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Info

OT: 
No Country for old Men

Jahr: USA 2007
R, B:
Joel & Ethan Coen
K:
Roger Deakins
M:
Carter Burwell
D:
Josh Brolin, Tommie Lee Jones, Javier Bardem, Garrett Dillahunt

Quelle: TV (ZDF)

 

Inhalt

Llewelyn Moss (Josh Brolin) lebt mit Gattin Carla-Jean (Kelly MacDonald) friedlich in einer Art Trailerpark. Ab und an zieht’s den Viet-Vet in die umgebende Pampa, um ein bisschen unter den dort residenten Antilopen zu wildern. Auf einem seiner Jagd-Trips stößt er auf die Überreste eines offensichtlich gründlich verpatzten Drogengeschäfts zwischen Gringos und Mexikanern: Reichlich Kadaver und durchlöcherte Karren zieren den Schauplatz, auf einem der Pick-Ups liegen noch die vollen Heroin-Säcke; bei einer weiteren Leiche findet Moss einen Koffer mit zwei Millionen Scheinen.
Moss schnappt sich den Koffer und schiebt ab zu Carla-Jean, macht dann aber einen entscheidenden Fehler: Da auf dem Schlachtfeld noch ein Schwerverletzter lag, fährt er des Nachts noch mal hin, um diesem Wasser zu bringen. Hier fällt er fast in die Hände eines Mexikaner-Rudels, das dort noch dem Rechten sieht. Er kann den Mexen zwar entwischen, die aber sind durch seinen Wagen auf ihn aufmerksam geworden. Moss verfrachtet Carla-Jean in den Bus zu Muttern; er selbst taucht mit den Pennunzen ab, in der Hoffnung, dass der Mob seine Spur verliert.
Die Chancen stehen schlecht, denn der Koffer ist mit einem Peilsender präpariert. Nun hängen ihm nicht nur die Mexikaner an den Hacken, sondern auch der Freelancer Anton Chirgurh (Javier Bardem), dem sein Job dazu so richtig Spaß macht, und der durch die Gringo-Gangster beauftragte Profi Carson Wells (Woody Harrelson). Mitten drin steht der knochentrockene Sheriff Ed Bell (Tommy Lee Jones), der nur zu gerne dem Ruhestand entgegen sieht, aber vorher noch die Moss’ vor dem Schlimmsten bewahren möchte.

Zitate

Moss: „Quatsch weiter so, und ich schlepp dich nach hinten und bums dich durch.“ – Carla-Jean: „Machst du ja doch nicht.“

Bell: „Dass’n Auto so brennen kann, hätte ich nicht gedacht.“ – Deputy Wendell (Garrett Dillahunt): „Wir hätten Würstchen mitbringen sollen, Sir.“

Moss: „Hab’ alles ausgegeben: 1,5 Millionen für Nutten und Whiskey, und der Rest ist auch irgendwie versickert.“ (Der Spruch ist geklaut, aber gut, liebe Gemeinde)

Bell: „Die Jungs sind offensichtlich eines natürlichen Todes gestorben.“ – Wendell: „Wie meinen Sie das, Sir??“ – „’Natürlich’ im Sinne ihres ausgeübten Berufs.“ (Bell kommentiert die von Chigurh abservierten Mex-Bandidos)

Carla-Jean: „Es ist nicht nötig, dass Sie mir was tun.“ – Chigurh: „Nein, aber ich habe es versprochen.“ (Da höre ich doch Kumpel Sentenza, nech)

Die Kritik des Gunslingers:

Mit ihrem Western-Film-noir-Thriller-Dramolett spielen die von mir hoch verehrten Coen-Brüder wieder in ihrer eigenen Liga. Das sahen auch andere so und spendierten dem Streifen unter anderem vier lachende Oscars.
Selbst in Szenen, die eigentlich vordergründig ereignislos sind, wenn etwa die Kamera die texanische Landschaft einfängt, gelingt es den Coens, eine Vibration voller Spannung und Erwartung zu erzeugen. Das ist meisterhaft, liebe Freunde. Ganz großes Kino sind dazu die Hauptdarsteller. Javier Bardem etwa als unbezwingbar, schier unfassbarer Knipser Chigurh: ein Psychopath, bedrohlich, sanft dabei und fast übernatürlich mobil. Er ist zuständig für die skurrilsten Morde, die er beispielsweise mit einem gasbetriebenen Bolzenschuss-Gerät begeht. Eine der wirklich dichtesten Szenen ist die, in der er einen völlig verängstigten Tankstellenpächter in ein Spiel auf Leben und Tod zieht, ohne dass dieser etwas davon mitkriegt. Das wiederholt er später in etwas anderer Form mit Carla-Jean.
Der Routinier Tommy Lee Jones stattet seinen Sheriff mit der landestypischen und damit schon fast wieder klischeeesken – was für ein Wort ;-) – Lakonie aus. Knorrig, cool und abgeklärt bewegt er seinen Arsch bis zuletzt kaum aus dem heimischen Distrikt heraus und kommt trotzdem voran. Und auch Josh Brolin hat mir gut gefallen: Zwar ist Moss nur ein kleines Licht, das hofft, nun das große Los gezogen zu haben und zu überleben, doch in die Enge getrieben, erweist er sich als gefährlicher Gegner.
Neben den von den Coens erwarteten Brutalitäten, findet sich immer wieder Platz für (schwarz-) humorige Episoden. Etwa der vierschrötige US-Grenzer, der den aus Mexiko kommenden Moss auseinander nehmen will, nach Kenntnis von dessen Vietnam-Vergangenheit aber die Servilität in Person wird. Oder Chigurh, der erst den Duschvorhang zuzieht, bevor er durch diesen einen wimmernden mexikanischen Gangster erledigt: könnte ja sonst die Auslegware beschmutzt werden.
Hinter den Kulissen werkelten mit dem Briten Roger Deakins und Carter Burwell wieder zwei bewährte Coen-Spezis. Allerdings keine Höchstnote wegen des für meinen Geschmack zu schnell abgefackelten Finales.

Rating: $$$$+

Splatter:

4/10