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Sonntagsfrau, Die

Info

OT:
La Donna della Domenica
AT:
La Femme du Dimanche (F)

Jahr: I/F 1975
R:
Luigi Comencini
B:
Age & Scapelli
K:
Luciano Tovoli
M:
Ennio Morricone
D:
Marcello Mastroianni, Jacqueline Bisset, Jean-Louis Trintignant, Aldo Reggiani

Quelle: DVD (Koch). Danke fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Der Architekt Garrone (Claudio Gora) verkehrt zwar in den höchsten Kreisen Turins, doch ist der Schmierlappen dort so beliebt wie ein Sack Filzläuse. Daher hätte gleich eine Reihe der angesehensten Bürger der Stadt ein Motiv, als der Fiesling ins Gras beißt: erschlagen mit einem steinernen Penis.
Zwar gibt es die ziemlich exakte Augenzeugen-Beschreibung einer Verdächtigen, aber erstmal tappen die mit den Ermittlungen beauftragten Kommissare Santa Maria (Marcello Mastroianni) und de Palma (Pino Caruso) im Dunkeln. Hauptverdächtige sind an erster Stelle die gelangweilte Industriellengattin Anna Carla Dosio (Jacqueline Bisset) und ihr heimlich schwuler Freund, der stinkreiche Massimo Campi (Jean-Louis Trintignant). In einem Brief an Massimo, den zwei von Anna gefeuerte Dienstbolzen der Polizei zugespielt haben, hatte ihre Ex-Brötchengeberin vom Mord am verhassten Garrone schwadroniert.
Doch für Anna und Massimo ist der Mordverdacht lediglich eine willkommene Abwechslung im öden Schicki-Micki-Einerlei: Sie helfen tatkräftig bei den Ermittlungen, in die sich auch Massimos Lover Lello (Aldo Reggiani) einschaltet, der die Unschuld seines Liebhabers beweisen will. Besonders schwierig für Chefermittler Santa Anna ist, dass nahezu keiner der zahlreichen Verdächtigen ein wasserdichtes Alibi vorzuweisen hat.

Zitate:

„Solche Mieslinge sterben nie aus, es sei denn, man vernichtet sie.“ (Garrone hat dem Galeristen Vollero (Gigi Battista) gerade ein Geschäft versaut)

„Er trägt ein sehr warmes Jäckchen und steht auf Böcke.“ – „Worauf??“ – „Auf BÖCKE: Er ist handgestrickt schwul.“ – „Ah.“ (Santa Anna versteht zuerst nicht, was ihm sein Mitarbeiter (Orso Maria Guerrini (?) sagen will)

Santa Anna: „Ich habe eine Frage: Werden Sie und Massimo es nie müde, geistreich zu sein? Das ist doch bestimmt sehr anstrengend.“ - Anna: „Eine Anstrengung, die Sie wohl nie unternehmen.“ – SA: „Nein. Intelligenz, mit der man nur den Tag verkleckert, ist doch Dummheit.“ (1:0 für Santa Anna)

Die Kritik des Gunslingers:

Eher eine Gesellschaftkomödie im Stile Oscar Wildes als ein Thriller, lebt der Film vor allem durch seine herausragenden Akteure. Wie sich Marcello Mastroianni, Jacqueline Bisset und der komplett gegen den Strich besetzte Jean-Louis Trintignant die geschliffenen Dialoge um die Ohren hauen, macht wirklich Spaß.
Genauso wie die Fotografie, die das hochsommerliche, hitzeflirrend-schwüle Turin klasse in Szene setzt. Ein paar nette optische Schmankerl sind auch versteckt, etwa wenn sich die Bild-Textschere weit öffnet: So parliert der Commissario gegenüber Anna beispielsweise von seiner Freizeitgestaltung – „Klassische Musik und Lesen“ – während er zu sehen ist, wie er mit einer Nackten in den Kissen fläzt. Der Morricone-Score ist wieder mal exquisit und unterstützt die leichten Passagen ebenso effektiv wie die spannenden Szenen. Putzig auch das unverhohlene Product-Placement: Nicht nur einmal hält die Kamera voll drauf auf die Schachtel einer speziellen US-Kippenmarke.

Rating: $$$$

Splatter:

2/10

 

 

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