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Panic Button

Info

OT: 
Panic Button

Jahr: GB 2011
R, B: Chris Crow
B: Frazer Lee, John Shackleton, David Shillitoe
K: Simon Poulter
M: Mark Rutherford
D: Jack Gordon, Scarlett Alice Johnson, Ellen Rhys, Michael Jibson

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

Ist doch schön, wenn man was geschenkt kriegt, nech? Eben. Und genauso empfinden Max (Jack Gordon), Jo (Scarlett Alice Johnson), Gwen (Ellen Rhys) und Dave (Michael Jibson), vier Nutzer des sozialen Netzwerks „all2gethr.com“, denen eben dieses per Glückslos eine Privatflugreise nach New York spendiert. Dass die Vier vor dem Start ihre Smartphones abgeben müssen, sorgt zwar für eine vorübergehende Eintrübung der Stimmung, doch Stretch-Limo und luxuriös ausgestatteter Learjet vertreiben rasch diese leichten Verwerfungen.
Nach dem Start soll’s zum Zeitvertreib ein Online-Spielchen geben, bei dem wieder fette Preise winken. Da sagt man nicht nein, und schon ist man drin im Schlamassel, denn ein vorzeitiger Ausstieg ist nach Beginn nicht mehr möglich. Das Spiel, geleitet von einem Alligator-Avatar, dreht sich vordergründig um das Online-Verhalten unserer vier Glückskinder, wird aber schnell sehr persönlich. Zumal der Spielleiter offensichtlich gut vorbereitet ist und selbst intimste Details aus dem Leben der Teilnehmer kennt.
Aufmüpfigkeit oder sonstige Verstöße gegen die AGB werden drakonisch bestraft, nämlich mit dem Tod eines willkürlich ausgewählten all2gethr-Freundes, der dann auch noch live zu bestaunen ist. Und es kommt noch schlimmer: Ab Spielrunde Drei teilt der Spielleiter „Aufgaben“ zu, die innerhalb von 45 Minuten zu erfüllen sind, ansonsten stirbt ein Familienmitglied.
Angesichts der rasch ansteigenden Scheißelawine, unter der unseren Vier zunehmend die Luft wegbleibt, ist es außerdem kaum noch überraschend, dass das Ziel des Horrorflugs bestimmt nicht New York ist. Die Lage scheint hoffnungslos.

Zitate

Halten Sie sich bereit für die Reise Ihres Lebens.“ (Bordlautsprecherdurchsage vor dem Start)

Alligator: „Ich weiß, dass es schwer für Sie ist, Dave. Aber ich will, dass Sie an die Konsequenzen denken.“

Alligator: „Danke für ein sehr unterhaltsames Spiel. Hier ging es ums Ganze. Danke.“ (Das heißt aber nicht, dass jetzt Schluss ist (wink))

Die Kritik des Gunslingers:

Die Form des Kammerspiels bietet sich an, um trotz eher kleinem Budget weit zu kommen. Was allerdings pennunzenschonend ist, stellt auf der anderen Seite deutlich höhere Anforderungen an Story und Darsteller: Effekte und optische Sperenzien scheiden als Ablenkungsmanöver von Unzulänglichkeiten in Plot und Cast weitgehend aus.
Regisseur Chris Crow hat in seinem kleinen, fiesen Psychothriller einiges richtig gemacht. Klar gibt es Story-Löcher: Bei aller potenzieller Mitteilsamkeit von Internetnutzern ist das enorme Detailwissen des „Alligators“ zu seinen Passagieren oder besser Geiseln doch ein wenig üppig. Aber so etwas sollte man auch nicht überbewerten. Im Gegensatz zu anderen Streifen, die die durch die „Saw“-Reihe angeschobene Welle reiten, hat sich das Drehbuch Gedanken um eine Botschaft gemacht. Denn letztlich fahren sich unsere Protagonisten nur in die Scheiße, weil sie das übliche Online-Nutzerverhalten wie die meisten von uns an den Tag legen: Geschäftsbedingungen werden einfach durchgeklickt und angenommen, die Nutzerprofile in Foren etc. enthalten Informationen, die man besser nicht öffentlich machen sollte; man hat keine Probleme, in der vermeintlichen Anonymität des Netzes zu mobben, zu pöbeln, zu lügen oder sich Gewaltvideos und härteste Pornographie reinzuziehen. Insofern kann man diesen Streifen durchaus als Aufruf zu bewussterem Umgang mit dem Medium Internet verstehen.
Der Streifen bleibt über die ganze Laufzeit am Gas. Das ist nicht nur den brutalen Spielbedingungen geschuldet, sondern auch den vier Darstellern. Die liefern glaubhaft die ganze Emo-Palette ab, die von der Ausgelassenheit eingangs in verzweifelte Ohnmacht gleitet, als halbherzige Versuche, sich gegen den anonymen Spielleiter zu solidarisieren, aus Angst scheitern. Am Ende gibt’s sogar noch einmal einen zusätzlichen, bitteren Twist. Dazu ist das Ganze noch so gut fotografiert, dass die Atmo trotz des geringen Budgets immer stimmig bleibt.

Rating: $$$$

Splatter:

3/10

 

 

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