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Tag der Eule, Der

Info

OT: 
Il Giorno della Civetta
AT:
La Mafia fait la Loi (F)
Don Mariano weiß von nichts

Jahr: I/F 1968
R, B:
Daminao Damiani
B:
Ugo Pirro
K:
Tonino Delli Colli
M:
Giovanni Fusco
D:
Franco Nero, Lee J. Cobb, Claudia Cardinale, Gaetano Cimarosa

Quelle: TV (WDR)

 

Inhalt

Auf Sizilien setzt man keinen Stein auf den anderen ohne die Beteiligung und Protektion des organisierten Verbrechens. Mit harten und nicht immer ganz sauberen Bandagen kämpft man um die Vergabe öffentlicher Aufträge; Pfusch am Bau und Sabotage sind an der Tagesordnung. Ein undurchdringliches Netzwerk aus Gangstern, Lokalpolitikern und staatlichen Stellen gibt den Takt vor.
Als sich einer der wenigen sauberen Bauunternehmer der Gegend, beteiligt am Bau einer Straße, mit einer Ladung Schrot im Balg von der Welt verabschiedet, ist dies für Capitano Bellodi (Franco Nero) willkommener Anlass, gegen das Netzwerk vorzugehen. Sein Gegenspieler ist der örtliche Pate Don Mariano (Lee J. Cobb): ein jovialer Gentleman, über den das gesamte öffentliche Leben läuft und der auch den Ausgang der Wahlen diktiert. Dank seiner Verbindungen zur Democrazia Cristiana schustert er seinen Günstlingen Aufträge und Lizenzen zu, etwa für die Müllentsorgung. Bellodi nun hat's im Urin, dass Don Mariano nicht ganz unschuldig ist am Ableben des unbestechlichen und damit potenziell im Wege stehenden Kleinunternehmers. Zudem ist ein gewisser Nicolosi verschwunden, ein Mann, der das Verbrechen wahrscheinlich mitangesehen hat.
Die Mariano-Fraktion nun streut Zweifel am Lebenswandel von Signora Nicolosi (Claudia Cardinale) und stellt den Mord als „Ehrenmord“ durch Nicolosi hin, falsche Zeugen frei Haus. Im Gegenzug setzt Bellodi durch geschickte Verhaftungen oder auch gefälschte Geständnisse die Gangster unter Druck und spielt die einzelnen Beteiligten gegeneinander aus. Doch während das alles für Mariano ein Heimspiel ist, eckt der aus dem Norden stammende Bellodi mit seiner Art immer wieder an und hat Probleme mit der Mentalität der Einheimischen: eine Mischung aus extremem Ehrgefühl, ausgeprägter Verbundenheit und Angst.

Zitate:

Don Mariano: "Bellodi war ein Gegner. Der da ist nur ... ein Blabla." (Mariano würdigt Bellodis Nachfolger)

Die Kritik des Gunslingers:

Seine Kritik am italienischen Filz kleidet Damiani ins ungemein putzende Kleidchen eines spannenden Psycho-Duells zwischen dem sizilianischen Mafioso und dem „zugereisten“ Bullen. Damit setzt er sich zu keinem Zeitpunkt der Gefahr aus, einen dozierenden Ton anzuschlagen. Es gibt nahezu keine Action, und selbst der Mord, der den Film eröffnet ist aus der Distanz und damit komplett leidenschaftslos in Szene gesetzt.
Der Streifen konzentriert sich ausschließlich auf das Kräftemessen zwischen Nord (= staatliche Ordnung) und Süd (= Mafia), personalisiert eben durch Bellodi und Mariano. Das Interessante ist, dass sich die Beiden im Verlauf des Streifens nur einmal persönlich begegnen: als Bellodi sich am Ziel glaubt und zur Verhaftung ansetzt. Die übrige Zeit finden Stellvertreterkriege statt, während sich die Hauptkontrahenten aus der Entfernung im Auge behalten: Bellodi kontrolliert aus seinem Büro mittels Feldstecher immer wieder, welche Reaktionen seine Maßnahmen auf der Terrasse gegenüber bewirken, auf der Mariano tagsüber Hof hält.
Schauspielerisch glänzen neben Franco Nero und Lee J. Cobb vor allem Gaetano Cimarosa als fast unschuldig naiver Killer und Nehemiah Persoff, der den willfährigen Handlanger Marianos gibt. Sonder-Props für Serge Reggiani, der sich beim Balanceakt zwischen seinem Polizeispitzeltum und der Ergebenheit für den Don verhebt und schließlich einige Zentimeter unter dem Asphalt nicht mehr aufwacht. Claudia Cardinale bleibt dagegen etwas blass, aber das ist eher ihrer etwas eindimensionalen Rolle geschuldet.

Rating: $$$$+

Splatter:

2/10

 

 

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