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Unbekannter rechnet ab, Ein

Info

OT: 
And then they were none
AT:
... e poi no rimase nessuno (I)
Diez Negritos (SP)
Dix petits Nègres (F)
Zehn kleine Negerlein

Jahr: D/SP/I/F 1974
R:
Peter Collinson
B:
Erich Kröhnke, Enrique Llovet, Harry Alan Towers
K:
Fernando Arribas
M:
Carlo Rustichelli
D:
Oliver Reed, Elke Sommer, Gert Fröbe, Richard Attenborough, Herbert Lom

Quelle: TV (ARD)

 

Inhalt

Zehn Menschen finden sich mitten in der iranischen Wüste auf einem palastartigen Anwesen ein. Alle sind hier auf Veranlassung eines gewissen Mr. Owen, sei es, dass sie für ihn arbeiten, sei es, dass sie zu einer Party mit gemeinsamen alten Freunden eingeladen sind, sei es, dass sie die Partygäste überwachen sollen. Allen gemeinsam ist allerdings, dass niemand bisher den geheimnisvollen Mr. Owen zu Gesicht bekommen, hat. Etwas blümerant wird’s den Gästen dann erstmals, als jeder auf seinem Zimmer das alte Lied von den „Zehn kleinen Negerlein“ vorfindet.
Und der Gastgeber macht sich auch weiterhin rar: Das erste Mal in Erscheinung tritt er in Form einer Audiokassette, auf der er nacheinander alle Anwesenden eines Verbrechens beschuldigt, zumeist Mord oder Totschlag. Zwar bewirkt dies ein großes Gezeter inklusive einer Serie von Unschuldsbeteuerungen, doch Abhauen oder Hilfe holen ist nicht: Es gibt weder ein Fahrzeug, noch Kommunikationsmittel nach draußen und schon bald die erste Leiche. Dass es dabei nicht bleibt, ist klar: So beißt jeder umgehend in Sand oder Beton, der sich zu seiner Schuld bekennt. Als zusätzliches, paranoiatreibendes Element dezimieren sich mit jeder Leiche auch die zehn kleinen Neger-Statuen, die auf einem Tisch aufgebaut sind.
Da Hausdurchsuchungen vergeblich bleiben, ist irgendwann klar, dass sich Mr. Owen in der immer überschaubarer werdenden Schar der Anwesenden befinden muss.

Zitate:

Cannon (Richard Attenborough): „Wie weit ist es zur nächsten Ortschaft?“ – Martino (Alberto de Mendoza): „Hier gibt es keine Ortschaft, Sir. Nur Wüste und Berge im Umkreis von 200 Kilometern.“ (Also einfach mal richtig ausspannen)

Blore (Gert Fröbe): „In meinem Beruf tut man nicht immer das, was man zu tun vorgibt.“

Ilona (Stephane Audran): „Ich traue keinem Mann, der nicht trinkt.“

Die Kritik des Gunslingers:

Der Klassiker von Agatha Christie um die dem Tode geweihte Partygesellschaft und das Anerkennen von Schuld inspirierte auch den Briten Peter Collinson zu seinem etwas gelackten Hochglanzthriller. Als Kammerspiel ist so ein Streifen besonders auf die Qualität der Akteure angewiesen, da es naturgemäß kaum Außenimpulse gibt. Hier ließ Collinson europäische Spitzenklasse auffahren, die sich auch wacker durch die überraschungsarme, da sattsam bekannte Geschichte schlägt. Besonders Gert Fröbe als deutscher Privatdetektiv nimmt’s wieder mit Humor. Der Mann ist einfach große Klasse, liebe Gemeinde.
In weiten Teilen ist der Film durchaus spannend gemacht. Da wäre einmal der weitläufige Owen’sche Palast, der einiges an Winkeln, Nischen, Gängen und ein tolles Treppenhaus bereit hält, was die Kamera bereitwillig als Material für etliche gute Einstellungen verbrät. Zweiter Pluspunkt ist der schöne Score von Carlo Rustichelli, im Hauptthema dominiert durch Trompete und Streicher. OK, nicht so dolle ist der auf Frenglisch vorgetragene Chanson, den Carles Aznavour zur Pianobegleitung vorträgt, während er sich ordentlich einen hinter die Binde gießt. Zur Strafe darf er dann auch kurz darauf als Erster entseelt Bodenkontakt aufnehmen.
An den Haaren herbeigezogen und gut für einen Punkt Abzug ist das Happyend, das uns die literarische Vorlage ja bekanntlich versagt.

Rating: $$$

Splatter:

1/10

 

 

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