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Nylonschlinge, Die

Info

OT: 
Die Nylonschlinge

Jahr: D/CH 1963
R: Rudolf Zehetgruber
B: Fred Ingler („Fred Ignor“), Thomas Engel
K: Otto Ritter
M: Walter Baumgartner
D: Dietmar Schönherr, Helga Sommerfeld, Gustav Knuth, Ernst Schröder, Ady Berber

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar

 

Inhalt

Eigentlich wollte Inspektor Powers im Londoner Nachtclub „Esquire“ einen Erpresser hochnehmen, doch dann blieb ihm die kurzerhand Luft weg: Am Ende der Darbietung von *hust* Schönheitstänzerin Nicole („Laya Raki“) dreht ein Unbekannter dem Inspektor mit einer Nylonschlinge den Hahn zu.
Genug Anlass für Scotland Yard, den mit allen Wassern gewaschenen Inspektor Eric Harvey (Dietmar Schönherr) ins Rennen zu schicken. Der Fall kriegt einen zusätzlichen Spin, als der Killer nicht nur einen weiteren armen Wicht (Karl Scherrer) ins Jenseits stranguliert, sondern auch dem Inspektor an die Wäsche will. Die dürftigen Spuren führen nach Elford Manor, Sitz des gleichnamigen Lords (Gustav Kloster). Der betreibt im Keller nicht nur obskure Forschungen an Mumien aus den Schlosskatakomben, sondern vermietet sein Chateau auch als Tagungszentrum an wohlhabende Geschäftsleute.
Auf Elford Manor haben sich daher ein paar stinkreiche Geldsäcke zusammengefunden, um eine Ölgesellschaft zu gründen, die ebenfalls teilweise Erpresserbriefe erhalten haben. Ort der Geldübergabe ist immer das „Esquire“. Außerdem pflegt Junior-Lord Sir David (Alex Freihart) ein Kröschen mit besagter Tanzmaus Nicole. Harvey zeckt sich also im Schloss ein und geht den Anwesenden, unter denen er den Würger vermutet, dabei mehr oder minder kräftig auf den Sack. Und auch unser Killer bleibt weiter am Ball.

Zitate

Lord Elford: „Ich bin Wissenschaftler … Mein Forschungsgebiet ist der Tod.“ – Harvey: „Meines auch.“

Harrison (Ernst Schröder): „Sentimentales Geschwätz! Ich will keine Dankbarkeit, sondern bedingungslosen Einsatz!“

Die Kritik des Gunslingers:

Der spätere Schweizer „Exploitation-König“ Erwin C. Dietrich sprang mit diesem Streifen auf den rollenden Edgar-Wallace-Express auf. Er produzierte in dieser Manier – ich glaube – zwei Krimis; das zweite Werk war „Der Würger vom Tower“. Regisseur war hier der Österreicher Rudolf Zehetgruber, der ein ziemlich wüstes Konvulut an Drehbuch umsetzen musste … und das bei vermutlich denkbar knappem Budget.
So weist der Film zwar formal die typischen Wallace-Merkmale auf: Schauplatz London und Umgebung, ein unheimliches Herrenhaus, wallende Nebel, bizarre Morde und eine Rutsche Verdächtiger, die sich ein wackerer Yard-Mann vorknöpfen muss. Doch im Gegensatz zur „echten“ Wallace-Reihe, gibt’s hier nur ein schwachbrüstiges Zerrbild, das besonders atmosphärisch abstinkt. Die Sets sind sparsam bis armselig eingerichtet und haben so gar nichts von einem adeligen Landsitz. Auch die Szenen im Club, der interessanterweise mal „Esquire“, mal „Eva-Bar“ heißt, scheinen eher in einer Berliner Garage gedreht als in einem schwülen Stripladen. Das reißt auch die schöne „Laya Raki“ nicht raus, die sich ein wenig langatmig der Kamera räkeln darf. Die Katakomben sind reines Pappmachée; doch gelingen hier die atmosphärischsten Szenen des Streifens.
Aber auf der anderen Seite – und das macht den Film wiederum sehr sympathisch – füttert er liebevoll unser Trash-O-Meter. Das geht los bei den erwähnten Cheapo-Kulissen nebst Plaste-Skeletten und reicht bis zum Panoptikum der Charaktere. Da haben wir nicht nur den im Hobbykeller forschenden Lord, sondern auch das Mutter (Hedda Ippen)/Platinblonde-Schlampen-Tochter (Chris van Loosen) – Gespann, das sich um den so kriminellen wie farblosen Privatsekretär (Curt Beck) balgt, bis hin zum ermittelnden Inspektor, der die süße Bankiers-Nichte (Helga Sommerfeld) heftig umbalzt. Nun ja, und zum Schluss gibt’s ja auch Ady Berber: Der ist Henry, nach einer selbstlosen Rettungstat heftig verunstaltet und zu einem Leben in den Katakomben verdammt, wie weiland das Phantom der Oper ;-).

Rating: $$$- (Trash: $$$$-)

Splatter:

1/10

 

 

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