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Swerve - Falsche Zeit, fascher Ort

Info

OT: 
Swerve 

Jahr: AUS 2011
R: Craig Lahiff
B: Craig Lahiff
K: David Foreman
M: Paul Grabowsky
D: David Lyons, Emma Booth, Jason Clarke, Travis McMahon

Quelle: DVD (Ascot Elite). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Als Irak-Veteran Colin (David Lyons) mit seiner angeschlagenen Karre durch das australische Outback schleicht, überholt ihn forsch eine gesichtlose Mittelklasse-Limo. Der Fahrer verliert beim Überholmanöver allerdings die Kontrolle über den Schlitten, legt mit der Karre ein paar Überschläge hin und landet ohne Kopf neben der Piste.
Im Autowrack findet Colin einen Koffer voller Drogen-Kohle und einen Zettel, offensichtlich eine Terminnotiz, der auf das nahegelegene Kaff Neverest hinweist. Colin ist eine ehrliche Haut und liefert die Pennunzen bei Sergeant Frank Turner (Jason Clarke) ab, dem örtlichen Sheriff. Turner lädt den Gutsten über Nacht ins beschauliche Heim ein, das er zusammen mit seiner scharfen, aber unzufriedenen Gattin Jina (Emma Booth) bewohnt, die als Zeugin ebenfalls an dem Unfall beteiligt war.
Am nächsten Tag soll’s für Colin mit repariertem Auto weitergehen; Frank will noch nicht einmal eine Aussage zum Unfallhergang. Alles cremig also. Aber Colin verpasst letztlich den richtigen Moment zur Abfahrt: Und so steckt er bald mittendrin in einem handfesten Streit um die Moneten, in dem nicht nur der extrem jähzornige Frank und Jina als Opponenten mitmischen, sondern auch der brettharte Killer Charles Finlay (Travis McMahon).

Zitate

Frank: „Wir sind etwas lässiger hier."

Colin: „Schätze, Ehrlichkeit ist einer meiner Schwachpunkte.“

Colin: „Die zehn Minuten werden mein Leben auch nicht verändern.“ ( ;-) )

Frank: „Weißt du, was mich das Cop-Sein gelehrt hat? Es gibt keine Gerechtigkeit; es ist ein kurzer Weg zum Grab, und dann ist es für eine sehr lange Zeit dunkel und dreckig.“

Colin: „Frank, Frank, Frank! Entspannen Sie sich!! – „Ich bin völlig entspannt.“

Die Kritik des Gunslingers:

Atmosphärisch reiht sich dieser Aussie-Thriller tatsächlich in eine Reihe ein mit Streifen wie „Red Rock West“, „U-Turn“ oder das Thriller-Universum der Gebrüder Coen. Gerne werden letztere dann auch immer wieder als Vergleichsreferenz herangezogen. Doch schaut man näher hin, so sind „Swerve“, was die Plotkonstruktion angeht, diese Stiefel doch mindestens eine Nummer zu groß.
Während etwa die Coens perfide Geschichten drehen, die immer mal wieder und sehr gerne vom geraden Pfad abweichen, wird hier die Story vergleichsweise straight dargeboten. Da gibt es kaum Seitenstränge, und auch die Bösartigkeit hält sich in Grenzen. So finden wir in den Figuren auch am Ende tatsächlich das, was wir anfangs in ihnen gesehen haben. Es fehlen Doppelbödigkeit und Twists, mal abgesehen von einer netten, doch nicht wirklich überraschenden Schlusspointe. Man klaut sich halt gegenseitig reihum die Moneten; das war’s aber auch schon fast.
Nichts desto trotz haben wir es mit einem sauber gemachten und gut gespielten Thriller zu tun, der phasenweise spannend, immer aber atmosphärisch überzeugend ist. Nett empfand ich zum Beispiel die Kontraste zwischen den kompromisslos agierenden und moralisch irgendwie verwahrlosten Protagonisten – Colin als ehrliche Haut mal ausgenommen – und der cleanen Atmo der properen Kleinstadt. Hinzu kommt, dass während der Geschehnisse gerade ein Marschkapellenwettbewerb läuft, die einzige Touristenattraktion. Dieser bildet fast so was wie die tonale Kulisse zu den doch recht drastischen Ereignissen. Insgesamt hätte ich mir noch ein paar Striche mehr auf der Boshaftigkeitsskala gewünscht: Die Voraussetzungen dazu hatte der Streifen.

Rating: $$$

Splatter:

2/10

 

 

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