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Point Blank

Info

OT:
Point Blank

AT:
Point Blank – Keiner darf überleben

Jahr: USA 1967
R: John Boorman
B: Alexander Jacobs, David & Rafe Newhouse
K: Philip H. Lathrop
M: Johnny Mandel
D: Lee Marvin, Angie Dickinson, John Vernon, Keenan Wynn 

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Gangster Mal Reese(John Vernon) hat Probleme: Mehr als 150 Riesen schuldet er dem Mob. Daher überredet er seinen Kumpel, den eher braven Werftarbeiter Walker (Lee Marvin), ihm bei einem „totsicheren“ Ding zu assistieren und ein paar Gangstern eine Menge Pennunzen abzunehmen. Der Coup auf der Gefängnisinsel Alcatraz gelingt. Leider ist aber nicht so viel im Pott, wie von Reese erhofft, um seine potenziell gesundheitsschädlichen Außenstände beim Syndikat zu tilgen. Also verpasst er Walker eine Ladung Blei und krallt sich auch dessen Anteil nebst Ehegespons Lynne (Sharon Acker).
Walker aber überlebt und gelangt sogar von Alcatraz zurück aufs Festland. Nach einem Jahr ist er soweit hergestellt, um die Dinge wieder richtig rücken zu können: Rache und seinen Anteil aus dem Alcatraz-Coup, immerhin 93.000 Scheine. Hilfestellung gibt ihm der mysteriöse Yost (Keenan Wynn), der Kontakt zu ihm aufnimmt: Yost bietet Walker Unterstützung an, um Reese zur Strecke zu bringen, wenn ihm Walker dabei hilft, das Syndikat zu übernehmen.
Die Organisation, in der Mal inzwischen aufgestiegen ist, wird rasch hellhörig, denn Walkers Suche nach Reese wirbelt Staub auf. Doch Walker geht unaufhaltsam seinen Weg, unterstützt von Lynnes Schwester Chris (Angie Dickinson).

Zitate

Lynne: „Es muss wunderbar sein, tot zu sein.“

Walker: „Die meisten Unfälle passieren keine fünf Meilen von zuhause weg.“

Carter (Lloyd Bochner): „Was für einen Unfug fabrizieren Sie jetzt wieder, Reese?“

Walker: „Ich weiß, jetzt möchtest du lieber schlafen, aber ich bin noch nicht ganz fertig mit dir.“

Brewster (Carroll O’Connor): „Sie wissen zu wenig über Kapitalgesellschaften, Walker.“

Die Kritik des Gunslingers:

Nach seinem Filmdebüt, der englischen Komödie „Fangt uns, wenn ihr könnt“, die die Beatcombo The Dave Clark Five, in den Fokus stellte, verschlug es John Boorman in die USA. Mit seinem Hollywood-Erstling „Point Blank“ gelang ihm gleich ein fulminanter Startschuss, der in Sachen Stil und Lee Marvin (Zwinkern) die Thriller-Messlatte einige Inches höher legte. Der Streifen war übrigens der erste, der in Alcatraz gedreht wurde.
Was direkt auffällt ist das feine Farbmanagement des Films. Die extravaganten Klamotten vor allem der Ladies sind abgestimmt auf die fantastischen Sets: vom Sportwagen bis zum Luxus-Penthouse-Appartment. Trotz der fetten Technicolour-Ladung, gibt’s einen fröstelnden Neo-Noir auf die Netzhaut. Gefühlsmäßig weitgehend abgekühltes Personal ohne Bezugspunkte begegnet sich in Appartments, Parkhäusern, auf Treppen oder im Auto. Man ist auf der Durchreise. Macht und vor allem Geld sind die Triebkraft, die hinter allem Handeln steht. Angefangen bei Reese, der seinen Freund ohne zu zögern für dessen Beuteanteil niederballert, bis zu Walker, der immer wieder seine 93.000 Mücken einfordert. Geradezu wie ein Mantra.
Interessant dabei ist auch die Organisation, wie sie hier nur heißt: Da ist nix von Gangsterromantik oder meinetwegen –bösartigkeit. Es geht emotionslos nur ums Geschäft: ob man nun irgendwelche Waren verschiebt oder Leute umnieten lässt. Ein ganz normaler Wirtschaftsbetrieb. Die Ausleuchtung ist klassisch, ebenso wie die prominente Rolle, die hier Spiegeln zukommt. Symbole für Doppelbödigkeit und Zerrissenheit. Darüber hinaus gibt es typische Reminiszenzen an den Zeitgeist wie psychedelisch ineinander verlaufende Badeessenzen oder die Nachtclubszene, in der Soulsänger Stu Gardner alles gibt.
Lee Marvin trägt den Streifen neben der fantastisch aussehenden Angie Dickinson im Alleingang. Er ist die typische Rachefigur, die eigentlich eher im Western zu Hause ist: Wortkarg, fokussiert und konsequent geht sie ihren Weg, gleichgültig dem eigenen Schicksal gegenüber. Bemerkenswert ist, dass Walker trotz einer annehmbaren Leichendichte niemanden selber umlegt. In einer tollen Szene bearbeitet Chris den stoischen Walker wie von Sinnen mit Faustschlägen. Der lässt alles ohne Gegenwehr an sich abprallen wie ein Felsblock, bis Chris erschöpft zu Boden sinkt.
Immer wieder erleben wir durch Walkers Brille Rückblenden auf die auslösenden Geschehnisse in Alcatraz. Es gibt überlappende Geräusche wie laute Schritte, die sich durch mehrere Szenen ziehen. Zusammen mit den seltsamen Bild- und Zeitsprüngen lässt sich die oft geäußerte Ansicht untermauern, dass sich sämtliche Ereignisse nur in der Fantasie des sterbenden Walkers abspielen. Zumal der Streifen auch auf Alcatraz seinen Abschluss findet. Wie auch immer: große Klasse.

Rating: $$$$$

Splatter:

2/10

 

 

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