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Ten Dead Men

Info

OT: 
Ten dead Men
AT:

Ten Dead Men

Jahr: GB 2008
R: Ross Boyask
B: Chris Regan
K: Darren Berry
M: Scott Benzie
D: Brendan Carr, Keith Eyles, John Rackham, Ben Shockley

Quelle: DVD (Illusions). Dank furs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Profi-Killer Ryan (Brendan Carr) übt seinen Job mit Effizienz und Hingabe aus, ist also das beste Pferd im Stall von Gang-Oberhaupt Hart (Terry Stone). Dieser wiederum ist der Typ, der niemals abgibt, was er einmal besitzt: Das gilt auch für seine Angestellten. Kündigungen werden damit nur rechtswirksam mit Kugel im Balg. Dennoch seilt sich Ryan vom Mob ab, hofft, mit seiner neuen Freundin Amy (Pooja Shah) das Tier in sich beerdigen zu können und auf ein bürgerliches Leben.
Das endet nach zwei Jahren, als ihn Axel (John Rackham) aufspürt, ein Kumpel aus der Hart-Truppe, der ihm einst das Leben rettete und nun den ausstehenden Gefallen einfordert. Axel ist in Schwulitäten, weil er Hart um ein nennenswertes Sümmchen prellte, was ein profilierungssüchtiger Gang-Kollege nun rausposaunen möchte. Nicht gut: weder für die Karriere, noch die Gesundheit. Ryan muss also noch einmal in die Bütt, um den Möchtegernsänger zum Schweigen zu bringen. Das gelingt recht reibungslos auf einer Herrentoilette, die sich allerdings ungünstigerweis’ in Harts Nachtclub befindet.
Hart gefällt nun gar nicht, dass sein Ex-Angestellter ohne seine Anweisung Leute umnietet, schon gar nicht seine eigenen. So lässt er erstmal Ryans Herzliebchen inklusive ihres ungeboren Kindes plattmachen und nach der Show anschließend Ryan. Doch hier pfuschte Harts Hinrichtungskommando, und Ryan kann sich schwerstverletzt vom alten Axel, inzwischen selber bei Hart in Ungnade gefallen, wieder zusammenflicken lassen, nimmt einem Dealer eine gepflegte Rutsche Speed ab und präsentiert die Rechnung. Schon bald beginnt sich sein Souvenir-Plastiktütchen mit Arbeitsnachweisen wie abgeschnittenen Fingern und entnommenen Augen seiner Schuldner zu füllen.

Zitate

Erzähler: „Ein Freund in Not hört auf, ein Freund zu sein. Er wird zu einer Belastung.“

„Projektmanager“ (Keith Eyles): „Kunst, wirklich große Kunst braucht Zeit bis zur Vollendung.“ (Der PM hat gerade Ryan auf dem Folterstuhl)

PM: „Ich bezahle eine Exekution und kein Wiedersehen.“ – Boulder (Jason Maze): „Man kriegt nicht immer das, wofür man bezahlt.“ (Der vom PM zu Hilfe gerufene Boulder weiß, mit wem er es zu tun bekommt)

Die Kritik des Gunslingers:

Multitalent Ross Boyask, der sich unter anderem auch regelmäßig als Cutter und Kameramann betätigt, legte hier einen schön ruppigen Actioner mit klarem Noir-Touch vor. Der Streifen ist bis ins letzte Viertel hinein als Rückblende angelegt, in die wiederum weitere Rückblenden eingebettet sind, die Entwicklungen erklären, etwa mit Szenen aus Ryans früherem Leben. Erst 20 Minuten vor Schluss erreichen wir die Gegenwart, indem die Einstiegsszene des Streifens mit den Morden sieben und acht wieder aufgenommen wird. Das Ausschalten der letzten beiden Kandidaten auf Ryans Liste erleben wir dann fast in Echtzeit.
Von den Einflüssen her kamen mir bei Verköstigung des Streifens zwei Filme besonders in den Sinn. Die Anlage Ryans als schweigsamer, fast zombieesk anmutender Killer, der im gesamten Film nur eine Handvoll Wörter spricht und der dafür umso intensivere Off-Erzähler gemahnen schwer an den US-Indie-Klassiker „Explosion des Schweigens“. Der Erzähler, wie die Rückblendenstruktur ebenfalls ein Charakteristikum der Noir-Filme, unterfüttert die einzelnen Szenen mit seinen Betrachtungen. Im Original ist das Doug Bradley, Darsteller des Pinhead aus Clive Barkers Eraserhead-Filmen. Als zweite Inspirationsquelle, betrachtet man die Konstruktion, flimmert überdeutlich Tarantinos Epos „Kill Bill“ auf. Auch dort kann man die Geschichte letztlich eindampfen auf „Knapp überlebendes Mordopfer vollzieht die möglichst blutige Rache an den Schuldigen“. Wenngleich das Ganze hier natürlich deutlich sparsamer und vor allem straighter und unverspielter vor sich geht.
Der Streifen ist trotz seines offensichtlich eher schmalbrüstigen Budgets solide und glaubwürdig ausgeführt. Hervorheben möchte ich die gute Kameraarbeit und die zahlreichen rauen Nickeligkeiten, die dem Connoisseur Spaß in die Backen treiben: Finger vs. Bolzenschneider, Zunge gegen Glasscherbe oder die Paarung Akku-Drillbohrer und Oberschenkel lassen nur wenig „Wünsche“ diesbezüglich offen. Etwas Härte nehmen die beiden schwulen Killer Garrett (Jason Lee Hyde) und Parker (J.C. Mac) raus, die sich wie ein altes Ehepaar über die richtige Wahl des Autos streiten – dicker BMW oder Kleinwagen – oder sich auf dem Weg zu einem Job kabbeln. Doch bleibt dies der einzige Humor, den sich der Film gönnt.
Darstellerisch krankt der Streifen an seinem Hauptdarsteller, der sich für meinen Geschmack zu monoton durch die Sets metzelt. Doch sämtliche weiteren Rollen sind gut besetzt, allen voran Keith Eyles als gummischürzenbewehrter Folterknecht mit Angestellten-Habitus, sowie Ben Shockley als korrupter Bulle mit Gewissensbissen in Harts Sold.
Feine Kost für Freunde der härteren Brit-Gangart.

Rating: $$$$

Splatter:

6/10

 

 

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