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Schwarze Leib der Tarantel, Der

Info

OT: 
La Tarantola dal Ventro nero

AT:
La Tarantule au Ventre noir (F) 

Jahr: I/F 1971
R: Paolo Cavara
B: Lucile Laks
K: Marcello Gatti
M: Ennio Morricone
D: Giancarlo Giannini, Claudine Auger, Stefania Sandrelli, Silvano Tranquilli

Quelle: DVD (cmvLaservision). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Als die schöne Maria Zani (Barbara Bouchet) auf besonders perfide Weise ins Gras beißt, ist für den ermittelnden Inspektor Tellini (Giancarlo Giannini) der Fall schnell klar: Hauptverdächtiger ist Paolo Zani (Silvano Tranquilli), Ehegatte des Opfers und von diesem schon seit einigen Monaten getrennt lebend. Doch Zani beteuert seine Unschuld und taucht unter, um mit Hilfe des schrägen Privatschnüfflers „Katapult“ (Ettore Mattia) den wahren Killer zu überführen.
Tellini wiederum wird mit weiteren Leichen konfrontiert, Kollateralschäden im Zuge der Ermittlungen nicht mal mit berücksichtigt (wink). Der Killer geht immer nach derselben Masche vor: Erst lähmt er seine ausschließlich weiblichen Opfer per Akupunkturnadel, dann weidet er sie bei vollem Bewusstsein aus. Nicht sehr nett.
Als auch Tellini und sein Ehegespons Anna (Stefania Sandrelli) in das Visier des Mörders geraten, will der eh nicht von seinem Job überzeugte Beamte hinschmeißen. Doch dann ergeben sich tatsächlich handfeste Spuren, und die führen in Lauras (Claudine Auger) mondänen Schönheitssalon. Hier waren alle Opfer Kundinnen und wurden zudem mit schmierigen Fotos erpresst.

Zitate

Paolo: „Du hast Recht: Du bist keine Nymphomanin. ‚Nutte‘ ist für dich die weitaus treffendere Bezeichnung.“

Killer: „Bist du wieder wach? Sonst hab‘ ich keinen Spaß daran. Du musst miterleben, was ich mit dir mache.“

Die Kritik des Gunslingers:

Regisseur Paolo Cavara begann seine Karriere als Dokumentarfilmer und Regieassistent. So wirkte er beispielsweise zusammen mit Giacopetti/Prosperi federführend an „Mondo Cane" mit. Ab Mitte der 60er-Jahre führte er auf eigene Rechnung Regie.
Mit „Der schwarze Leib der Tarantel“ drehte er den ersten von zwei Gialli und lieferte gleich eine Genre-Blaupause ab. Zwar verzichtet er komplett auf Sleaze-Elemente, doch ansonsten hakt der Streifen ordnungsgemäß alle „Pflichtelemente“ des Subgenres ab. Angefangen vom gestörten Killer, der seine Opfer so sadistisch wie fantasievoll ins Jenseits befördert – natürlich in Latexhandschuhen und mit scharfer Klinge. Puppen tauchen ebenso auf wie Fotoapparat und Videokamera. Die Opfer sind selbstredend alle weiblich, so dass auch für ausreichende, hüllenlose Schauwerte gesorgt ist. Fast überflüssig zu sagen, dass der Täter am Ende nahezu aus dem Hut gezaubert wird.
Zwar erzählt der Film seine Geschichte aus der Perspektive des Inspektors, doch verzichtet er weitgehend auf die Beschreibung von Ermittlungsarbeit. Lediglich zu Beginn gibt’s ein wenig Tatortuntersuchung. Im Mittelpunkt steht auch gar nicht mal die Mordserie, was ich als eine der wenigen Schwächen des Streifens empfand, sondern die Befindlichkeiten des Cops. Er hat weder das Standing innerhalb der Polizei, noch ist er überzeugt, dass der Job das Richtige für ihn ist. Diese Selbstzweifel spiegelt fast schon seine Butze wieder, in der Gattin Anna sämtliche Möbel verscheuert hat.
Der Streifen ist edel fotografiert und ausgestattet. Die Sets sind nicht nur extrem farbensatt, sondern auch sehr stylish arrangiert. Sowohl im Schönheitssalon, als auch in der Villa von Maria und Paolo. Der Rhythmus ist eher langsam, um dann in einigen Actionszenen mit entfesselter Kamera zu explodieren. Dies gilt vor allem für den Mord in einem Raum voller Kleiderpuppen und die Verfolgungsjagd über das Dach eines Hochhauses. In Szenen wie dem Kampf zwischen einer Tarantel und einer Schlupfwespe, die die Spinne lähmt, um sie als Frischfleischreservoir für ihre Larve zu nutzen, kommt der Dokumentarfilmer zum Vorschein (wink).
Morricone hat dazu einen Score geliefert, der typisch für seine frühen 70er-Jahre-Arbeiten ist. Frauenstimme, kleines Orchester, gespickt mit etlichen dissonanten Einlagen. Unter den Ladies befinden sich mit Claudine Auger, Barbara Bouchet und Barbara Bach übrigens drei ehemalige und zukünftige Bond-Girls, will man „Casino Royale“ (Bouchet) hier mitzählen.

Rating: $$$$+

Splatter:

4/10

 

 

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