Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Spurlos

Info

OT: 
Sans laisser de Traces

Jahr: F/B 2010
R: Grégoire Vigneron
B: Grégoire Vigneron, Laurent Tirard
K: Laurent Dailland
M: Christophe La Pinta
D: Benoit Magimel, Francois-Xavier Demaison, Lea Seydoux, Julie Gayet

Quelle: DVD (Sunfilm). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Etienne Meurnier (Benoit Magimel) hat gerade einen guten Lauf: So wird der Karrierist auch bald seinen Schwiegervater (Jean-Marie Winling) beerben auf dem Posten des Generaldirektors von dessen Chemie-Firma, die inzwischen zu einem amerikanischen Multi gehört. Doch es sind die Sollbruchstellen bereits angelegt. Dabei ist es das kleinere Problem, dass sich Etienne und seine Gattin Clemence (Julie Gayet) intensiv, aber erfolglos um eigenen Nachwuchs bemühen.
Viel schwerer wiegt, dass Etiennes Karriere auf einem inzwischen 15 Jahre zurückliegenden Betrug fußt. Damals hatte er einem Chemiker (André Wilms) eine Formel abgeluchst, auf deren Grundlage nun ein weltweit erfolgreicher Universalreiniger produziert wird: Etiennes Eintrittskarte in den Vorstandsbereich. Der Betrug, von dem niemand weiß, bereitet dem Gutsten allerdings auch heute noch Gewissenszwacken. Als ihm sein alter Schulkamerad Patrick (Francois-Xavier Demaison) zufällig über den Weg läuft, schüttet er diesem sein Herz aus. Auf Vorschlag Patricks besuchen sie den Chemiker, damit Etienne reinen Tisch machen kann. Keine gute Idee: Der Mann ist nämlich nicht in der Stimmung zu verzeihen, sondern vielmehr stinksauer. Es kommt zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf Patrick dem zornigen Wissenschaftler eine Pulle über die Rübe zieht, was dieser leider nicht überlebt. An Fleur (Lea Seydoux), der Studi-Tochter des Toten, will Etienne darauf wieder einiges gut machen, zumindest finanziell, was sich aber ebenfalls als Fehler erweist.
Allmählich braut sich über dem erfolgsverwöhnten Manager ein kräftiges Scheiße-Gewitter zusammen: Trotz aller seiner Bemühungen, den klebrigen Patrick loszuwerden, wird dieser schließlich wegen Mordes verhaftet und droht auszupacken; Clemence kommt seinem Engagement bei Fleur drauf und zieht aus. Und der so sicher geglaubte Chefsessel ist damit noch längst nicht bezogen.

Zitate

Etienne: „Verpfeifst du mich, wirst du ein Jahr hinter Gittern sitzen, aber du wirst arm sein. Nimmst du mein Angebot an, sitzt du ein Jahr länger, aber du wirst reich sein. Was ist dir lieber?“

Die Kritik des Gunslingers:

Sagen wir’s gleich zu Beginn frank und frei heraus: Was diesem Thriller fehlt, ist ein charismatischer Hauptdarsteller. So bewegt sich Benoit Magimel mit einer Einheitsmiene wie ein Botox-Zombie, sprich größtenteils völlig emotionslos durch die Sets. Weder sind seine Handlungen nachvollziehbar, noch seine raren Gefühlsausbrüche, die sich in verbalen Unverschämtheiten erschöpfen. So fehlt die Spannung, auch weil man sich nicht einbezogen, unbeteiligt fühlt. Zudem lösen sich Etiennes doch massive Probleme schlussendlich dermaßen in Wohlgefallen auf, dass es nur so staubt. Dies dann in einer Art Schlussstatement Etiennes mit „Glück“ zu erklären, grenzt schon fast an Verarsche des Zuschauers.
Der Film denunziert Etienne zwar nicht schlicht als skrupellosen Kackspecht, dafür aber als etwas viel Schlimmeres. Im Innern sind seine moralischen Werte nämlich noch durchaus intakt, macht er sich in seinen weichen Daunenfedern beispielsweise seit Jahren Gewissensbisse um den Betrug an dem Chemiker. Doch erstens ist er sich selbst der Nächste, und zweitens ist er ein Schisser, der in Deckung geht, sobald es etwas kostet, sich zu positionieren.
Was an dem Streifen gefällt, sind die coolen Bilder, die in den besseren Momenten eine Atmo der Ausweglosigkeit erzeugen. Aufgrund der Nebenfiguren, allen voran natürlich der ziemlich nervende Patrick sowie die beiden Frauen, bleibt’s doch immer interessant, was den Gunslinger am Wegdämmern hinderte. Abgesehen von Magimel, ist der Cast gut besetzt: Neben Demaison fand ich besonders Dominique Labourieux klasse, als Clementines bornierte Upperclass-Mutter, und Stéphane de Groodt als cooler Commissaire.
Vom Setting her ist der Streifen sogar ziemlich gelungen, doch am Ende lässt er viele Möglichkeiten ungenutzt.

Rating: $$$

Splatter:

2/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien