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Ich bin ein entflohener Kettensträfling

Info

OT: 
Vivo per la tua Morte
AT:

Kettensträfling
Ich begnadige dich zum Tode
Django - Ich bin ein entflohener Kettensträfling
Killer auf der Flucht

Jahr: I 1968
R: Camillo Bazzoni („Alex Burks“)
B: Roberto Natale, Steeve Reeves
K: Enzo Barboni
M: Carlo Savina
D: Steeve Reeves, Wayde Preston, Mimmo Palmara (“Dick Palmer”), Nello Pazzafini, Guido Lollobrigida (“Lee Burton”)

Quelle: VHS (mcp)

 

Inhalt

Auf der Sturges-Ranch hängen sämtliche Mundwinkel auf halb acht: Pa Tracey, erreicht schwerst verletzt das heimische Gehöft, nachdem Banditen ihn und seinen Trupp beim Pferde-Trail überfallen und kräftig rasiert haben. Seine Söhne Mike (Steeve Reeves) und Roy (Giovanni Ivan Scratuglia) machen sich mit einem der Cowboys auf, die Zossen zurückzuholen. Leider ist dem Unternehmen kein Erfolg beschieden: Die Jungs werden in der Nähe der Bahnlinie aufgegriffen, nachdem Desperados bei einem Zug-Ripp 80 Riesen in Goldmünzen klargemacht haben.
Da das Gesetz in Gestalt von Sheriff Freeman (Mimmo Palmara) mit den Banditen gemeinsame Sache macht, gewinnen die Brüder Freikarten für das staatliche Erholungsheim in Yuma. Hier verteibt man sich die Zeit mit Steinekloppen sowie den sehr speziellen Späßen des sadistischen Lagerpersonals unter Leitung des fiesen Bill Savage (Nello Pazzafini). Roy gibt ob des zehrenden Animationsprogramms rasch den Löffel ab, während Mike später im Zuge einer Knastrevolte entkommt. Er schlägt sich nach Hause durch, wo auch die Ranch inzwischen ruiniert und Muttern (Emma Baron) grameshalber verstorben ist.
Was bleibt, ist die Rache, und zwar an den Düsterlingen, die ihm und Roy Yuma eingebrockt haben, ergo Mikes alter Kumpel Marlan Mayner (Wayde Preston), den Mike beim Zugüberfall beobachtete, und natürlich Sheriff Freeman. Nicht ganz einfach, da der Sheriff nun ganz offiziell und mit großem Gefolge Jagd auf den Ausbrecher machen darf.

Zitate

„Du kannst vielleicht ein paar Jahre in der Hölle von Yuma überleben. Aber das Kerlchen da? Das krepiert vorm ersten Frühstück.“ (Sheriff Freeman überreicht den Sturges-Brüdern sozusagen die Reiseunterlagen)

Mike: „Ich dachte, du würdest mir helfen.“ – Encarnacion (Rosalba Neri): „Du scheinst zu vergessen, dass meine Tür allen offensteht.“ (Das bringt der Job als Amüsiermädel halt mit sich)

Encarnacion: „Ich frage die Männer nach ihrem Geld. Nicht nach ihrem Namen.“

Die Kritik des Gunslingers:

Dieser einzige Genre-Beitrag des hauptamtlichen Kameramannes Camillo Bazzoni gehört zu den kleinen Perlen aus der zweiten Reihe: ein wenig in Vergessenheit geraten, etwas abgestoßen und schmuddelig, überstrahlt vom Glanz der „Referenzwerke“, doch mit ganz eigenen Qualitäten.
Herausragendes Plus des Streifens ist für mich eindeutig seine Optik. Nicht nur Bazzoni besitzt ja den geschulten Blick des Kameramannes, auch sein diesmaliger fotografischer Direktor ist ja alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. So liefert Enzo Barboni wieder einmal erstklassige Arbeit ab. Schrägeinstellungen, entfesselte, hochbewegliche Kamera in den Action-Szenen und auch ruhige, atmosphärische Einstellungen. So ist es beispielsweise einfach toll, wie das Kameraauge die verfallene Sturges-Ranch nach Mikes Rückkehr in Szene setzt, in Totale und Naheinstellungen die ruinösen Gebäude abfährt. Klar, ist natürlich fraglich, warum ein prinzipiell prosperierendes Anwesen im Laufe weniger Jahre in einen solche Zustand gerät ;-).
Vom Ensemble her kann Bazzoni schön einen auf dicke Hose machen: Bis in die Nebenrollen leisteten bewährte Kräfte Schützenhilfe zum Gelingen des Streifens. Selbst kürzeste Auftritte sind vergleichsweise prominent besetzt. Ich rede dabei gar nicht von Nello Pazzafini als spitzenmäßiger Obersau, dem Steve Reeves im wahrsten Sinne die Scheiße aus den Knochen prügeln darf. Aldo Sambrell, Bruno Corazzari, Franco Fantasia oder auch Rosalba Neri absolvieren feine Kurz- bis Winzigstauftritte. Etwas ab fällt hier Steve Reeves, der weniger seine Mimik als seine Muckis spielen lässt, was für mich einer der entscheidenden Schwachpunkte des Streifens ist.
Ansonsten gibt’s wenig zu beklagen: etliche gesunde Härten und ein hoher Bodycount, bei allerdings eher lausigem Gunplay - niemals leer geschossene Colts mag ich nun mal nicht ;-). Recht gut wiederum der Score von Carlo Savina, der sich mit seinen Gitarren, Trompeten und dem bläserlastigen Orchester nie in den Vordergrund spielt. Das Hauptthema wiederum bietet für den Connaisseur auch Chöre und Whistling-Phrasen.
Ich frage mich, wer zum Henker auf diesen doofen deutschen Titel kam, der zudem zu Verwechselungen mit dem gleichnamigen alten US-Krimi einlädt. Es kommt schließlich keine Chaingang vor in dem Streifen.

Rating: $$$$-

Bodycount:

ca. 65 Gringos, 7 Mexikaner

Explizite Brutalitäten:

  • Sheriff Freeman verprügelt Mike, den er nach dem Zugraub verletzt am Tatort vorfindet und dessen Bruder Roy, der kurz darauf geschnappt wird
  • Das Personal in Yuma unter Führung von Bill Savage weiß sich die Zeit zu vertreiben – leider auf Kosten der Gefangenen
  • Mike macht Savage durch gezielte Faustschläge in die Herzgegend den Garaus

Liebe:

Kommt eigentlich nicht vor. Doch, halt, es scheint eine Beziehung zwischen Mike und der blonden Ruth (Silvana Venturelli) zu geben nebst Küsschen. Trotzdem: 0/10

Splatter:

2/10

 

 

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