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Reservoir Dogs

Info

OT: 
Reservoir Dogs
AT:
Reservoir Dogs – Wilde Hunde

Jahr: USA 1992
B, R:
Quentin Tarantino
K:
Andrzej Sekula
M:
Diverse (u.a. Steeler’s Wheel, Joe Tex, Harry Nilsson, George Baker Selection, Bedlam)
D:
Harvey Keitel, Steve Buscemi, Michael Madsen, Tim Roth

Quelle: TV (WDR)

 

Inhalt

Joe Cabot (Lawrence Tierney) ist ein knallharter Gangster der alten Schule. Zusammen mit seinem Sohn Eddie (Chris Penn) hat er nun einen Coup ausbaldowert, für den er ein Team erfahrener Profis braucht. Es geht um den Überfall am helllichten Tag auf einen Edeljuwelier, der dann eine große Ladung bearbeiteter Diamanten zwischenlagert, bevor sie nach Vermont gehen sollen. Der Plan für einen unblutigen Blitz-Ripp steht, und auch das Team ist schnell gefunden. Die Teilnehmer an dem Unternehmen kennen sich nur unter Decknamen, Blonde (Michael Madsen), Blue (Eddie Bunker), Brown (Quentin Tarantino), Orange (Tim Roth), Pink (Steve Buscemi) und White (Harvey Keitel), um sich später nicht verpfeifen zu können.
Doch dann schlägt der Coup dramatisch fehl und endet in einem Blutbad, bei dem zwei der Gangster, eine Rutsche Bullen und eine Menge Unbeteiligter auf der Strecke bleiben. Da die Schmiere bereits auf der Lauer gelegen hatte, liegt der Schluss nahe, dass das Unternehmen verpfiffen wurde, und zwar aus dem Team heraus. Die überlebenden, teilweise schwer verwundeten Gangster finden sich kleckerweise im verabredeten Versteck ein. Und Vic Vega aka Mr. Blonde (Michael Madsen) hat sogar einen gefesselten Bullen (Kirk Baltz) im Kofferraum seines Fahrzeugs, den die Jungs nach Strich und Faden ausquetschen, um zu erfahren, wer von ihnen undercover für die Polizei arbeitet.

Zitate:

Pink: „Ich hab’ ein paar Bullen erwischt. Hast du jemanden getötet?“ – White: „Auch ein paar Bullen.“ – P: „Keine richtigen Menschen?“ – W: „Nur Bullen.“

Pink: „Ihr Scheißkerle verhaltet euch wie ein Haufen Nigger! Wollt ihr Nigger sein?? Die wollen sich nämlich auch immer umbringen!“

Blonde: „Endlich allein!“ (Wer Blonde kennt, weiß, was jetzt kommt)

P: „Warum bin ich Mr. Pink?“ – Joe: „Weil du `ne Schwuchtel bist. Ist das klar?“

Die Kritik des Gunslingers:

Quentin Tarantinos Regie-Erstling enthält bereits viele Ansätze, die er in seinen späteren Filmen zur Meisterschaft hat reifen lassen. Da fehlen Nerd-Dialoge über 70er-Jahre-TV-Serien, Pop-Songs oder den Sinn und Unsinn von Trinkgeldern genauso wenig wie die nicht lineare, mit Rückblenden arbeitende Erzählstruktur oder auch der mit Kennerblick zusammengestellte Score.
So hangelt sich der Streifen musikalisch an einer fiktiven 70er-Jahre-Radio-Oldies-Show entlang, in der jeder Song im Original durch einen bekannten US-Comedian angesagt wird. Dementsprechend gibt’s Musik nur, wenn im Film jemand ein Radio anschaltet. Legendär geworden ist beispielsweise die bekannte Folterszene, in der Madsen, der coole Psycho, dem natürlich mit Klebeband geknebelten und an einen Stuhl gefesselten jungen Bullen ein Ohr abschneidet, wobei er sehr sparsam zu „Stuck in the Middle with you“ von Steeler’s Wheel tanzt.
Da wären wir auch schon bei den Zitaten: Kein Geheimnis ist Tarantinos Faible für den Spaghetti-Western, so dass die Ohren-Szene zumindest von „Django" inspiriert zu sein scheint. Ein weiteres Genre, dem Tarantino Referenz erweist, ist der Film noir, der beispielsweise zum ersten Mal die von Tarantino in späteren Streifen perfektionierte Erzählstruktur in größerem Stil einsetzte: Ein Film beschreibt eine Entwicklung vom bereits zu Beginn bekannten Ergebnis aus und nutzt dafür Rückblenden, die zum Teil noch ineinander verschachtelt sind.
Nicht fehlen dürfen die Tarantino-typischen, expliziten Gewaltdarstellungen; die Foltersequenz habe ich erwähnt, und auch sonst gibt’s jede Menge Blut und Blei ;-). Filmisch ist der Streifen, der mal abgesehen von den Rückblenden größtenteils im Lagerhaus spielt, eher spartanisch ausgefallen. Mich hat er auch wegen der zum Teil verwendeten Stilmittel, wie das rezitationsartige Vortragen von Solo-Passagen, und seiner starken Dialog-Lastigkeit oft eher an ein Theaterstück erinnert als an einen Film.

Rating: $$$$

Splatter:

5/10

 

 

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