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Rache der Camorra, Die

Info

OT: 
I Guappi
AT:
Gesetz der Gesetzlosen

Jahr: I 1974
R, B:
Pasquale Squitieri
B:
Ugo Pirro
K:
Eugenio Bentivoglio
M:
Gigi & Franco Campanino
D:
Franco Nero, Fabio Testi, Claudia Cardinale, Raymond Pellegrin

Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Einst war er Chef einer neapolitanischen Straßengang, dann folgten sechs Jahre Besserungsanstalt: Im Jahr 1890 kehrt Nicola Bellizzi (Franco Nero) zurück in sein altes Viertel, geläutert, aber ziemlich abgebrannt. Bellizzi, der sich im Selbststudium in die Jurisprudenz verbeißt und unbedingt Anwalt werden will, verlegt sich zum Geldverdienen aufs Straßen-Glückspiel.
Hier gerät er prompt in Konflikt mit dem örtlichen Paten Don Gaetano Fungillo (Fabio Testi), der es gar nicht schätzt, wenn ohne sein Wissen Geschäften gleich welcher Art nachgegangen wird. Da Gaetano dem guten Nicola eine Maulschelle verpasst, lässt sich dieser nicht lumpen: Als Mann von Ehre fordert er den Gangster zum Duell, in das aber die Bullerei platzt, ehe was ernsthaftes passiert. Beide Männer freunden sich an, und mit Hilfe von Don Gaetano, der für ihn bürgt, wird Bellizzi Mitglied der Camorra, die ihn fortan protegiert. Er kann sein Studium als Dottore beenden und verteidigt nun Mobster, die in den Maschen des Gesetzes, des staatlichen wohlgemerkt, hängenbleiben. Sein Meisterstück ist der Freispruch für Don Gaetano. Der war aufgrund seiner Ehrkäsigkeit in eine Falle des Kommissars Aiossa (Raymond Pellegrin) getapst und musste einer Anklage wegen versuchten Mordes ins Gesicht blicken.
Zunehmend ist Nicola aber hin- und hergerissen zwischen seinen Pflichten als „Camorrista“ und seinem Bestreben, die elenden Verhältnisse in der Stadt zu ändern. Dünn wird die Luft, als Bellizzi einem auf der Abschussliste stehenden Spitzel ( Nino Vingelli) Schutz in seiner Kanzlei gewährt, wozu er per Gesetz verpflichtet ist.

Zitate:

„Der Kampf mit dem Messer ist eine Kunst; man muss sie als Kind lernen. Es ist wie mit dem Wort: Wer damit gut umgehen kann, ist ein Poet. Wer’s aber nicht kann, der ist ein Arsch.“ (Don Gaetano schenkt uns eine Lebensweisheit)

Die Kritik des Gunslingers:

Sehr gelungener „Mafia“-Film von Pasquale Squitieri, mit allerdings mehr Melo- denn Krimi-Gehalt. Dem gebürtigen Neapolitaner Squitieri liegen seine Stadt und ihr Verfall am Herzen. Dabei symbolisiert Nicola die Möglichkeit, eine neue Zeit einzuleiten, die aber von allen Seiten ausgeschlagen wird: dem korrupten, untätigen Staat, dem eigentlich nur an Befriedung gelegen ist und auf der anderen Seite die Gangster, die aus dem Elend Nachwuchs und profitable Betätigungsfelder schöpfen.
Mit einem besonderen Kniff gelingt es Squitieri, die Kontinuität zu zeigen, mit der das organisierte Verbrechen Neapel nach wie vor im Griff hat: Zum Ende hin wechselt die Geschichte fast unmerklich in die Jetzt-Zeit, die 70er-Jahre, in der im immer gleichen Gerichtssaal jugendliche Gangster auf ihren Prozess warten. Der Film ist sorgfältig gemacht, was Atmo und Geschichte angeht sowie gut fotografiert.
Der Score der Brüder Campanino erinnert phasenweise an die Arbeiten Morricones zu ähnlichen Anlässen, ohne diesen aber zu kopieren. Bis auf Kleinigkeiten und trotz einer mehr als zweistündigen Laufzeit nur geringe Einwände, Euer Ehren.

Rating: $$$$+

Splatter:

2/10

 

 

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