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Fünf blutige Stricke

Info

OT: 
Joko invoca Dio ... e muori
AT:

Vengeance - Fünf blutige Stricke

Jahr: I/D 1968
R: Antonio Margheriti ("Anthony Dawson")
B: Antonio Margheriti, Renato Savino
K: Riccardo Pallotini
M: Carlo Savina
D: Richard Harrison, Spela Rozin ("Sheyla Rosin"), Paolo Gozlino, Claudio Camaso, Geoffredo Unger, Alberto Dell'Acqua

Quelle: VHS (Mike Hunter)

 

Inhalt

Tja, das hatte sich das Gaunerquartett um Mendoza (Claudio Camaso) anders vorgestellt: Anstatt nach einem gelungenen Tresorraub mit den Satteltaschen voller Zaster unbehelligt in den Sonnenuntergang zu reiten, geht zumindest der letzte Teil des so fein ausgetüftelten Plans in die Hose. Die Truppe wird entdeckt, weil sich der Schmiere stehende Domingo (Luciano Pigozzi) die Sackhaare lang zieht, anstatt aufzupassen, was Mendoza das Leben kostet. Als wenn das nicht schon Scheiße genug am Arsch des Schicksals wäre, wird Bandenmitglied Ricky (Alberto dell’Acqua) von fünf Banditen buchstäblich in Stücke gerissen, die die Beute gleich mit einsacken.
Das Halbblut Joe Barrett (Richard Harrison), genannt „Rocco“ - im Original „Joko“, der auch an dem Tresorripp beteiligt war, dürstet’s nach Rache: Jedem der an Rickys Tod Beteiligten will er ein Stück des Stricks überreichen, mit dem der arme Bursche ermordet wurde. Zusammen mit einem Stück Blei, versteht sich. Zudem will er natürlich die Moneten zurück. Nachdem er den ersten Teil seiner Liste entsprechend abgearbeitet hat, verschlägt’s ihn nach Pasadena, einen disparaten Ort, in dem der Mexenboss Laredo (Ignazio Spalla) das Sagen hat. Hier macht er sich kurzerhand selbst zum Sheriff, um endlich dem Drahtzieher hinter der ganzen Sauerei zu erwischen. Und seine Rechnung scheint aufzugehen: Über Laredo und dessen Kumpel Kid (Werner Pochath), Punkte drei und vier seiner Abwrackliste, erhält er den entscheidenden Hinweis.

Zitate

„Wie, sagten Sie, war Ihr Name?“ – „Ich sagte gar nichts.“ (Rocco gibt sich etwas einsilbig)

„Wenigstens haben wir in Pasadena ein fabelhaftes Bestattungsunternehmen. Das ist das einzige, was hier mit Gewinn arbeitet.“ – „Und der einzige Ort, an dem wirklich gearbeitet wird, ist unser idyllischer Friedhof. Dort haben sie heute erst wieder einen versenkt.“ (Die lokalen Einzelhändler klären Rocco auf)

Die Kritik des Gunslingers:

Meinereiner schätzt ja das Schaffen von Antonio Margheriti sehr, was selbst seine eher umstrittenen Werke auf den Philippinen in den 80ern wenigstens teilweise umfasst. So gehört auch dieser düstere Rachewestern in die Kategorie „deutlich überdurchschnittlich“. Trotz des offensichtlich arg limitierten Budgets gelang Magheriti ein feines Stöffchen, das insbesondere durch seine sorgfältige technische Umsetzung überzeugt.
So sind die Schlägereien und Action-Szenen überzeugend choreographiert, und die Atmo ist schön staubig und authentisch. Darüber hinaus erhält der Streifen durch die Figur des immer in gelber Dandy-Kluft auftretenden Mendoza und seiner Residenz in einer aufgelassenen Schwefelmine einen mir sehr genehmen Horror-Touch. Eine Vorliebe, der Magheriti noch exzessiver in seinem Folgewestern „Satan der Rache“ die Zügel schießen ließ. Hervorragend ist einmal mehr die Kameraarbeit von Riccardo Pallottini, der einige wirklich schöne Einstellungen abliefert, wie etwa die „Sporen-Kamera“ in einer der bekanntesten Szenen des Films ;-).
Der Score von Carlo Savina bietet kräftig was fürs Ohr des Connaisseurs: von Stopftrompete und Klarinette über klassisches Mexikaner-Gebläse und Akustik-Gitarren bis hin zu Orgel, Harp und „Vengeance“ deklamierendem Chor.
Schauspielerisch konnte Magheriti leider nicht ganz aus dem Vollen schöpfen, denn sein Hauptakteur Richard Harrison kommt nicht viel über ein gelegentliches Schlitzen der Augen hinaus. Stört aber zugegebenerweis’ in dieser eher eindimensional angelegten Rolle auch nicht groß. Dafür liefert Claudio Camaso, obwohl eigentlich nur in einer größeren Nebenrolle zu sehen, wieder mal eine reife Leistung ab.

Rating: $$$$-

Bodycount:

ca. 8 Gringos, 13 Mexikaner

Explizite Brutalitäten:

  • Ricky wird von den fünf Gangstern nach der obligatorischen Fragestunde in seine Einzelteile zerlegt: Das ist wörtlich gemeint!
  • Rocco schlitzt Yuma (Geoffredo Unger) mit seinen Sporen den Hals auf
  • Vorort-Schurke "The Kid" (Werner Pochath) lässt Rocco eine Behandlung zukommen, für die eigentlich Giuliano Gemma prädestiniert ist: anpflocken in praller Sonne mit "Eyes wide open". Bevor es dann zum Duell geht, kriegt Rocco zur Sicherheit noch was auf die Fingerchen. Doch leider vergisst Kid, dass echte Männer nicht nur halbblind, sondern auch mit beiden Händen gleich gut ziehen können.

Liebe:

Gerührt von Roccos Tränendrüsendrückerei - Freunde hinüber, von allen gehasstes Halbblut etc. – wendet sich Barsängerin Jane der armen Sau zu. Doch der handelt strikt nach der Maxime: erst die Arbeit, dann das Vergnügen. 1/10

Splatter:

2/10

Spezialitäten:

  • Mendoza trägt als Talisman einen Schwefelkristall um den Hals
  • Rocco besteht im Saloon auf picobello gespülte Gläser

 

 

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