Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Shoot 'em down

Info

OT: 
Zero 2

Jahr: LIT 2009
R, B: Emilis Velyvis
B: Jonas Banys, Aidas Paklevicius
K: Robertas Pileckas
M: Endless Happy
D: Kestutis Jaksas, Ramunas Rudokas, Zemyna Asmontaite, Andrius Zakarauskas

Quelle: DVD (Sunfilm). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Henka (Saulis Siparis) ist Pate in der litauischen Hauptstadt Wilna und stinkesauer. Nicht nur haben unbekannte Finsterlinge zwei seiner Leute umgenietet, zudem ist auch ein Drogenkurier samt transportierter Ware abgängig. Der Boss schickt nach seinen besten Männern fürs Schmutzige: Silvestras (Kestutis Jaksas), im Hauptberuf Bulle, und den cholerischen Berufsverbrecher Maksas (Ramunas Rudokas), damit diese eine amtliche Sanktionierung durchführen und vor allem den entführten Boten und den wertvollen Stoff wiederbeschaffen.
Die beiden Hitmen machen sich mit bewährt grobem Geschirr an die Ermittlungen. Maksas ist eh geladen, da er sich mit seiner frisch Angetrauten (Ausva Stukyte) justement über ein paar neue, künstliche Möpse in die Wolle gekriegt hat, was zu seinem Rauswurf führte und dazu, dass er die gesamte Mission im Bademantel bestreiten muss. Wie auch immer: Die Beiden finden schnell raus, dass ein paar Amateure, die im Auftrag handelten, hinter dem Drogending stecken. Erschwerend kommt hinzu, dass eine schöne Blonde, eine Zufallsbekanntschaft (Zemyna Asmontaite) von Silvestras, ihm die Dienstwaffe aus dem Handschuhfach rippt und damit prompt einen Mord begeht. Jetzt hat man eine Leiche mehr am Hals, noch dazu eine potenziell richtig problematische.

Zitate

Maksas: „Wir geh’n Vova besuchen.“ – Silvestras: „Wer ist Vova?“ – „Ein totes Arschloch.“

Monica (Ausva Stukyte): „Auf einmal soll ich nicht mehr in die Serie passen?? Das begreife ich nicht!“ – Kesha (Vytas Sapranaukas): „Da gibt’s nichts zu begreifen, außer dass das Fernsehen mehr Titten braucht und zuwenig davon hat. Wenn du ’ne Hauptrolle willst, dann lass’ dir welche machen!“

Kesha: „Fernsehen lebt von dicken Glocken!“

Die Kritik des Gunslingers:

Da mündet nun jemand auf das durch Quentin Tarantino oder beispielsweise auch Guy Richie vorgespurte Terrain des verschwurbelten, harten Thrillers mit Comedy-Einschlag ein und gerät nicht ins Schlingern. Umso erstaunlicher, dass eben dieser Jemand – Emilis Velyvis – und sein Film aus Litauen stammen, einem Land, dass zumindest mir bisher nicht bekannt war als fruchtbares Pflaster für den Genrefilm.
Mit kleinem Budget, aber kundiger Hand, spinnt das Buch eine Vielzahl von Handlungsfäden, deren Zusammenhang und Verlauf sich dem Zuschauer erst im Lauf der Zeit enthüllen. Der Film weist eine nicht untypische Kapitelstruktur auf, wobei die einzelnen Abschnitte sich nicht unbedingt chronologisch in der richtigen Reihenfolge aneinander reihen: So laufen die ersten drei Kapitel rückwärts ab, dass man erst mit Start des Vierten auf dem Stand des Ersten ist, wenn ihr versteht, was ich meine ;-). Zudem gibt es innerhalb der Kapitel immer wieder kurze Rückblenden, die sozusagen weiteres Hintergrundwissen bereitstellen. Am Ende hat man fast so was wie Durchblick und erkennt: Die Welt ist wirklich verdammt klein.
Dass sich die Protagonisten immer wieder über Dinge austauschen wie die Herkunft Jackie Chans, das fachgerechte Entsorgen abgetrennter Arme, die Sinnhaftigkeit künstlicher Brüste oder das Fremdvögeln verheirateter Ehepartner, ist Ehrensache. Dazu erleben wir eine Reihe amtlicher Brutalitäten, wie das Zerteilen einer Leiche mittels Stichsäge zu einer Tom-Waits-Melodei, das Duell abgeschlagene Bierflasche vs. Eier oder die einer toten Perle zur Anschauung entnommenen Silikonkissen. Für den philosophischen Überbau sorgen Abhandlungen über das TV-Geschäft im allgemeinen und das Wesen von Seifenopern im speziellen.
Die Darsteller sind mir – Überraschung! – samt und sonders völlig unbekannt, machen aber ihre Sache sehr gut. Herausheben möchte ich hier insbesondere das Killerduo, eine nicht ganz so stylishe Variante der Pulp-Fiction-Verwandten Vince und Jules.
Alles in allem haben wir es tatsächlich mit einer osteuropäischen Pulp-Fiction-Variante zu tun, die zwar nicht ganz heranreicht, aber sehr fein zu unterhalten weiß. Netter Versuch, das.

Rating: $$$$

Splatter:

4/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien