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Tote bin ich, Der

Info

OT:
Der Tote bin ich

Jahr: D 1979
R: Alexander v. Eschwege
B: Gert Loschütz
K: Igor Luther
M: Irmin Schmidt
D: Marius Müller-Westernhagen, Christiane Lenn, Anne Bennent, Werner Eichhorn

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar.

 

Inhalt

Stefan Schröder (Marius Müller-Westernhagen), frisch fertig gewordener Lehramtsreferendar, spitzt sich auf eine Anstellung an einer Kölner Schule. Gleichzeitig bezieht er eine neue Wohnung, da es mit Freundin Helga (Christiane Lenn) gerade nicht perfekt läuft. Aktueller Mieter der neuen Butze ist ein gewisser Wolfie Bär (Heinz Hoenig), der aber verschwunden ist – auf Reisen, wie man munkelt – sich jedoch anscheinend mit der vorübergehenden Weitervermietung einverstanden erklärt hat. Allerdings muss ein Zimmer in der Hütte verschlossen bleiben: Dieses enthält die persönliche Habe Wolfies.
So weit, so gut. Doch die Dinge geraten ins Schwanken, als Stefan am Tag nach dem Einzug einen Brief des Schulamts erhält. An seiner Verfassungstreue werde gezweifelt, er möge sich doch bitte eine Woche später zum klärenden Gespräch einfinden. Diese Gespräche finden in der Endzeit des sogenannte „Radikalenerlasses“ nur nach einem konkreten Hinweis statt, doch Stefan ist sich keiner Schuld bewusst.
Bald schon mehren sich die Indizien, dass der angehende Junglehrer überwacht wird: In seiner Wohnung scheinen noch andere Leute ein und aus zu gehen, obwohl es offiziell keinen Nachschlüssel gibt; ein verdächtiger Handwerker-Bulli parkt ununterbrochen vor dem Haus, und warum kommt das bestellte Telefon so schnell? Stefan beginnt zu schnüffeln und sieht sich in seinem Verdacht bestätigt.

Die Kritik des Gunslingers:

Im Rahmen der Pidax-Reihe mit frühen TV-Streifen mit Marius Müller-Westernhagen ist tatsächlich die ein oder andere kleine Perle zu sehen. Ein paar dieser Filme haben wir an dieser Stelle ja bereits näher begutachtet.
Eine solche ist auch der Debütfilm des Regisseurs Alexander v. Eschwege, der trotz einiger Längen gute Ansätze für einen veritablen Paranoia-Thriller beinhaltet. Westernhagen, der den Film alleine trägt und das souverän, zeigt, dass an ihm ein wesentlich besserer Schauspieler verloren gegangen ist, als wir einen Blues-Rocker mehr gewonnen haben. Ihr wisst, was ich meine.
Was an dem Streifen wirklich überzeugt, ist die gekonnt gesteigerte Paranoia-Atmo, die mit Zustellung des Briefes ihren Anfang nimmt. Die durch Stefan gemachten Beobachtungen scheinen alle ineinander zu passen und seine schnell aufgestellte Überwachungstheorie zu untermauern. Ebenso die Äußerungen seiner Mitmenschen, die ihm immer öfter als doppelbödig erscheinen. Überflüssig zu sagen, dass sich sämtliche „Indizien“ auch zufällig und unbeabsichtigt ergeben haben könnten. Schon kurze Zeit später schleicht Stefan, der sich zunehmend allein fühlt, durch die Nachbarschaft auf Suche nach Verdächtigem. Klasse sind dabei die Kameraführung durch den routinierten Igor Luther sowie der saxophonierte Piano-Score von Irmin Schmidt, rund zehn Jahre zuvor Gründungsmitglied von Can.
Der Streifen zeigt, wie ein Normalo aus heiterem Himmel und ohne eigenes Zutun zum getriebenen Außenseiter wird. Ein wenig mehr Straffung hätte gut getan, so empfand ich etwa die Rolle von Anne Bennent als complettamente redundant.

Rating: $$$$-

Splatter:

0/10

 

 

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