen-Brüder mit ihrem zweiten Streifen einen Ausflug in die Komödie unternommen hatten, kehrten sie im Nachfolger wieder zum Film noir zurück. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: „Miller“ ist nicht im eigentlichen Sinne ein Film noir, sondern erheblich angereichert mit Elementen des klassischen Gangsterfilms.
Liebevoll und mit Sinn fürs Detail ausgestattet, präsentiert sich eine verwickelte Geschichte, in der die Motive des Protagonisten bis zum Schluss rätselhaft bleiben. Tom dient wechselnden Herren, ohne aber von seinem eigentlichen Ziel abzuweichen. Nach dem Bruch mit Leo – der ihn handgreiflich rauswirft, als Tommy ihm sein Kröschen mit Verna gesteht – steht er stante pede bei dessen Gegner Caspar auf der Matte, um sich anheuern zu lassen. Als Meister der Ränke gelingt es Tommy, seinen Einfluss beim nahe am Wahnsinn gebauten Johnny immer weiter auszubauen und seine Widersacher sauber zu exen. Gabriel Byrne spielt einen extrem rätselhaften Charakter, der offensichtlich ohne Skrupel seinen Weg geht. Bis sich am Ende seine Motivation enthüllt.
Bei aller Gewalttätigkeit blitzt immer wieder der typische Coen-Schalk auf: So fängt etwa der bullige Frank (Mike Starr) fast zu flennen an, als ihm Tommy zur Verteidigung einen Schemel über die Rübe zieht. Statt nun Tommy in Stücke zu reißen, rennt Frank raus und holt seinen viel kleineren und älteren Kumpel Tic-Tac (Al Mancini), der Tommie dann kräftig einschenkt. Oder die korrupten Stadtväter, die mindestens so häufig wie Tommie die Seiten wechseln, der ihnen immer wieder in den Vorzimmern des jeweiligen Bosses begegnet. Running Gag sozusagen.
Die Kameraarbeit ist einmal mehr exquisit. Hier besorgte Barry Sonnenfeld zum dritten und letzten Mal die Fotografie für die Coens. Danach wandte er sich eigenen Regiearbeiten im Blockbusterbereich zu wie „Men in Black“, „Addams Family“, „Wild Wild West“. Das erste Mal im Coen-Universum dabei waren Steve Buscemi und John Turturro. Letzterem schusterten die Brüder in ihrem folgenden Streifen „Barton Fink“ sogar die Hauptrolle zu. Ethan Coens spätere Gattin Frances McDormand hat einen sehr schönen Cameo-Auftritt, genauso wie Sam Raimi, ein alter Spezl der Coens: Ethan hatte ein paar Jahre zuvor ein wenig mitgewerkelt an Raimis Regie-Debüt „Tanz der Teufel“.

Rating: $$$$+

Splatter:

3/10

 

 

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