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Für ein paar Dollar mehr

Info

OT: 
Per qualche Dollaro in più
AT:
La Muerte tenía un Precio (SP)
Por unos cuantos Dólares más (SP)
Por unos pocos Dólares más (SP)

Jahr: I/SP/D 1965
R, B:
Sergio Leone
K: Massimo Dallamano
M: Ennio Morricone
D: Clint Eastwood, Gian Maria Volonté, Lee van Cleef, Klaus Kinski, Mario Brega, Luigi Pistilli

Quelle: DVD

Poster, Lobbycards etc. von "Für ein paar Dollar mehr"

 

Inhalt

Rauh ist der Westen ... und seitdem Indio (Gian Maria Volonté) mit seiner Bande im Zonenrandgebiet zu Mexiko sein Unwesen treibt, umso gefährlicher.
Zwar wurde der dauerbekiffte, hochneurotische Oberganove im Knast festgesetzt, aber seine Gefolgsleute sorgen rasch wieder für ungesiebte Luft zum Atmen - ganz auf Kosten der Gefängnisangestellten.
Und so hängen wieder allerorts die altbekannten Steckbriefe (natürlich wurde die Belohnung erheblich erhöht) und ziehen die Gunslinger und Bounty Hunter an wie ein Pferdeapfel die Schmeißfliegen. Unter den Glücksrittern, die Ihren Lebensunterhalt mit dem Einbuchten respektive dem Einsargen unliebsamer Zeitgenossen verdingen, finden sich der sinistre Colonel Mortimer (Lee van Cleef) und der schweigsame, ewig zigarillo-lutschende Monco (Clint Eastwood). Schnell merken die Beiden, dass sie ein und das selbe Ziel verfolgen (mit höchst unterschiedlichen Motiven, wie sich herausstellen wird...) und schmieden eine Allianz, um der Übermacht von Indios Bande Herr zu werden.
Ihr Vorhaben: Monco lässt sich zum Schein von Indio anheuern, während Mortimer von außen die Strippen zieht und eine Falle stellen möchte.
Allerdings... erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, denn Indio selbst verfolgt auch schon wieder große Pläne: Die Bank von El Paso platzt vor Geld und Gold aus allen Nähten, man muss sich nur intelligent bedienen. Dank einer wertvollen Insider-Information gelingt der Coup, und Indio zuckelt mit einem tonnenschweren Tresor von dannen; doch ans Öffnen der Edelstahl-Sardinenbüchse hat leider niemand gedacht.
Mortimer gibt daraufhin seine Neutralität auf und bietet sich als "Dosenöffner" an, denn niemand sonst besitzt das nötige Know-How, um dem Eisenschrank sein wertvolles Geheimnis zu entlocken.
Alle Beteiligten sitzen nun in einem Boot, und mit der Zeit schwant Indio, dass es sich bei den beiden Neulingen nicht nur um gewöhnliche Strauchdiebe handelt. Auch stört ihn der Umstand, die gesamte Kohle mit seinem Gesinde zu teilen; und so entwickelt er eine Intrige, um sich der überflüssigen Mitstreiter zu entledigen...

Zitate

"Where life has no value, death, sometimes, has its price. That is, why the bounty killers appeared." (Intro-Einblendung des Films)

"2000 Dollar, eine hübsche Summe, das zahl'n die mir in drei Jahren nicht." - "Auch das ist für dich zuviel. Ein Sheriff, der was wert ist, sollte Mut haben... und ein bisschen Ehre... vielleicht." (Monco diskutiert mit einem Sheriff über Berufsethik)

"Weisst du, warum du noch lebst, du Held? Damit du allen erzählen kannst, was du hier gesehen hast." (Indio hat seine gnadenvollen zwei Minuten...)

"Wenn du lebensmüde bist, mein Lieber, dann aber bitte nicht in meinem Lokal !" (Ein Barkeeper klärt Col. Mortimer über die hiesigen Tischsitten auf)

"Wenn ich esse, rauche ich für gewöhnlich nicht. Du kannst gern dein Glück in zehn Minuten wieder versuchen." (Mortimer weist das Angebot des Buckligen (Kinski), seinen Nacken noch einmal zum Anreißen eines Streichholzes zu nutzen, zurück)

Die Kritik des Sargnagels:

Nachdem Leone mit "Für eine Handvoll Dollar" imposant das Genre Spaghettiwestern definierte und auf die cineastische Landkarte setzte, durfte er merklich mehr Geld in sein nächstes Projekt verbraten. Und man spürt jede Lira, die er spendiert bekam - die großartigen, aufwendigen Landschaftsaufnahmen der Prärie um Almeria; die üppige Requisite; genügend Zeit, um die komplexe Story stringent umzusetzen - alles was beim Vorgänger noch etwas billig erschien, wurde durch "Qualitätsausstattung" ersetzt. Ebenso akribisch hat man sich mit dem Inhalt auseinandergesetzt und die Charaktere bis ins Detail gezeichnet - der Streifen wirkt aus einem Guss.
Apropos Charaktere: Wie schon beim ersten Teil holte sich Leone einen unbekannten US-Amerikaner ins Boot und schuf ihm eine Rolle, die ihn wie Eastwood zum Weltstar machte: Lee van Cleef. Sein Mortimer wurde zum Archetyp eines speziellen Italowestern-Charakters, den er teilweise später selbst als Sabata zum Besten gab bzw. von Carnimeo in den Sartana-Werken mit Garko/Hilton gern kopiert wurde. Grandios auch wieder Gian Maria Volonté als manischer Indio; Volonté gilt für mich als einer der unterschätztesten Schauspielern des italienischen Kinos überhaupt.
Bei den Nebendarstellern durfte sich alles Tummeln, was in Italien bzw. Europa einen guten Namen hatte: Luigi Pistilli, Aldo Sambrell, Klaus Kinski, Mario Brega, Karl Hirenbach, Benito Stefanelli... sie alle zierten später einen Großteil des Italowestern-Austoßes.
Eastwood musste sich allerdings in "Für ein paar Dollar mehr" mit der dritten Hauptrolle begnügen und wirkt daher auch etwas steifer und nicht so dominant wie im ersten Teil oder gar in "Zwei glorreiche Halunken".
Morricone liefert wieder Bestes aus seiner musikalischen Feder und untermalt die Szenen gewohnt neckisch mit Pfeifen, Pistolenschüssen, Flöten, Mundorgeln und sonstigen ungewöhnlichen Schallinstrumenten sowie mit gänsehauterregenden, orchestralen Streicher-, Bläser- und Chor-Sätzen.
Fazit: War "Für eine Handvoll Dollar" eine hervorragende Gesellenarbeit Leones, ist ihm mit dem Nachfolger das Meisterstück geglückt. Und alles Spätere darf man gerne in die Kategorie "Genial" packen.

Nachbemerkung des Gunslingers:

Yeah, dem ist nicht viel hinzuzufügen. Leone etablierte hier neben dem bereits aus "Für eine Handvoll Dollar" bekannten geschichts- und zukunftslosen Gunslinger mit Col. Mortimer eine weitere, facettenreichere Archetype des Italowesterns. Im Gegensatz zum ausschließlich am Profit interessierten Monco, der am Ende mit einer Kutsche voller prämienträchtiger Leichen und einer Ladung Gold davonfährt, spielen bei Mortimer noch Gefühle, wenn auch längst vergangene, eine Rolle. Seine Rache an El Indio ist persönlich motiviert: Sowohl das Kopfgeld, als auch die Knatter aus dem El-Paso-Bankenripp sind ihm völlig wurscht. "An dieser Sache will ich nichts verdienen", sagt er zu Monco, als der ihm einen Anteil aus dem Gemetzel anbietet.

Rating: $$$$$- (SN/GS)

Bodycount:

ca. 15 Gringos, ca. 20 Mexikaner, 2 Frauen, 1 Kind

Explizite Brutalitäten:

  • Indio lässt sich seine Shootouts mit einer Spieluhr begleiten; wenn die Melodie abgelaufen ist, wird gezogen.Wann die Melodie abläuft, weiss aber nur Indio...
  • Eine gesamte Gefängnisbesatzung wird bei der Flucht Indios dahingemeuchelt, bis auf einen Wärter. Der soll der Nachwelt von der "Heldentat" berichten. Seinen friedliebenden Zellengenossen legt Indio gleich als Ersten um.
  • Mortimer und Monco kassieren eine heftige Abreibung durch Indios Männer

Liebe:

0/10 (die platonische Geschwisterbeziehung lassen wir mal aussen vor)

Splatter:

2/10

Spezialitäten:

  • Mortimer führt ein umfangreiches Waffenarsenal mit sich: für jeden Zweck eine eigene Kanone
  • Indio benutzt eine geklaute Spieluhr als Taktgeber für Duelle
  • Zum Öffnen des Tresors greift Mortimer auf Säure zurück

 

 

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