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Protocol - Jeder Tod hat seinen Preis, The

Info

OT: 
Le nouveau Protocole

Jahr: F 2008
R: Thomas Vincent
B: Thomas Vincent, Eric Besnard
K: Ludovic Naar
M: Krishna Levy
D: Clovis Cornillac, Mari-Josée Croze, Stéphane Hillel, Dominique Reymond

Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Raoul Kraft (Clovis Cornillac), Besitzer eines kleinen Sägewerks, packt am liebsten selbst mit an, wenn's in den Wald zum Holzeinschlag geht. Dieses beschauliche Leben hat ein Ende, als sein Sohn Franck bei einem Autounfall stirbt. Bereits am selben Tag macht sich Diane (Marie-Josée Croze) an Raoul ran, die mit Franck im Telefonkontakt stand.
Diane ist eine Aktivistin, die sich nach dem Tod ihres Mannes aufgrund eines fehlerhaften Gerinnungshemmers, intensiv dem Kampf gegen die Pharmaindustrie widmet. Auch Franck hatte wegen seiner Migräne an einer klinischen Studie des Multis Hexalor teilgenommen, der nach Dianes Theorie für den Shareholder-Value über Leichen geht. Erst lässt der bodenständige Raoul die quirlige Diane nach allen Regeln der Kunst abfahren, wird aber nachdenklich, als verschiedene Tests ergeben, dass sich Francks Unfall unmöglich hatte so ereignen können.
Er sucht nun doch die Nähe von Diane und ihrer Aktionsgruppe, von denen er sich Unterstützung im Kampf um Aufklärung erhofft. Es entwickelt sich ein regelrechter Feldzug gegen Hexalor, in dessen Verlauf es immer einsamer um Raoul wird, der sich zunehmend in die Illegalität begibt. So ist bald nicht nur die Polente hinter ihm her: Genauso schwer wiegen die Zweifel an Dianes Verschwörungstheorie, die immer wieder neue Nahrung erhalten.

Zitate

Prof. Pleynel (Stéphane Hillel): „Es besteht absolut keine Gefahr, außer der, geheilt zu werden.“ (… wenn man's nur glauben könnte)

Diane: „Früher war ich auch mal ein ganz normaler Mensch. Die Grenze ist schmal.“

William (Gilles Cohen): „Für die (die Pharma-Industrie) ist es wichtiger, Ihnen zu beweisen, dass Sie krank sind, als ein Mittel zu finden, das Sie kuriert.“

Die Kritik des Gunslingers:

Tja, das können sie echt, die Gallier: saftige Politstreifen im weitesten Sinne, die trotz Message nicht mit dem Erhobenen daherkommen, falls ihr wisst, was ich meine. Thomas Vincent mischt in seine pharmakritische Botschaft noch kräftig Elemente des Paranoia-Thrillers, und macht damit alles richtig.
So schenkt der Streifen der Pharmaindustrie einerseits ordentlich ein, prangert beispielsweise die Tests nicht zugelassener Medikamente in der Dritten Welt an. Tests, die zudem nicht der Entwicklung von Heilmitteln gegen die großen Seuchen gelten, sondern der von Luxusmedizin: von Antiglatz, über Fett-Wech bis zu Popp-Pillen. Denn Geld, liebe Freunde, wird nicht mit den Krankheiten der Armen verdient. Dies kommt dann doch etwas dozierend übern Sender. Andererseits verfällt der Film nicht in Schwarz-Weiß-Malerei, sät immer wieder Zweifel an der Richtigkeit von Dianes fanatischem Feldzug gegen Hexalor. Und er ermutigt zu der Frage, welche Schuld wir alle an den Geschäftspraktiken der Pharma-Industrie tragen. Am Ende versagt uns der Film nicht nur ein Happy-End, sondern selbst einen tröstlichen Ausblick.
Toll sind die Darsteller. Besonders gut gefallen hat mir hierbei Dominique Raymond als zwar unsympathische, aber rhetorisch mit allen Wassern gewaschene Pharma-Schlange. Doch auch Clovis Cornillac und Marie-Josée Croze wissen zu überzeugen, was die Wirkung des Streifens noch verstärkt.

Rating: $$$$

Splatter:

3/10

 

 

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