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Schritte in der Nacht

Info

OT: 
He walked by night

AT:
The L.A. Investigator
Twenty-Nine Clues

Jahr: USA 1948
R: Alfred Werker, Anthony Mann (nicht kreditiert)
B: John C. Higgins, Crane Wilbur
K: Johann Altmann (“John Alton”)
M: Leonid Raab
D: Richard Basehart, Scott Brady, Roy Roberts, Whit Bissell

Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Nach nächtlichem Schichtende zieht’s Officer Robert Rawlins (John McGuire) rasch heim zum liebenden Ehegespons. Doch sein Pflichtbewusstsein wird ihm zum Verhängnis. Als er einen Verdächtigen (Richard Basehart) kontrollieren will, der sich in der Nähe eines Elektrogeschäfts rumdrückt, verpasst ihm dieser ein Stück Blei, was Rawlins schlussendlich nicht überlebt.
Der Killer entwischt unerkannt und geht auch trotz sofort durchgeführter Nahbereichsfahndung und Massenverhaftungen nicht ins Netz. Die Spurenlage ist dürftig: Das Auto des Mörders ist gestohlen und enthält nüscht Verwertbares außer einer Menge Waffen und Profi-Einbrecherwerkzeug. Ein Phantom, nennen wir es von jetzt an Roy. Die ermittelnden Sergeants Brennan (Scott Brady) und Jones (James Caldwell) haben nix in der Hand und sind entsprechend angefressen.
Doch dann taucht im Elektronik-Handel von Paul Reeves (Whit Bissell) ein gestohlener Fernseh-Beamer auf. Als die Cops dessen Lieferanten genauer unter die Lupe nehmen wollen, fängt dieser sofort an zu ballern. Damit kommen die Ermittlungen zwar weiter, doch wieder taucht Roy unter. Besonders erschwerend: Der Finsterling ist notorischer Einzelgänger, agiert nahezu autark und ist den Cops immer einen Schritt voraus, da er offensichtlich über Insiderwissen über die Polizeiarbeit verfügt.

Zitate:

Reeves: „Meine Freunde können bezeugen, dass ich ein anständiger Mensch bin.“ – Captain Breen (Roy Roberts): „Das ist schön.“

Breen: „Tut mir leid, Paul, bedauerlicherweise sind Sie unser Köder.“ (So wird Rebellion im Keim erstickt ;-))

Die Kritik des Gunslingers:

Alfred Werker, in seiner langen Karriere eigentlich nicht als Thriller-Experte in Erscheinung getreten, verfilmte mit „Schritte in der Nacht“ ein Buch, das sich an einer wahren Geschichte orientiert. Leider verzichtet der Streifen komplett darauf, ins Dramatische einzusteigen. Potenzial dazu gibt’s im Plot eine Menge, denn Besessenheit, Obsession sollten genug Zündmaterial liefern. Da ist Roy, der Mörder: Er scheint Spaß an der Kriminalität zu haben. Sie ist für ihn ein Sport, bei dem er seine Intelligenz mit dem Polizeiapparat misst. Ob Einbrüche oder bewaffnete Raubüberfälle … das Terrain, auf dem er sich tummelt, spielt keine Rolle. Andererseits Sergeant Brennan: persönlich durch seine Freundschaft mit Rawlins in den Fall verwickelt. Er brennt darauf, den Killer in die Finger zu bekommen.
Doch Werker legt leider einen Hauptfokus auf das akribische Beschreiben von Ermittlungsarbeit. Zwar wechselt er ab und an die Perspektive zwischen Täter und Ermittlern, was den Film davor rettet, reiner Polizeilehrfilm zu sein. Doch aufgrund des weitgehend durchgehaltenen, dokumentarischen Stils bleiben die Figuren blass. Was diesen Streifen allerdings vor dem Versaufen bewahrt, ist die wieder großartige Kamera John Altons. Der gebürtige Ungar Alton, der etliche Noirs – vor allem die von Anthony Mann – fotografierte, schafft es, zusammen mit der Beleuchtung den Film immerhin gut aussehen zu lassen. So kriegt der Streifen dank seiner technischen Umsetzung ein klares Noir-Feeling, das Handlung und Charakterzeichnungen nur ansatzweise hergeben. Spitze ist allerdings das Finale in der Kanalisation von Los Angeles. Die Wiener Abwasserkanäle wählte Orson Welles ein Jahr später für den Showdown seines „Dritten Manns“.
Das produzierende Studio Eagle-Lion Films wurde in England gegründet. Mit Übernahme der amerikanischen B-Klitsche PRC („Detour“) stieg das Studio auch in das US-amerikanische Produktionsgeschäft ein. Der bereits erwähnte Anthony Mann inszenierte für Eagle-Lion zu Beginn seiner Karriere einige Noirs, die auch an der Kasse erfolgreich waren. Bei „Schritte in der Nacht“ soll er die Co-Regie innegehabt haben.

Rating: $$$

Splatter:

0/10

 

 

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