Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Steckbrief 7-73

Info

OT: 
He ran all the Way

Jahr: USA 1951
R: John Berry
B: Hugo Butler, Dalton Trumbo (Guy Endore)
K: James Wong Howe
M: Franz Waxman
D: John Garfield, Shelley Winters, Wallace Ford, Selena Royle

Quelle: TV (WDR)

 

Inhalt

Nick Robey (John Garfield) hat seit seiner Geburt Scheiße an den Socken: von Natur aus nicht der Hellste und dazu mit einem abgewirtschafteten Elternhaus gesegnet, in dem der einzige Glanz der Widerschein der Deckenfunzel in der frisch geöffneten Bierdose von Frau Mama (Gladys George) war. Mit seinem Kumpel Al (Norman Loyd) zusammen beschließt Nick, das Schicksal zu zwingen und überfällt den Lohnboten einer Eisenbahngesellschaft. Der Coup geht natürlich in die Hose: Al und ein Polizist bleiben mit Kugeln im Leib am Tatort zurück; Nick gelingt mit zehn Riesen in der Aktentasche die Flucht in ein öffentliches Hallenbad. Hier lernt er die schüchterne und unscheinbare Peggy Dobbs (Shelley Winters) kennen, in der er eine Chance zum Entwischen sieht. Peggy, froh, einmal von einem Mann beachtet zu werden, lässt sich durch das schroffe, wenig galante Verhalten Nicks nicht abhalten und nimmt ihn mit nach Hause. Hier verplappert sich der Galan in seinem Verfolgungswahn, so dass er gezwungen ist, gleich die ganze Familie als Geiseln zu nehmen. Als Zeitungen am nächsten Morgen berichten, dass der verletzte Cop gestorben ist, beschließt Nick, bis auf weiteres zu bleiben, während die Familie nach außen hin ihren Alltagsgewohnheiten nachzugehen hat. Der Gangster, der mit untauglichen Mitteln Anschluss und Nestwärme sucht, erfährt durch die gequälte Familie brüske Zurückweisung. Doch Peggy, auf der Suche nach Liebe, bietet ihm Hilfe und gemeinsame Flucht an. Als das von ihr besorgte Fluchtauto wegen einer Reparatur auf sich warten lässt, entladen sich die aufgestauten Spannungen.

Zitate

„Wenn du ein Mann wärst, würdest du dich um Arbeit kümmern.“ – „Wenn du ein Mann wärst, würde ich dir eine runterhauen.“ (Ma und Sohn Nick pflegen einen entspannten Umgangston)

„Mein Freund Al hat immer für mich mitgedacht.“ (Nick ist nicht der Hellste)

„Ich will doch nur einen Platz, wo ich mich für ein paar Tage verkriechen kann. Jeder Hund hat ein Recht darauf.“ (Nick)

„Er wird uns nicht entkommen.“ – „Ist mir recht: Hängt ihn bloß auf!“ (Ma Robey im Gespräch mit einem Bullen zum Verbleib ihres flüchtigen Sohnes)

„Sie waren so nett, als wir uns kennengelernt haben.“ – „Da war ich in der Klemme, sonst hätte ich dich überhaupt nicht beachtet.“ (Peggy und Nick in a romantic Mood)

Die Kritik des Gunslingers:

John Garfields letzter Film ist ein spannendes und intensives Thriller-Drama mit herausragenden schauspielerischen Leistungen. Nick ist ein völlig asozialer Typ, der emotional nie über das störrische Kleinkind hinausgekommen ist, dem aufgrund seiner verkorksten Sozialisierung jede Empathie fehlt: Es ist ihm unmöglich, sich wirklich in die Gefühle anderer Menschen hineinzuversetzen, zumal er von allen und jedem eh’ nur das schlechteste erwartet. Menschen sind für ihn Zitronen, die es nach Auspressen zu entsorgen gilt, und genau deswegen ist sein Scheitern vorprogrammiert. Seine unbeholfenen, nahezu aggressiven Annäherungsversuche an die Familie Dobbs weist diese verständlicherweise zurück, doch trägt sie damit selbst dazu bei, dass die Situation immer weiter eskaliert.
Von der Crew landeten nach dem Film einige auf McCarthys schwarzer Liste wie Regisseur John Berry, der Drehbuchauto Hugo Butler sowie Hauptdarsteller und Mitproduzent John Garfield. Mitautor Dalton Trumbo stand bereits drauf, daher sprang für ihn der Schriftsteller Guy Endore für die Credits in die Bresche.

Rating: $$$$+

Splatter:

0/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien