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Wahl der Waffen

Info

OT: 
Le Choix des Armes

Jahr: F 1981
R: Alain Corneau
B: Michel Grisolia
K: Pierre-William Glenn
M: Philippe Sarde
D: Yves Montand, Gérard Depardieu, Cathérine Deneuve, Gerard Lanvin

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Der ehemalige Gangster Noël Durieux (Yves Montand) ist zu ordentlich Schotter gekommen. Nun lebt er mit Frau Nicole (Cathérine Deneuve) auf seinem herrschaftlichen Anwesen und züchtet als braver Gutsbesitzer edle Rösser. Das ändert sich, als sein verwundeter Ex-Kollege Serge (Pierre Forget) aufschlägt: Serge ist zusammen mit dem jungen Mickey (Gérard Depardieu) aus dem Knast getürmt, aber bei der Flucht leider in den dank Verrats vorbereiteten Hinterhalt einer verfeindeten Gang geraten.
Serge gibt den Löffel ab, während Mickey nun Noël um ein wenig finanzielle Hilfe für einen Neustart zu erpressen sucht. Durieux muss erkennen, dass er nur wieder Ruhe haben wird, wenn er den unberechenbaren Mickey ausschaltet. Dabei kommen ihm zwei Dinge zu Hilfe: Erstens steht Mickey ziemlich allein da, da die alten Kumpels keinen Bock mehr auf den Lunatic haben. Und zweitens funktionieren Noëls Seilschaften umso besser, so dass er schnell ein paar gute Freunde aus alter Zeit mobilisieren kann, um den untergetauchten Mickey aufzuspüren.
Dies versuchen auch die Bullen, zumal es auf der Knastflucht auch einige Kollateralschäden gegeben hat. Während sich der abgeklärte Kommissar Bonnardot (Michel Galabru) und sein heißsporniger designierter Nachfolger Inspektor Sarlat (Gerard Lanvin) nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können, wächst in Noël das Verständnis für Mickey, und er ist geneigt, sein Vorhaben fallen zu lassen. Doch die Würfel sind bereits anders gefallen.

Zitate

Durieux: „Man darf keine Schwäche zeigen. Niemals.“

Die Kritik des Gunslingers:

Spannender, harter und hervorragend besetzter Gangsterfilm mit Drama-Ambitionen. Der Streifen lebt von den Gegensätzen, die auf allen Ebenen sichtbar werden. Am deutlichsten wird hier der Generationenkontrast, der Gegensatz alte Schule zu junger Verzweiflung, die der Streifen insbesondere während Durieux' Nachforschungen herausarbeitet.
Da muss man sich nur Noël und seine Spezis im Vergleich anschauen zum Umfeld Mickeys. Auf der einen Seite stehen stil- und traditionsbewusste Gangster alter Schule, fast so etwas wie Ehrenmänner, alle irgendwie gut situiert. Auf der anderen Seite die hoffnungslosen Youngster wie Mickey: aufgewachsen in betonierten Vororten, Jugendgang, gescheiterte Ausstiegsversuche, Knast, Drogen. Im besten Fall steht wie bei Mickeys Kumpel Dany (Richard Anconina) am Ende das Abziehbild eines kleinbürgerlichen Spießerlebens mit abgewrackter Ehegattin, die die Versorgung des kleinsten Kindes der ältesten, etwa siebenjährigen Tochter überlässt.
Ähnlich sieht's aus bei den Bullen: Hier der erfahrene, ruhige Bonnardot, gleiche Generation wie Durieux, kurz vor der Pensionierung stehend, bedächtig, nachdenklich und erfolgreich. Dort sein Assi und Bald-Nachfolger Sarlat, der den Alten verachtet ob seiner scheinbaren Zauderlichkeit und mit seinem überhasteten Aktionismus nur Schaden anrichtet. Am Ende hat er nicht mal den Mumm, zu seinen Fehlern zu stehen: Das übernimmt für ihn dann Bonnardot. Die Kamera unterstützt diese Kontrastierung, in dem sie beispielsweise immer wieder Bilder vom jetzt privilegierten Leben des Ehepaars Durieux gegenschneidet zu Mickey, der sich durch Hochhausghettos bewegt und sich mit resignierten Menschen trifft, die genauso gescheitert sind wie er.
Mickey ist zwar impulsiv und gewalttätig, aber kein Schwein: Als er einen Bullen in Notwehr umlegt, ist er heftig geschockt; der Überfall auf eine Tanke scheitert fast an der resoluten Pächtersgattin, die ihm anfangs jeden Schneid abkauft, obwohl sie unbewaffnet ist, und seiner ihm unbekannten, vierjährigen Tochter versucht er sich, auf rührende, unbeholfene Weise zu nähern. Letztlich scheitern aber alle menschlichen Anwandlungen an den Umständen; jede Anwendung von Gewalt lässt eine anfangs mögliche Lösung weiter weg rücken. Das Ende immerhin gestattet noch einen hoffnungsvollen Ausblick.
Einziger Wermutstropfen, wenn man ihn denn finden will, ist die ausufernde Länge des Films.

Rating: $$$$+

Splatter:

2/10

 

 

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