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Torrente - Der dümmste Arm des Gesetzes

Info

OT: 
Torrente – El Brazo Tonto de la Ley

Jahr: SP 1998
R, B: Santiago Segura
K: Carles Gusi
M: Roque Baños
D: Santiago Segura, Javier Camara, Tony LeBlanc, Manuel Manquiña

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Es ist Jahre her, dass José Luis Torrente (Santiago Segura) mal bei der Polizei war. Seitdem der Unsympath wegen absoluter Unfähigkeit aus dem Dienst entfernt wurde, lebt er in einer versifften Butze zusammen mit seinem halbseitig gelähmten Vater (Tony LeBlanc). Dads Stütze hält die Beiden am Kacken, und fürs Zubrot wird Vattern jeden Tag im Rolli zum Betteln rausgestellt.
Doch Torrente fühlt sich immer noch dem Verein zugehörig: Er hält nicht nur vor den Nachbarn den Schein aufrecht, sondern cruist auch jede Nacht hackendicht durch Madrid und drangsaliert Schwache, etwa Immigranten und Müllsammler. Nebenbei hat er's abgesehen auf die scharfe Amparito (Neus Asensi), die im Fischgeschäft der neuen Nachbarn aushilft.
Der Weg zum Schuss führt leider über deren minderbemittelten Cousin Rafi (Javier Cámara), einen heftig bebrillten Waffennarren, der nichts mehr wünscht, als Bulle zu werden. Torrente ködert den Gutsten mit seinen tollen Kontakten zur Polizei, und zusammen ziehen die Beiden fortan „auf Streife" durch die Stadt. Als Torrentes Vater fast an einer Überdosis Heroin krepiert, die er sich über eine geklaute Frühlingsrolle zugezogen hat, haben Torrente und Rafi endlich ihren Fall.
Das betreffende Chinarestaurant entpuppt sich tatsächlich als Umschlagplatz für einen schwunghaften Drogenhandel inklusive angeschlossenem Erfrischungslabor. Und es steht bald ein größerer Deal an: Heroin im Wert von einer halben Milliarde Peseten soll den Besitzer wechseln. Kohle, die auch Torrente gut zu Gesicht stünde. Er stellt aus Rafis Fitnessstudio-Kumpels eine Hilfstruppe zusammen, die Feuer und Flamme für den vermeintlichen Undercover-Polizeieinsatz sind.

Zitate

„Manche Leute haben Hämorrhoiden, ich habe meine Kinder.“ (Rafis Mama (Chus Lampreave) hat's nicht leicht)

Torrente: „Whisky enthält am meisten Vitamine.“ (Lebensweisheiten)

Rafi: „Er ist tot!“ - Torrente: „Heult nicht wie Schwuchteln. Ihr wusstet doch: Das ist nicht 'Bambi'.“

„Du bist ein ganz schöner Macho für eine Schwuchtel.“ (Dad bringt den „Franzosen“ (Manuel Manquiña) auf die Palme. Nicht gut.)

Die Kritik des Gunslingers:

Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Santiago Segura ist in Spanien eine größere Nummer, hierzulande eher Eingeweihten bekannt, vor allem durch seine Beteiligung an Streifen von Alex de la Iglesia wie „El Dia de la Bestia“ oder „Aktion Mutante“. Auch im Stab standen mit Kameramann Gusi und vor allem Komponist Baños Iglesia-erfahrene Leute. Mit „Torrente“ legte Segura den Grundstein eines in Spanien sehr erfolgreichen Serials um den fetten „Polizisten“ gleichen Namens, das bisher drei oder vier Filme umfasst.
Der Streifen zieht Polizei-Actioner genauso durch die Sangria wie Heist-Movies oder Einschlägiges von Tarantino, man denke hier an „Reservoir Dogs“ und dessen Folterszene. Und das macht er großartig, auch dank seines Haupdarstellers.
Segura spielt Torrente als absolut verkommenen Drecksack, was sowohl für sein Erscheinungsbild als auch seinen moralischen Zustand gilt. Wenn er sich die Kakerlaken aus dem Toupet schüttelt, beim „Hausputz“ kräftig in die Hose hustet, sich fette Spritz-Pickel vor dem Spiegel ausdrückt oder übers Händewaschen VOR dem Pinkeln räsoniert, bleibt kein Auge trocken. Dazu ist er nicht nur eine Großschnauze vor dem Herrn mit Vorliebe für markige Sprüche, sondern auch rassistisch, feige und hemmungslos auf den eigenen Vorteil bedacht, für den er auch über Leichen geht. So scheut er sich nicht, die idealistischen Jungs um seinen halbblinden „Spitzel“ Carlitos (Carlos Perea) im Kampf gegen die Gang des Franzosen achselzuckend zu verheizen. Doch auch die Mitspieler sind großartig: Angefangen von Javier Camara, der mit flaschenbodendicken Brillengläsern den treuen, aber etwas dusseligen Waffenfetischisten spielt, bis zur Jungsgang, die ein groteskes Zerrbild der Heist-üblichen, aus hochgradigen Spezialisten bestehenden Raubgemeinschaft abgibt.

Feinste Unterhaltung also, die es bis dato auf insgesamt 4 Sequels brachte, u.a. "Torrente 2 - Mission Marbella".

Rating: $$$$$ (Trash: $$$+)

Splatter:

3/10

 

 

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