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Pusher - Trilogie

Info

OT:
Pusher 1, 2, 3

Jahr: DK 1996 - 2005
R, B:
Nikolas Winding Refn
B:
Jens Dahl
K: Morten Soborg
M: Peter Peter
D: Kim Bodnia, Mads Mikkelsen, Zlatko Buric, Kurt Nielsen, Slavko Labovic, Laura Drasbaek, Anne Sørensen, Leif Sylvester, Marinela Dekic, Ilyas Agac

Quelle: DVD (Galileo Medien AG)

 

Inhalt

Pusher (I):

Der Drogendealer Frank (Kim Bodnia) geht in Kopenhagen mit seinem unterbelichteten Kollegen Tonny (Mads Mikkelsen) seinen täglichen Geschäften nach. Seit Jahren pflegt er einen recht eintönigen Tagesablauf, der ihn gefühlsmäßig abgestumpft hat – tagsüber werden leger die „Geschäfte“ mit seinen abgerissenen, süchtigen Kunden getätigt, abends wird die Penunze in Bars und Nobel-Discos unters Volk gebracht.
Leider geht der Lifestyle auch ins Geld; solange täglich frische Kohle reinkommt, ist das Frank eigentlich egal, bis ihn eines Tages der serbische Großdealer Milo (Zlatko Buric) an an noch ausstehende Verbindlichkeiten erinnert. Da trifft sich’s günstig, dass justamente ein ehemaliger Knastkollege aus Schweden rein zufällig eine größere Menge Heroin einkaufen möchte. Frank könnte mit dem Deal auf einen Schlag seine Schulden tilgen und ordert bei Milo die Droge auf Kommission.
Das Geschäft platzt, der Schwede war V-Mann der Polente und auf der Flucht versenkt Frank das Pulver unwiederbringlich in einem Teich.
Nun steht er mit 230.000 Kronen bei den Serben in der Kreide, und die finden das überhaupt nicht lustig. Frank, der sich mit seinen Versuchen den Kies aufzutreiben, nur noch tiefer in die Scheiße reitet, bekommt eine letzte Frist: zwei Stunden, sonst wird Radovan (Slavko Labovic), Milos sensibler Mann fürs Grobe, aktiv und bei dem hat noch jeder gezahlt, sei's auch mit der Kniescheibe.

Pusher II – With Blood On My Hands:

Tonny kommt nach ein paar Jährchen Zwangsaufenthalt hinter Gittern wieder in Freiheit.Mit guten Vorsätzen im Gepäck muss er allerdings erkennen, dass sein Umfeld nicht gerade vor Euphorie sprüht, gilt Tonny doch allgemein als minderbemittelter „Seuchenvogel“ und chronischer Loser. Keine Aussicht auf einen vernünftigen Job, die Ex-Freundin (Anne Sørensen) präsentiert ihm überraschend einen Stammhalter, sein Vater (Leif Sylvester), genannt der „Schmied“, eine kleine Unterweltgröße in Kopenhagen, lehnt ihn ab und wendet sich lieber seinem zweiten Sohn Waldemar zu.
Nach längerem Drängen nimmt ihn der Schmied dann doch „auf Bewährung“ auf, seine Freizeit verbringt Tonny mit seinem Jugendfreund und Gelegenheitszuhälter Mösen-Kurt (Kurt Nielsen) mit Dealereien. Die guten Vorsätze gehen mit der Zeit und der wachsendenden Perspektivlosigkeit immer mehr flöten; als Mösen-Kurt auch noch einen Drogendeal versemmelt, gerät der orientierungslose, aber gutmütige Tonny immer mehr in den Strudel von Abhängigkeiten. Die Unterwelt kennt keine Gnade und auch Verwandtschaftsverhältnisse spielen keine Rolle mehr, wenn’s ums Geld geht...

Pusher III – I´m The Angel Of Death:

Hektische Tage stehen für den serbischen Gastronomen und Drogenhändler Milo an.
Seine anspruchsvolle Tochter (Marinela Dekic) will ihren 25. Geburtstag feiern, da drängen einige Besorgungen und Milo will natürlich als guter Vater und Hobbykoch den Feierlichkeiten einen besonderen Glanz verleihen. Auch der gerade begonnene Drogenentzug wirkt sich aufs Gemüt aus, die Stimmungslage sinkt teilweise ins Bodenlose, was sich Milo als knallharter Chef und besorgter Vater selbstverständlich nicht anmerken lässt.
Die Vorbereitungen werden leider durch geschäftliche Probleme gestört; statt einer Lieferung mehrerer Kilos Heroin bekommt Milo von seinen albanischen Geschäftskollegen Tausende von Extasy-Pillen angekarrt. Ein Stöffchen, das nicht gerade zu Milos Spezialitäten gehört. Wo das Zeug nun schon mal da ist, wird’s auch genommen; er überlässt es dem aufstrebenden Jungunternehmer Mohammed (Ilyas Agac) auf Kommission.
Nachdem Milo mit seinen Kochkünsten seine Mitarbeiter krankenhausreif bekocht hat, sieht er sich plötzlich mit seinen Problemen alleine gelassen. Als Mohammed sich auch nicht mehr bei Milo meldet, stehen überraschend die Albaner vor der Tür und fangen an, Forderungen zu stellen, die Milo alles andere als in den Kram passen. Milo fängt wieder an Heroin zu rauchen, benebelt vom Stoff und ohne Hilfe seiner Jungs potenzieren sich die Unannehmlichkeiten. Milos letzte Chance ist die Reaktivierung seines „pensionierten“ Revolvermannes Radovan ...

Zitate:

Vic (Laura Drasbaek): "Der Kerl hielt mich für ein billiges Flittchen." - Frank: "Und, bist du das nicht?" - "Ich bin ein Champagner-Mädchen." - "Was ist das für ein Unterschied, ob man für 300 oder 3000 die Beine breit macht?" (Pusher I)

Tonny: "Tat's weh, ihn zur Welt zu bringen?" - Charlotte (Anne Sørensen): "Ja." - "War's so, als wenn du eine große Wassermelone ausscheißt?" (Pusher II)

Tonny: "Meine Mutter ist gestorben." - Ø (Øyvind Hagen-Traberg): "Gestorben? Wie meinst' denn das?" (Pusher II)

Die Kritik des Sargnagels:

Extrem harter, realistischer Stoff aus Dänemark, im wahrsten Sinne des Wortes. Anders als bei den Werken von Lasse Spang Olsen, die mehr auf unterhaltsame Action setzen (" In China ... ", "The Good Cop"), oder den schwarzhumorigen Tragikkomödien von Drehbuch-Meister Anders Thomas Jensen (Flickering Lights, Dänische Delikatessen, Adams Äpfel) setzt Nicolas Winding Refn auf knallharten Realismus mit "Street Credibility".
Zur Trilogie wurde die Pusher-Reihe erst durch den unangenehmen Umstand, das Nikolas Winding Refns Hollywood-Debüt „Fear X“ gnadenlos floppte.
Da der schon 1996 gedrehte „Pusher“ in Dänemark und in europäischen Undergroundkreisen über die Jahre Kultstatus erreichte (Kim Bodnia hatte mit Pusher übrigens seine erste Hauptrolle in einem FullFeature-Film), entschloss sich Refn zur Trilogie, um seine angeschlagene Produktionsfirma zu retten.
Kein falscher Entschluss, denn die Folgeteile können das Niveau des Erstlings und "Bleeder" bis auf kleine Details halten. Auch wirkt die Produktion trotz der zwischen Teil I und Teil II liegenden 8 Jahre wie aus einem Guss, da man sich weitgehend an Elemente des dänischen „Dogma“ hält und einen Großteil des Stabes
sich in allen drei Teilen verantwortlich zeigt.
Steady-Cam, stringente Handlung, Laiendarsteller aus dem Milieu und hervorragende Schauspieler in den Hauptrollen (Mads Mikkelsen erhielt zuletzt als Bösewicht LeChiffre in „Casino Royale" seine Blockbuster-Weihen) machen die Streifen zu einem fesselnden, schwerverdaulichen aber höchst realistischen Genuss.
Im Gegensatz zu bspw. „Christiane F.“ verspürt man mit keinem der Protagonisten ein Fünkchen Mitleid, auch wurde auf reißerische, tausendfach gesehene Konsumszenen mit aschfahlen, armzerstochenen Fixern auf dem Bahnhofsklo verzichtet. Grade die Details des Alltags im menschenfeindlichen Umfeld der Drogenszene schockt den Betrachter.
Wieder mal ein Beweis, das die Gegenwart des europäischen Kinos nicht in Frankreich, Deutschland oder bei den Briten liegt, sondern in den kleinen, aber innovativen skandinavischen Ländern.

Rating: $$$$+ (SN; Gesamtschnitt); GS ($$$$$, Pusher I, II)

Explizite Brutalitäten:

  • Frank weist Tonny per Baseballschläger ins Krankenhaus ein. (Pusher I)
  • Radovan foltert auch gern mit Elektroschocks (Pusher I)
  • Mösen-Kurt lässt sich von Tonny aufgrund einer völlig blöden Idee in die Hand schiessen. (Pusher II)
  • Ein verschnarchtes Freudenmädchen bekommt Kurts cholerische Anfälle zu spüren (Pusher II)
  • Mohammed haucht sein Leben in Zellophan aus (Pusher III)
  • Radovan erweist sich als geschulter Hobbyschlachter (Pusher III)

 

 

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