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Tote soll ermordet werden, Eine

Info

OT: 
Eine Tote soll ermordet werden

Jahr: D 1972
R, B:
Wilhelm Semmelroth
K:
Hans Braun
M:
Hans Jönsson
D:
Siegfried Lowitz, Günter Mack, Harald Dietl, Jutta Kammann

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Das pensionierte Yard-Schlachtross Edward Keith-Kendrick (Siegfried Lowitz) staunt nicht schlecht, als eines Abends ein gewisser Edgar Tweedale (Günter Mack) die traute Teestunde stört. Der Gast hat ein seltsames Anliegen, denn er wünscht, dass der Pensionär einen Mord für ihn begeht. Tweedale bietet 20 Riesen, um eine Frau, seine Frau, umzubringen, vor Zeugen und nach dem Motto „lassen Sie es wie einen Unfall aussehen“.
Der erstaunte Keith-Kendrick bittet sich Bedenkzeit aus und weiht seinen Nachfolger beim Yard ein, Inspektor Olney (Harald Dietl). Der identifiziert Tweedale anhand der Beschreibungen flugs als Dr. Plummer, einen prominenten Psychiater. Doch seltsam: Plummers Gattin ist bereits drei Monate zuvor durch einen Treppensturz aus dem Leben geschieden, und zwar vor Zeugen. Nun gehen seit geraumer Zeit anonyme Briefe bei Scotland Yard ein, die den Psychiater – übrigens Alleinerbe seiner finanziell üppig ausgestatteten Gattin – des Mordes bezichtigen.
Plummer, der den Mordauftrag nur erteilt hatte, um Keith-Kendrick für den Fall zu interessieren, ist höchst einverstanden, als der pensionierte Ganovenjäger noch einmal anfängt zu ermitteln. Zuerst jedenfalls.

Zitate:

Lady Alice (Ruth-Maria Kubitschek): „Von Morden geht was schrecklich Negatives aus.“ – Keith-Kendrick: „Ja, für die Ermordeten bestimmt.“

Die Kritik des Gunslingers:

Wilhelm Semmelroth, in den 60er- und 70er-Jahren für einige TV-„Straßenfeger“ verantwortlich – man denke nur an die Durbridge-Krimis – versuchte sich an einem Roman des kanadischen Autors Philip Freund.
Damals durchaus ein Publikumserfolg, zeigt dieses Kammerspiel das in ihm wohnende dramatische und Suspense-Potenzial aber nur in Ansätzen. Zu schwankhaft ist letztlich die Umsetzung. Anstatt sich auf das Psycho-Duell seiner beiden Protagonisten zu stützen, bedient Semmelroth die Bedürfnisse eines typischen deutschen Primetime-Publikums: ein wenig was zum Mitraten, ein wenig was zum Schmunzeln. So garniert er die Handlung mit schrulligen Nebenfiguren wie die aufgedrehte Lady Alice oder die für den Plot gleich völlig überflüssige Nichte des pensionierten Inspektors (Jutta Kammann), die dem strammen Olney ein wenig schöne Augen machen darf.
Dabei bietet die Geschichte Einiges: Es ist ja nicht nur unklar, ob der Doc seine Frau tatsächlich umbrachte und wer die anonymen Briefe schrieb. Zusätzlich stellt sich auch irgendwann die Frage, wer überhaupt ermordet wurde und von wem. Hätte man doch was draus machen können, nech. Doch Semmelroth will nicht erschrecken, bleibt in Sachen Spannungsentwicklung alles schuldig und packt sein Publikum dermaßen in Watte, dass es fast wehtut. Gut sind allerdings die Leistungen von Günter Mack als zwielichtiger Psychiater und Siegfried Lowitz, der dessen oberflächlich jovialen, aber durchaus giftigen und vor allem findigen Gegenspieler verkörpert.

Rating: $$$

Liebe:

0/10

 

 

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