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Simon Brenner-Trilogie

Info

OT:
Komm, süßer Tod, Silentium, Der Knochenmann

Jahr: Ö 2002, 2004, 2009
R: Wolfgang Murnberger
B: Wolf Haas, Josef Hader
K: Peter von Haller
M: Sofa Surfers
D: Josef Hader, Simon Schwarz, Bernd Michael Lade, Barbara Rudnick, Joachim Krol, Udo Samel, Nina Proll, Josef Bierbichler, Stipe Erceg, u.v.m.

Quelle: DVD (absolut Medien), TV

 

Inhalt

Seit Mitte der 90er Jahre schreibt der ehemalige österreichische Werbetexter Wolf Haas "hartgekochte" Crime-Stories mit heftigem Alpenkolorit. Ziemlich erfolgreich und das auch zurecht. Die Geschichten des Ex-Bullen und Privatdetektivs Simon Brenner sind schwer inspiriert von den klassischen Private Eye-Stories eines Raymond Chandler, Mickey Spillane oder Dashiell Hammett. Aus kleinen Delikten und Aufträgen entwickeln sich ganze Sümpfe und Abgründe des Verbrechens. Seit 2002 verfilmen Regisseur Wolfgang Murnberger und Kabarettist Josef Hader gemeinsam mit Haas die Romane im Kinoformat. Folgende Streifen sind bisher erschienen:

Komm, süßer Tod (Ö 2002)

Aufgrund mangelnder Aufträge als Privatdetektiv und notorischer Ödnis im Portemonnaie heuert Brenner (Josef Hader) bei den Kreuzrettern an, einem Wiener Rettungsdienst. In der österreichischen Hauptstadt herrscht ein rauher Konkurrenzkampf unter den beiden führenden Sanitätsdiensten; die Auseinandersetzungen um Unfallopfer, Dialysepatienten usw. enden schon mal mit blauen Augen und Zahnverlust, es wird bei Abrechnungen beschissen, wo's nur geht. Mitten in der aufgeladenen Situation geschieht in einem Krankenhaus ein Doppelmord. Damit nicht genug: Auch ein Arbeitskollege landet unter den Radieschen, ein weiterer wird dafür in U-Haft genommen. In Brenner fängt nun wieder das Ermittlerherz an zu lodern. Gemeinsam mit seinem Spezl Berti (Simon Schwarz) beginnt er in der Krankenwagen-Szene auf eigene Faust herumzuschnüffeln und stößt in ein Wespennest aus Korruption, Betrug und Patientenmord...

Silentium (Ö 2004)

Brenner hat's ins beschauliche Salzburg verschlagen und verdingt sich als Kaufhausdetektiv. Wenig erfolgreich: Als er die Tochter des renommierten Schauspielintendanten (Udo Samel) - zu recht - wegen Ladendiebstahls hopp nimmt, erhält er fristlos die Kündigung. Überraschenderweis' bekommt er tags darauf von eben jener Frau den Auftrag, den Tod ihres Mannes zu untersuchen, an dessen vermeintlichen Selbstmord die Witwe nicht glauben möchte. Der Verblichene führte eine jahrelange Fehde mit dem Leiter eines katholischen Jungeninternats, der ihn als Kind missbrauchte. Brenner nimmt die Spur auf und entdeckt eine Verbindung von Internat zu Schauspielhaus. Als er weiter stochert, setzt sich eine tödliche Spirale in Salzburg in Gang, in dessen Verlauf er selbst unter Mordverdacht gerät...

Der Knochenmann (Ö 2009)

Brenners Kumpel Berti hat dem Sanitätsdienst den Rücken gekehrt und macht nun in Leasingverträgen. Gelegentlich schanzt er Brenner einen Inkasso-Auftrag zu, wenn z.B. die Raten eines Autos nicht bezahlt werden. Ein nichtbezahlter VW Beetle führt ihn nach Tirol zum Gasthof Löschenkohl, überregional berühmt für seine Backhendl. Er findet das Gefährt, allerdings nicht den Besitzer Horvath. Der wäre nur flüchtig bekannt im Gasthof, komischerweise bekommt Brenner dennoch von der Serviererin einen Teil der Rate. Das macht den chronisch Neugierigen natürlich stutzig, und er quartiert sich in ein Gästezimmer ein. Die Verhältnisse auf dem Hof sind gespannt; der Junior gilt als Versager, dessen Ehefrau ist desillusioniert und der Patriarch (Josef Bierbichler) hat sich in eine tschechische Prostituierte verliebt. Brenner dingt sich an und hilft ein bisschen im Küchenbetrieb aus. Als er im Keller neben der Knochenmühle einen Finger im Gulli findet, öffnet sich für ihn wieder ein Abgrund menschlicher Untiefen...

Zitate

"Die Deitschn' san immer die Mörder." (Seit '45 haben die Österreicher ihre eigene Wahrheit)

"Wissn's, aus was der Leberkas g'macht wird? Aus den Reschtln von de' Knackwürscht. Und woraus werden die Knackwürscht g'macht? Aus de' Reschtln vom Leberkas. Und der wieder aus de Reschtln von de' Knackwürscht... Und des geht so weiter." (Das ewige Leben - küchenphilosophisch betrachtet)

"Der John Wayne is' a Superarschloch." - "Aha, wieso?" - "Der John Wayne ist genau der Typ, der 200 Indianer erschießt, und dann geht er in die Hütte und nimmt den Hut ab, weil a Frau do is'. Verstehst?" (Na logisch!)

Die Kritik des Sargnagels:

Autor Wolf Haas hielt seine Romane eigentlich für unverfilmbar, er selbst allerdings dengelte aber dann dennoch die Geschichten mit dem Schauspieler und Kaberettisten Josef Hader ins passende Kinoformat. Unter der Regie von Wolfgang Murnbauer entstanden nun bisher insgesamt drei hervorragende hardboiled Detective-Streifen über den Ex-Cop Simon Brenner, dessen bescheiden leidenschaftsloser Lebensstil konträr zu seiner unendlichen Neugier steht. Genial verkörpert durch Josef Hader, der dem Brenner lakonische und schwarzhumorige, aber auch authentische und dadurch sympathische Züge verleiht. Sein Brenner dampft sich gern 'nen Joint, wohnt mal bei konvertierten Ex-Nazis zur Untermiete und hängt auch nicht klischeehaft jede Nacht im Rotlichtviertel ab, sondern eher in Vorstadtkneipen oder zuhause vor der Glotze. Er versucht nicht, mit der Faust die notwendigen Infos aus den Zeugen rauszukitzeln, die "Columbo"-hafte Verständnis-Tour ist eher sein Ding.
Die in allen Teilen hervorragende deutschsprachige Schauspielerriege reicht von Jungstars wie Stipe Erceg über Etablierte wie Joachim Krol und Barbara Rudnick zu Theatergrößen wie Udo Samel und Josef Bierbichler und agiert ebenfalls auf allerhöchster Qualität.
Trotz Romanverfilmung und hochklassigem Cast - an "Akschn" fehlt es den Streifen sicher nicht. Und zwar Old School, noch so mit Stuntman und echten Autos. ;-). Handwerklich wird dabei wenig auf Computer-Firlefanz gesetzt - den es zwar auch gibt, aber effektiv! - dafür mit Hang zum Detail, manch interessanter Kameraeinstellung und einem gelungenen Farb- und Lichtspiel. Für den Score sorgten die österreichischen Elektronikspezialisten Sofa Surfers, die mit ihren morbiden Sounds eine passende, bilderunterstützende Atmosphäre entwickelten.
Die mitunter ziemlich verzwackelten Geschichten zwingen zur Konzentration beim Sehen, auch der österreichische Akzent sorgt bei Ungeübten manchmal für Unverständnis, dennoch gilt hier die absolute Glotz-Empfehlung.

Rating: Komm, süßer Tod $$$$$-, Silentium $$$$, Der Knochenmann $$$$+

Splatter:

4/10 - Brenner bekommt's schon gern mal heftig eingeschenkt, in Österreich ist man auch nicht gerade zimperlich.

 

 

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