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Schonungslos

Info

OT:
The Price of Fear


Jahr:
USA 1956
R: Abner Biberman
B: Robert Tallman
K: Irving Glassberg
M: Joseph Gershenson/Heinz Roemheld
D: Lex Barker, Merle Oberon, Warren Stevens, Charles Drake

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Dave Barrett (Lex Barker) ist Mitinhaber einer florierenden Hunderennbahn. Eines Abends offenbart ihm der zwielichtige *hust* Geschäftsmann Frank Edare (Warren Stevens), dass Daves Kompagnon Lou seinen Anteil an ihn verzockt habe. Frankie will nun auch Dave rauskaufen, um die Rennbahn auf Vordermann zu bringen.
Aber Dave ist nicht interessiert, was ihm Frank persönlich übel nimmt. Auf der anschließenden Flucht vor dessen Schergen borgt er sich in höchster Not die Karre der Finanzberaterin Jessica Warren (Merle Oberon) aus. Die hat aber kurz zuvor einen Mann überfahren und will den Unfall gerade der Polizei melden. Der Autozock kommt ihr seeeehr recht: Anstatt des Unfalls meldet sie jetzt ihre Schese als gestohlen und ist damit erstmal aus dem Schneider.
Dave rutscht noch tiefer in die Scheiße, ohne es zu ahnen: Zur gleichen Zeit lässt Frankie nämlich am anderen Ende der Stadt Lou umnieten und schiebt den Mord Dave in die Schuhe. Nun kann der sich’s fast aussuchen: Knast wegen des inzwischen tödlichen Unfalls mit Fahrerflucht oder elektrischer Stuhl wegen Mordes. Die eine Tat gibt das Alibi für die andere.
Während Jessica, die mit Dave mittlerweile ein Kröschen begonnen hat, alles tut, damit er für ihren Unfall büßt, ist Edare dran interessiert, Dave per Staatsgrill endgültig loszuwerden. Glücklicherweise hat unser Rennbahncharmeur mit Sergeant Pete Carroll (Charles Drake) einen guten Kumpel bei den Cops.

Zitate

Vince (Phillip Pine): „Und was mach‘ ich mit dem? Wie willst du ihn haben?“ – Frank: „Ruhig. Schön ruhig muss er sein.“ (… dann klappt’s auch mit dem unliebsamen Zeugen)

Frank: „Ich tu‘ nie jemandem einen Gefallen. Das erwarte ich immer von der Gegenseite.“

Jessica: „Ich habe von Anfang an zu dir gehalten, Dave.“ (Da wird das Näschen wieder ein Stück länger)

Die Kritik des Gunslingers:

Abner Bibermann war anfangs als Schauspieler aktiv, inszenierte aber in den 1950ern einige B-Movies – vorzugsweise Western und Thriller. Nix Hochklassiges, aber unterhaltsames Autokinofutter. Später wandte er sich komplett dem Fernsehen zu, für das er Regie in vielen Serien führte.
Mit „Schonungslos“ gelang Biberman ein passabler Thriller mit deutlichen Noir-Bezügen. Das beginnt mit dem Off-Erzähler, führt über die Kameraarbeit und endet schließlich mit dem Plot. So ist das Thema des ahnungs- und weitgehend machtlosen Bürgers, der ohne eigenes Zutun in ein verwirrendes Schlamassel gerät, eine klassische Noir-Angelegenheit. Mit der üblen Zwickmühle, in der sich Dave innerhalb weniger Stunden völlig unschuldig befindet, kommt zudem noch ein gewisser Hitchcock-Touch hinein.
Mal abgesehen von Dave himself und seinem Kumpel Pete, ist es vor allem das eigene Portemonnaie, das die Personen zum Handeln antreibt. Die bitterste Szene ist wohl die, als die frischgebackene Witwe eines gerade tiefergelegten Zeugen Jessica deswegen um eine Art Leibrente erpresst. Frei nach dem Motto: „Wenn Sie ins Gefängnis gehen, macht das Joe auch nicht wieder lebendig.“ Weder ist die Trauer, noch das Interesse an Bestrafung sonderlich ausgeprägt.
Der Streifen krankt unter anderem daran, dass zwischen den beiden Protagonisten null Funken überspringt. Das ist tödlich, wenn man einen Liebesplot einbaut, so einen halben zumindest. Ansonsten macht Merle Oberon, die mit diesem Streifen ihre Kinokarriere ziemlich ausklingen ließ, eine gar nicht so schlechte Figur als Femme fatale. Jessica ist nur einer wichtig, nämlich sie selbst. Weder bereut sie den Unfall, noch hat sie Skrupel, den guten Dave ans Messer zu liefern. Dazu lügt sie ihm mehr als einmal ohne rot zu werden ins Gesicht. Es geht nur um ihren Ruf, also letztlich ums Geschäft. Lex Barker wiederum gibt eher den Typus „treu wie Gold“: Dackelblick, ein wenig naiv, aber mit enormer körperlicher Präsenz. Warren Stevens und Phillip Pine sind als grimmige Gangster aus der Klischeekiste eindeutig unterfordert.

Rating: $$$+

Splatter:

0/10

 

 

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