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Zinker, Der

Info

OT: 
Der Zinker

Jahr: D 1931
R:
Karel "Carl" Lamač , Martin Frič
B:
Rudolf Katscher, Egon und Otto Eis
K:
Otto Heller
M:
Florian C. Reither (neuer Score)
D:
Carl-Ludwig Diehl, Lissi Arna, Fritz Rasp, Paul Hörbiger

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Eigentlich könnte Scotland Yard recht zufrieden sein: Regelmäßig trudeln Briefe ein, in denen ein Unbekannter auf geplante Verbrechen hinweist. Doch „Der Zinker“, wie der Verräter in der Unterwelt heißt, ist alles andere als ein um Gesetze und deren Einhaltung besorgter Bürger. Denn grundsätzlich „verzinkt“ der Schlingel nur diejenigen, die nicht bereit sind, ihre Beute an ihn deutlich unter Marktwert zu verhökern.
Beim dubiosen Autogroßhändler Frank Sutton (Fritz Rasp) scheinen die Fäden zusammenzulaufen. Also schleust Scotland Yard die hübsche Lillie Trent (Lissi Arna) als Sekretärin ein. Ebenfalls am Start sind „Captain“ Leslie (Carl Ludwig Diehl), dem der Zinker drei Jahre Dartmoor beschert hatte, und der jetzt bei Sutton arbeitet, sowie der Reporter Charlie Tilman (Robert Thoeren), der sich undercover unter die Angestellten des Geschäftsmanns gemischt hat. Seltsam ist auch Suttons geheimnisvoller Kompagnon, der angeblich in Indien weilt, doch immer wieder Kippenreste im Aschenbecher auf seinem verwaisten Schreibtisch zurücklässt. Viel Schnüffelarbeit also für alle, die dem Zinker ans Leder wollen – und gefährlich dazu, denn der Bösewicht schreckt auch vor Mord nicht zurück.

Zitate:

Er tut nichts Unehrenhaftes, außer, er wird gut dafür bezahlt.“ (Diamanten-Harrys (Jack Mylong-Münz) Kurzcharakterisierung seines Kumpels Bill (Szöke Szakall))

Die Kritik des Gunslingers:

Bereits in den Zwanziger Jahren erkannte man in Deutschland das kommerzielle Potenzial der Edgar-Wallace-Krimis auch fürs Kino. 1931 nahm sich die Berliner Gesellschaft Ondra-Lamac des Zinkers an, den der Meister bereits ein paar Jahre zuvor höchst selbst in England verfilmt hatte.
Der Streifen hat trotz einer zum Teil gelungenen Atmo aus heutiger Sicht eine Menge Patina angesetzt. Das liegt nicht nur an der unüberhörbaren, nachträglichen Studiovertonung mit ihrem unpassenden Hall, sondern auch an der Art der Schauspielerei. So wirken Figuren mit Marotten, wie der vergessliche Yard-Inspektor (Ernst Eicher), oder komischen Zügen, wie der schrullige Spielclubbesitzer Bill oder der Reporter Harras (Paul Hörbiger), viel zu klamottig. Besonders Paule Hörbiger überreißt mit seinem Wiener Charme. Das war 30 Jahre später während der zweiten Welle der Wallace-Adaptionen fürs Kino deutlich besser ausgewogen, als man den Humor in erster Linie Eddie Arent überließ. Richtig überzeugend war für mich hier vor allem der schon von der Optik her schurkige Fritz Rasp.
Ansonsten bewegt sich der Film in bewährter Spur: Erst wird ein Verdächtiger aufgebaut, um ihn dann als solchen wieder schrittweise zu demontieren und das muntere Mitraten zu eröffnen. Die Auflösung schließlich – es ist eine andere als im 60er-Jahre-„Zinker“ – wirkt ein wenig an den Haaren herbeigezerrt. Als sogar etwas störend empfand ich den für die restaurierte Fassung neu komponierten und eingespielten Orchester-Score von Florian Reithner: zu laut, zu pompös.
Erwähnenswert noch die späteren Karrieren von Szöke Szakall und Robert Thoeren: Während erster in Hollywood ein viel beschäftigter Nebendarsteller wurde, sagte Thoeren der Schauspielerei kurze Zeit später adieu. Er verlegte sich recht erfolgreich aufs Schreiben und verfasste unter anderem die Geschichte zum Klassiker „Manche mögen’s heiß“ oder skriptete „Felix Krull“ mit.
An der kurzlebigen Ondra-Lamac war auch Annie Ondra beteiligt, eine in den 30ern recht bekannte Komödien-Schauspielerin und spätere Ehefrau des Boxers Max Schmeling.

Rating: $$$

Splatter:

0/10

 

 

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