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Todesengel, Der

Info

OT: 
La Vittima designata

Jahr: I 1971
R:
Maurizio Lucidi
B:
Fulvio Gicca (Palli), Fabio Carpi, Luigi Malerba
K:
Aldo Tonti
M:
Luis Enriquez Bacalov
D:
Tomas Milian, Pierre Clementi, Katia Christine, Luigi Casellato

Quelle: VHS (Public Home Video)

 

Inhalt

Luisa (Marisa Bartoli) und Stefano Argenti (Tomas Milian) sind verheiratet und Mitinhaber einer brummenden Werbeagentur, doch hat das Idyll bereits Risse bekommen. Stefano, angeödet vom Geschäft und seiner dominanten Gattin, knattert bereits fremd, und zwar mit dem französischen Fotomodell Fabienne (Katia Christine). Er versucht alles, die Agentur an den anderen Teilhaber zu verscherbeln, der bereit ist, 250 Millionen Lire springen zu lassen, und Luisa loszuwerden. Doch die denkt weder daran zu verkaufen, noch die Ehe zu lösen. Das Problem: Die Agentur-Anteile laufen zu allem Unglück auf Luisas Namen, so dass Stefano die Hände gebunden sind.
Da läuft dem Frustrierten mehrmals ein Edel-Hippie (Pierre Clementi) über den Weg, der sich als reicher und gelangweilter Graf Matteo Tiepolo entpuppt. Matteo, der um die Freundschaft Stefanos buhlt, macht diesem ein Angebot: Er killt für ihn Luisa; im Gegenzug erledigt Stefano Matteos verhassten Bruder. Stefano ist dieses Angebot nicht koscher: Er versucht erstmal, mit den üblichen Tricks den Verkauf der Agentur ohne Gattinnenmord einzustielen, also beispielsweise das Fälschen von Unterschriften. Das bringt ihn aber nur in Schwierigkeiten, denn Luisa kommt ihm dank Matteo, der ordentlich Druck aufbaut, drauf.
Als der mordlüsterne Graf dann auch noch seinen Teil der nicht geschlossenen Abmachung erfüllt und Luisa den Garaus macht, ist Stefano in der Zange: Auf der einen Seite die Bullen, die von Matteo mit immer neuen Indizien gefüttert werden, und Stefanos Unschuldsbeteuerungen keinen Glauben schenken, was angesichts seiner ans Licht kommenden Mauscheleien auch nicht wirklich verwundert. Auf der anderen Seite will ihm der Graf nur die Schlinge abnehmen, wenn Stefano seinen Teil des Freundschaftsdienstes erledigt.

Zitate:

Matteo: „Ich glaube an die Freundschaft. Sie ist ein männliches Gefühl. Liebe ist dagegen ein Gefühl, das uns erniedrigt.“

„Entweder man tötet, weil man dazu berufen ist – das ist bei mir der Fall. Oder man tötet, weil es nötig ist – das ist bei dir der Fall.“ (Matteo hat die Dinge gern klar)

Die Kritik des Gunslingers:

Gelungener Psychothriller, der trotz der dieser Besprechung zugrunde liegenden Stümmelfassung als ein schönes Beispiel italienischen Genre-Kinos erkennbar ist - abseits von Poliziottesco und Giallo. Lucidi, der auch einige gelungene Italowestern inszenierte, fabrizierte mit diesem Streifen offensichtlich eine Umsetzung der Vorlage von Patricia Highsmith, „Zwei Fremde im Zug“, an der sich auch 20 Jahre zuvor Alfred Hitchcock versucht hatte. Doch vor allem dank der androgynen und theatralischen Vorstellung Pierre Clementis kriegt die Geschichte hier eine ganz eigene Stoßrichtung. Der Graf, ein oberflächlich softer Hippie-Typ, scheint aus dem Universum des Marquis de Sade entsprungen zu sein: ein Mann, der alles bis zur Neige auskosten will aus „Lust oder Langeweile“, bis am Ende nur der Tod noch für zusätzliche Kicks sorgen kann. Schauspielerisch gleichwertig ist Tomas Milian, dessen Stefano das bodenständige, nach dem kleinen Glück strebende Alter Ego des dekadenten Venezianers darstellt.
Der atmosphärische Film widmet sich sehr ausführlich der fast devoten Annäherung Matteos an den virilen Stefano. Große Klasse wie sich der zudringliche Aristokrat mit allen Mitteln in das bürgerliche Leben seines „Bruders im Geiste“ drängt und schließlich alle Fäden in der Hand hält, so dass Stefano in der Würgeschlinge hängt und keine Chance mehr hat, selbstbestimmt zu handeln.
Spitze ist der Score, komponiert von Bacalov, der in weiten Teilen durch die italienische Band „New Trolls“ bestritten wird, und zwar unter massivem Einsatz von Cembalo und Streichern. Luis Enriquez Bacalov arbeitete mit der Gruppe im übrigen auch auf ihren Alben zusammen.

Rating: $$$$

Splatter:

keine Wertung, da die mir vorliegende Fassung stark geschnitten ist

 

 

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