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Sleep tight

Info

OT:
Mientras duermes

Jahr: SP 2011
R:
Jaume Balagueró
B:
Alberto Marini
K:
Pablo Rosso
M:
Lucas Vidal
D:
Luis Tosar, Marta Etura, Iris Almeida, Alberto San Juan

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

César (Luis Tosar) ist eine arme Sau: Er hat als Hausmeister eines Mittelklasse-Appartmenthauses nicht nur einen Scheißjob, sondern findet sich auch selbst höchst bemitleidenswert. Darüber hinaus hat er einen höchst asozialen Charakterzug entwickelt, denn er versucht, seinen offenkundig glücklicheren Mitmenschen ihr kleines Glück zu zerstören. Dies geschieht durch kleine, hinterfotzige Nickeligkeiten oder indem er fiese Intrigen spinnt, während er vorne rum ganz der hilfsbereite César ist.
Besonders der notorische Sonnenschein Clara (Marta Etura) ist Ziel von Césars Attacken. Nacht für Nacht versteckt er sich unter Claras Bett, betäubt sie mit Chloroform und treibt dann allerhand Schabernack: Mal verunreinigt er sämtliche Kosmetika mit allergieauslösenden Keimen, gibt ordentlich Plaque ;-); ein anderes Mal bringt er Kakerlakeneier in der Butze aus oder missbraucht sie sexuell. Tagsüber schreibt er ihr dazu anonym erfrischend obszöne Briefe und elektronische Kurznachrichten.
Doch Clara lässt sich anscheinend durch nix die gute Laune verderben, zudem ist ihm die zehnjährige Ursula (Iris Almeida) drauf gekommen und fängt an, ihn zu erpressen. So fährt César immer schwerere Geschütze auf, um Clara endlich substanziell zu erschüttern ...

Zitate

Cesár: „Du findest es sicher gut, das Stück Scheiße, das du geboren hast, loszuwerden.“ (Worte, die jedes Mutterherz bestimmt gerne vernimmt)

Die Kritik des Gunslingers:

Jaume Balagueró hat seinen Psychothriller verdammt geschickt aufgebaut. Der Streifen ist zwar konsequent aus der Perspektive Césars erzählt, enthüllt aber erst peu à peu das gesamte Ausmaß seiner Taten und die ihm schlummernden Abgründe. So haben wir eine Menge Zeit, um uns mit dem Antihelden anzufreunden: Wir sehen ihn jeden Morgen vor Schichtbeginn einsam einer Call-In-Radiosendung lauschen, erkennen einen unglücklichen Menschen. Seinen Job scheint er gewissenhaft zu erledigen, als Individuum ignoriert von den meisten Hausbewohnern. Und auch die Besuche bei seiner todkranken Mutter im Krankenhaus wirken erst einmal unverfänglich.
Allmählich trübt sich dann das Bild ein: César unter Claras Bett; César, der die Hunde der alten Victoria (Petra Martínez) bewusst falsch füttert; Cesár mit dem Chloroform-Wattebausch. Doch trotz allem wird uns der Mann irgendwie nicht richtig unsympathisch. Im Gegenteil: Wir fiebern sogar mit ihm mit, als seine Schandtaten aufzufliegen drohen und er sich in Claras Mini-Butze ein spannendes Versteckspiel mit der Drangsalierten und ihrem Freund (Alberto San Juan) liefert, die nichts von seiner Anwesenheit ahnen.
César ist ein negativer Glückssucher, der seine Energie aus dem durch ihn heimlich hervorgerufenem Unglück seiner Mitmenschen zieht. Schön ist in diesem Zusammenhang auch die Szene, in der er im sympathischen Plauderton die arme Victoria psychisch vernichtet. Und dabei wollte sie ihm nur einen selbstgemachten Schmorbraten vorbeibringen ;-).
Der Streifen ist die Show von Luis Tosar, der mit seiner großartigen Performance entscheidend zur Wirkung des Films beiträgt. Am Ende bleibt eine gewisse Unbehaglichkeit zurück. Klasse.

Rating: $$$$$

Splatter:

5/10

 

 

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