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Unsichtbare Auge, Das

Info

OT: 
Someone's watching me!

Jahr: USA 1978
R, B: John Carpenter
K: Robert B. Hauser
M: Harry Sukman
D: Lauren Hutton, David Birney, Adrienne Barbeau, Charles Cyphers, Len Lesser

Quelle: VHS (Warner Bros.)

 

Inhalt

Nach einer gescheiterten Love-Story in New York will die junge TV-Regisseurin Leigh Michaels (Lauren Hutton) einen Neuanfang in Los Angeles starten und bezieht in den noblen Arkham Towers eine schicke Wohnung mit allen Schikanen. Beruflich läuft es wie geschmiert, schon beim ersten Bewerbungsgespräch in einem Sender muss sie für einen ausgefallenen Regisseur eine Kochsendung schmeißen und hat danach den Job. Dort freundet sie sich schnell mit ihrer Assistentin Sophie (Adrienne Barbeau) an, und auch das Liebesleben flammt wieder auf, als sie den Philosophie-Prof Paul Winkless (David Birney) in einer Bar kennenlernt.
Leighs Ankunft in L.A. war allerdings nicht unbeobachtet; ein anonymer Stalker im Hochhaus gegenüber hat sie durch ein Teleskop ins Visier genommen und beginnt ein perfides Spiel mit ihr. Als exklusives Reiseunternehmen getarnt,  stellt er ihr einen Frei-Trip nach Europa in Aussicht und schickt ihr daraufhin Überraschungspakete und Nachrichten. Anfangs hält Leigh das noch für einen ausgefallenen Werbescherz, doch dann bemerkt sie, dass Fremde in ihrer Wohnung waren, auch meldet sich der anonyme Reisebeglücker nun des Nächtens per Telefon.
Die inzwischen ziemlich verunsicherte Leigh zieht ihre Freunde zu Rate, gemeinsam gehen sie zur Polizei. Inspektor Hunt (Charles Cyphers) kann ihr allerdings keine Hilfe versprechen, denn gegen den Stalker hat er noch keine rechtliche Handhabe, da bisher kein tätlicher, strafbarer Übergriff statt fand.
Von der Polizei allein gelassen, nimmt Leigh nun mit Sophie und Paul das Heft selbst in die Hand. Und tatsächlich stöbern sie einen höchst verdächtigen Typen im Nachbarhaus auf, der mit einem Fernrohr die Wohnungen gegenüber zu beobachten scheint. Die Polente schreitet nun doch ein und verhaftet den vermeintlichen Belästiger, aber die Anrufe hören nicht auf...

Zitate

"Hallo Los Angeles, das könnte der Anfang einer bedeutsamen Beziehung zwischen uns sein." (Leigh Michaels gibt sich bedeutungsschwanger...)

Leigh: "Ich hab seltsame Ängste." - Paul: "So, was für welche?" - "Das mich ein Zwerg vergewaltigt." (... und einen zweifelhaften Humor hat sie auch)

Die Kritik des Sargnagels:

Fast zeitgleich mit der späteren Slasher-Ikone "Halloween" erschien im Herbst 1978 John Carpenters Psychothriller "Das unsichtbare Auge" im amerikanischen Fernsehen. Trotz der Achtungserfolge mit "Dark Star" und "Assault - Anschlag bei Nacht" blieben ihm damals nur kleine Budgets beschieden, und für die Produktion des Senders NBC gab es gerade mal soviel Kohle, dass man den Streifen größtenteils mit Studio- und Indoor-Szenen umsetzen konnte.
Carpenter besann sich auf das absolut Wesentliche und setzte den Stalking-Thriller knochentrocken ohne größere Umschweife um - Anleihen bei Großmeister Hitchcocks "Das Fenster zum Hof" inklusive. Sicher nicht die schlechteste Referenz, um sich was zu mopsen ;-) Überraschend verstaubte das Teil trotz des späteren Weltruhms von Carpenter nach der Erstaustrahlung im NBC-Archiv und galt in den USA jahrelang als Rarität, während hierzulande schon in den frühen 80ern eine VHS aufgelegt wurde.
Ohne aufwendige Kulissen und Schauplätze konzentrierte sich Carpenter auf's Handwerkliche und ließ Kameramann Robert Hauser ein paar echt schnafte Einstellungen, Zooms und Schwenks abkurbeln. Wie z.B. während eines Telefonats von Leigh die Kamera unter die Tischkante schwenkt und die versteckte Abhörwanze in den Fokus nimmt, ist mit einfachsten Mitteln absolut professionell und äußerst effektiv umgesetzt. Intro und Ende hätten auch italienische Giallo-Spezialisten kaum besser auf die Leinwand gebracht.
Lauren Hutton war Ende der 60er/Anfang der 70er einer der steilsten Zähne der Model-Banche und wechselte mehr oder minder gleitend ins Schauspielfach. Ihren Hauptrollenpart spielt sie routiniert, allerdings ohne nachhaltig damit aufzufallen, in mancher Szene wirkt sie doch etwas künstlich. Im Vergleich zu Jamie Lee Curtis wird schon deutlich, warum letztere dann zur Scream Queen wurde. Der Rest des Casts agiert ebenfalls solide, erwähnenswert sind dabei Charles Cyphers, der in den frühen Carpenter-Werken zum Stammpersonal gehörte und Adrienne Barbeau, die den Meister beim Dreh kennen und lieben lernte und ein Jahr später ehelichte.
Der Score ist für einen Carpenter-Streifen ziemlich untypisch, was wohl daran liegt, das er nicht von ihm stammt, sondern von Harry Sukman, der vorrangig Fernsehproduktionen und B-Movies vertonte. Sparsam eingesetzt entfalten dann aber bedrohliche Bläser und sägende Geigen in den Spannungsmomenten ihre Wirkung. Die deutsche Synchro lässt dagegen leider den nötigen Pep vermissen, zudem wundert man sich des öfteren über verquaste Textzeilen oder stolpernden Dialog (s.o.). Vor allem zwischen Leigh und Paul will's deswegen auch verbal nicht so richtig knistern, das läuft eher auf klinischer Ebene ab.
Letztendlich ist's aber für einen TV-Cheapo aus den 70ern Genöle auf höherem Niveau. Der Streifen ist durchweg spannend von der ersten bis zur letzten Minute und bietet Einiges für Carpenter-Devotees.

Rating: $$$$-

Splatter:

1/10

 

 

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