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Policeman Luc Merenda

Info

OT: 
Il Commissario Verrazzano

Jahr: I 1978
R: Franco Prosperi
B: Franco Bottari
K: Cristiano Pogary
M: Lino Corsetti
D: Luc Merenda, Giacomo Rizzo, Janet Agren, Maria Baxa

Quelle: VHS (BB Video)

 

Inhalt

Inspektor Verrazzano (Luc Merenda) ist nicht gerade das, was man als Aushängeschild der römischen Polizei bezeichnen möchte: Illegalen Glücksspielen und Pferdewetten nicht abgeneigt, genauso wenig wie dem Knattern verheirateter Frauen, sind seine Fahndungserfolge eher dem Commissario Zufall geschuldet, denn akribischer Polizeiarbeit.
Die ruhige Kugel gerät ins Trudeln, als die schöne und reiche Galeriebesitzerin Giulia Medici (Janet Agren) um Hilfe anheischig wird: Ein anonymer Brief lässt den nur wenige Wochen zurück liegenden Selbstmord ihres Bruders in einem anderen Licht erscheinen. Verrazzano ziert sich erst, den bereits bei den Akten schlummernden Fall neu anzugehen, steigt dann aber trotzdem in die Fahndungsarbeit ein. Er stößt auf ein gut organisiertes Syndikat mit unbekannter Führungsspitze, das in Sachen Glücksspiel und Kreditwucher aktiv und in der Wahl seiner Mittel nicht zimperlich ist. Auch der selbst entleibte Herr Bruder der Medici war hier als Kredithai übelster Sorte tätig, um seine eigene Spielsucht vermögenschonend zu finanzieren. Der Selbstmord entpuppt sich bald in der Tat als nicht so selbst, und die frisch neu verheiratete Witwe Kora (Maria Baxa) sowie ihr Gatte Marco Verelli (Chris Avram), ein schwerer Junge aus Nizza, geraten in den Fokus der Ermittlungen.
Als Verrazzano tiefer prökelt, müssen dies erst sein Kater Chino und dann seine Flamme Rosy (Luciana Paluzzi) mit ihrem Ableben zahlen. Der Inspektor wird aufgrund persönlicher Befangenheit suspendiert, kann nun aber auch mit harten Bandagen weiter einsteigen.

Zitate

Männergespräche zwischen Verrazzano und seinem Kater über Giulia Medici:

„Die hat einen Arsch, da wird ein toter Mann zum Lustmolch.“

„Weißt du, wer zum Essen kommt? Das fabelhafte Stück Arsch von gestern.“

Die Kritik des Gunslingers:

Zwar kein Polizeiactioner der harten Schule, nimmt sich der Streifen aber Zeit um seine Charaktere plastisch zu zeichnen. Selbst die Nebenfiguren kommen dank des ausgearbeiteten Skripts über den bloßen Abziehbildstatus hinaus: Dafür genügen kürzeste Einstellungen ohne ausführliche Exposition. Das gilt für Verrazzanos Kollegen Baldelli (Giacomo Rizzo) genauso wie für Kora und selbst für den irgendwie integren Polizeispitzel Civetta (Edmondo Fieghi).
Vor allem die darstellerischen Leistungen sind's, die den Film über den Schnitt hieven. Allen voran natürlich Luc Merenda, dessen oberflächlicher Bulle trotz einiger kräftiger Nackenschläge auch am Ende nüscht gelernt zu haben scheint. So ruft er, als die Täter dingfest sind, nicht etwa seine Kollegen an, um die Verhaftung vorzunehmen, sondern seinen Buchmacher, um die Wetten fürs nächste Pferderennen zu platzieren. Sehr gut auch Giacomo Rizzo, Edmondo Fieghi sowie bei den Ladies vor allem Maria Baxa, Luciana Paluzzi und Patrizia Gori.
Action ist hier eher rar, dann aber gut inszeniert und mit einigen schönen Härten. Als etwa die auf einem Bike vor Verrazzano türmenden Gangster unter einen Laster schliddern, und der unbehelmte Schädel des Fahrers mit einem laut vernehmbaren „Bonk“ an die Karosserie schleudert, alle Achtung. Des weiteren haben wir ein paar eher dezente Nacktheiten, eine angedeutete Vergewaltigung und einige sehr putzige Clubszenen. Auch der Score ist nicht spektakulär, bietet jedoch solide Unterhaltung, die von Spät-70er-Plastik-New-Wave und Italo-Disco reicht, bis zu bekannten Mustern mit Trompete, Funkgitarre und Streichern.
Die deutsche Synchro ist suboptimal: So versteigt man sich beispielsweise auf die Anrede „Mrs.“ für die Ladies anstatt hier das passendere italienische Gegenstück zu wählen, und wer kam bloß auf diesen selten dämlichen deutschen Titel?

Rating: $$$$

 

 

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