Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Schwarze Natter, Die

Info

OT: 
Dark Passage
AT:
Das unbekannte Gesicht
Ums eigene Leben

Jahr: USA 1947
R, B:
Delmer Daves
K:
Sid Hickox
M:
Franz Waxman
D:
Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Agnes Moorehead, Tom D’Andrea

Quelle: TV (ARD)

 

Inhalt

Vincent Parry (Humphrey Bogart), wegen Mordes an seiner Gattin Dauergast in San Quentin, gelingt in einer Mülltonne die Flucht aus der heimeligen Strafanstalt. Er ergattert eine Mitfahrgelegenheit beim zu neugierigen Baker (Clifton Young), der Lunte riecht und sich nach einer Radiodurchsage in seinem Verdacht bestätigt sieht. Parry macht die Nervensäge erstmal stumm, steht nun aber richtig auf dem Schlauch.
Da kommt die hübsche Malerin Irene Jansen (Lauren Bacall) des Weges – nicht ganz zufällig: Die Naturfreundin hatte den Fall Parry bereits während der Gerichtsverhandlung verfolgt und immer an seine Unschuld geglaubt. Nun hilft sie ihm durch die Straßensperren und bietet ihm Unterschlupf in ihrer San Franciscan Butze. Parry, der Irenes Gastfreundschaft nicht überstrapazieren möchte, macht sich wieder auf die Socken. Er trifft auf den hilfsbereiten Taxifahrer Sam (Tom D'Andrea), der den Verfolgten nicht nur bei dessen einzigem Kumpel George Felsinger (Rory Mallinson) absetzt, sondern auch eine Gesichts-OP beim verkrachten Doc Coley (Housely Stevenson) organisiert.
Mit neuer Visage macht sich Perry dran, den Mörder seiner Frau zu finden. Inzwischen jagt ihn die Polente auch wegen des von ihm nicht begangenen Mordes an Felsinger. Außerdem taucht Baker wieder auf, der ihn um schlanke 60 Riesen erpresst, aber mehr zum Tode von Mrs. Parry und auch George weiß. Ein Glück ist wenigstens die Irene ein patentes Mädel.

Zitate:

Coley: „Nase lasse ich wie sie ist. Wäre schade, wenn man sie brechen müsste.“

Coley: „Wenn ich jemanden nicht mag, kann ich ihn für den Rest seines Lebens so aussehen lassen wie eine Bulldogge oder einen Affen.“ (Schöne Aussichten)

Die Kritik des Gunslingers:

Klassischer Noir, in dem Bogey allerdings kaum Möglichkeiten hat, schauspielerische Meriten einzusacken, denn eigentlich taucht er erst im letzten Film-Drittel auf.
Dies ist der ungewöhnlichen Machart des Streifens geschuldet. Bis zu seiner Gesichts-OP nämlich erzählt der Film seine Geschichte in weiten Teilen mit Hilfe der subjektiven Kamera aus der Sicht Parrys. Damit ist er der zweite Film, nach „Die Tote im See“ aus dem gleichen Jahr, der dieses Stilmittel in nennenswertem Ausmaß einsetzt. Das schafft Raum für ein paar nette optische Spielereien, wie der Schuss aus der vom Laster gefallenen rollenden Mülltonne, in der der Sträfling entwischt. Nach der OP ist das Gesicht Parrys dann erstmal komplett bandagiert, bis die entzückende Lauren Bacall endlich auspackt und - Surprise – Bogeys Antlitz enthüllt.

Ansonsten enthält der Streifen eigentlich alles, was einen Noir ausmacht, vielleicht abgesehen vom gerne eingesetzten Off-Erzähler und der verschachtelten Erzählstruktur. So zeichnet er eine Gesellschaft, geprägt von Einsamkeit, Egoismus und Betrug, in der Vertrauen und Zuwendung Mangelware sind. Das gipfelt in der Szene, in der die enttarnte Mörderin zwar Parry die Morde gesteht, aber lieber aus dem Fenster springt, als ein Geständnis zu unterschreiben und dem Unschuldigen so eine Rückkehr in die Gesellschaft zu ermöglichen. Und auch das Happy End ist so happy nicht: Zwar kriegen sich Vince und Irene am Ende, doch ist ihnen eine Rückkehr in die Heimat für immer verwehrt.

Schauspielerisch kann Bogey wie gesagt nur wenige Akzente setzen, doch dafür trumpfen die Nebencharaktere auf. So ist Tom D’Andrea schön lakonisch als Taxifahrer Sam: ein Einsamer der Nacht, ein aus dem Leben Gestoßener, der in dem von ihm sofort erkannten, gehetzten Parry einen Bruder im Geiste erkennt. Und auch Houseley Stevenson als kauziger Chirug, der selbstredend aus der Ärztekammer rausgeflogen ist, hinterlässt bleibenden Eindruck.

Rating: $$$$

Splatter:

0/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien